Leben mit Kindern

Schönheits OP und Brustvergrößerung: Mein Busen, das first world problem?

3. Juli 2018
brustvergrößerung

Eine Schönheits OP und Brustvergrößerung? Immer mehr Frauen “trauen” sich offen zu sagen: Ja, ich hab was machen lassen oder joa, ich denke darüber nach. Ich finde wichtig, dass wir (Frauen) lernen, damit umzugehen, bzw. nicht gleich zu verurteilen. Stichwort: Body Positivitiy! Das bedeutet für verschiedene Frauen verschiedene Dinge. Das Ziel sollte immer sein, mit sich rundherum zufrieden zu sein, oder?

Meine liebe Gastautorin Julia, die ihr schon gut von ihren Berichten zum  Abnehmen oder Gewicht halten und  bleibt dabei kennt, war nun für ein Vorgespräch für ihre geplante Schönheits OP bei ihrem Arzt, um sich zu informieren. Sie berichtet uns heute von dieser Erfahrung.

schönheits op frau auf yoga matte

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Schönheits OP Brustvergrößerung: Das Vorgespräch

Der Termin war Ende Februar diesen Jahres in einer Klinik in der Nähe. Vorher war ich so aufgeregt wie schon lange nicht mehr. Mein Mann war auch dabei. Er ist mein wichtigster Berater in allen Lebenslagen und soll meiner Meinung nach diese Entscheidung zur Schönheits OP und Brustvergrüßerung auch vollumfänglich mittragen. Wir wurden also nach kurzer Wartezeit vom Chefarzt und Klinikgründer empfangen. Professor Doktor, Mitte 50, humorvoll, charismatisch. Menschlich auf jeden Fall mein Typ 😉

Er fragt: „Was kann ich für Sie tun?“ – Ich reiße kurz meine Geschichte ab und erkläre ihm die Sache mit den 30 Kg Gewichtabnahme und den zwei Kindern. Erkläre ihm, dass ich gerade einen BH in 75D trage, allerdings der Meinung bin, dass wenn man die ganze Haut wegrechnet, ein B Cup völlig ausreichend wäre. Darauf er: „Ok. Dann zeigen Sie mal her.“ Also ziehe ich mich oben rum einmal komplett aus und sage: „Das ist das was noch übrig ist…“

Er sitzt nach wie vor tiefenentspannt auf seinem Schreibtischstuhl und betrachtet mich. Ohne dass man in seinem Gesicht auch nur den Hauch von irgendetwas hätte lesen können. Ich bin bis heute tief beeindruckt davon, wie man einen Menschen so „wertfrei“ anschauen kann, wie er mich in diesem Moment. Ok klar, Schönheits OP ist sein Job…aber trotzdem! Um die Zeit zu überbrücken und meine Unsicherheit zu überspielen, fange ich an „am Objekt“ zu erklären bzw. zu zeigen, was genau mich stört. Hätte ja auch sein können, dass der sich hinter seiner neutralen Facette gerade fragt, was ich da überhaupt will….

Der Arzt versteht mich

Er unterbricht mein kleines Plädoyer allerdings sofort und sagt: „Sie brauchen mir nichts zu erklären. Es ist alles vollkommen klar.“ Puh! Ok. Ich bin also nicht bekloppt oder über-perfektionistisch veranlagt. Anschließend vermisst er mich einmal komplett und diktiert die Maße seiner Assistentin, die alles brav in den Computer einträgt. Zwischendurch fragt er mich: „Was wiegen Sie? 68 KG?“ – Ich, nachdem ich kurz versucht war mich umzudrehen, um sicher zu gehen, dass diese Frage tatsächlich an mich gerichtet war und nicht an eine dünne Person hinter mir: „Nein! 74 KG!“ Er schaut mich ungläubig an. Ich: „Wirklich!“ … Er: „Und Sie haben wirklich 30KG abgenommen?“ einen rückversichernd fragenden Blick zu meinem Mann kann er sich dann doch nicht verkneifen. Er: „Ok. Man sieht Ihnen diese immense Abnahme am Bauch so gut wie gar nicht an. ”

Schönheits op vorher nachher

Schönheits OP

Ich probiere meinen neuen Busen an

Aber zurück zu der eigentlichen Baustelle. Die Brüste. Er sagt: „Also, wenn Sie einen Atombusen möchten, bin ich definitiv der falsche Arzt. Ich hätte folgenden Vorschlag für Sie:“

Er holt zwei Silikonformen und legt sie mir in den BH (ist ja noch genug Platz *haha) und sagt: „Das sind jetzt 260g pro Seite. Ich würde auf maximal 300g gehen, nicht mehr. Der Arzt lässt mich  also mit diesen Einlagen im BH seitlich vor einem Ganzkörperspiegel stellen und erklärt mir, dass die Silhouette einer Frau einem S gleichen sollte, im ästhetischen Idealfall. „Sie haben ein bisschen Bauch. Aber nicht viel. Und einen guten Po.“ (Yeah! Danke!) „Und im Verhältnis gesehen ist Ihre Brust zu flach.“ (Exakt meine Meinung! Danke!) „Und mit dieser Größe wäre alles stimmig und schön.“

Ok prima. Bin zufrieden. Im Endergebnis kommen wir wahrscheinlich wieder auf D. Das hatte ich früher auch und habe mich damit sehr wohl gefühlt.

Brustvergrößerung: Im Vorgespräch zur Schönheits OP gehts jetzt ans Eingemachte

Anschließend geht es dann ans Eingemachte: Er schickt vorweg: „Das wird nicht ohne Narben gehen.“ …
Methode: Ich bräuchte bei meiner geplanten Schönheitsoperation eine sogenannte „Straffungsvergrößerung“. Dabei wird zunächst die überschüssige Haut an beiden Brüsten weggenommen. Würde man das dann so lassen, wäre es eine reine Straffung und ich käme von der Größe her wahrscheinlich auf ein kleines B. Das ist mir zu wenig – ich möchte die Größe gerne wieder so haben, wie sie einmal war. Deshalb wird zusätzlich zur Straffung auch wieder mit Implantaten vergrößert, sodass ich hinterher auf C-D komme.

Jetzt könnte man sich ja fragen, warum man nicht die vorhandenen Brüste einfach auffüllt…das ist aber in der Umsetzung nicht möglich bzw würde zu keinem schönen Ergebnis führen, weil alles weich und ausgeleiert ist und auch die Brustwarzen am Ende nicht da sitzen würden, wo sie hingehören. Technisch wird dabei – in besonders schweren Fällen wie mir – ein Schnitt unter der Brust horizontal gemacht. Dann wir bei der Schönheits OP vertikal noch oben zur Brustwarze und die Brustwarze selbst wird quasi ausgeschnitten und an die gewünschte Postion versetzt und wieder angenäht. Gruselig oder? Dann wird das Ganze über einem Implantat wieder zusammen genäht und ist dann hoffentlich schön.

Welches Implantat ist das richtige? B-Lite vs. Standard-Silikon-Implantat

Bei den Implantaten für die Schönheits OP und Brustvergrößerung selbst gibt es auch Unterschiede. Ich würde mich für ein sogenanntes B-Lite Implantat entscheiden. Dieses Implantat ist deutlich weicher und leichter als ein normales Silikon-Implantat. Es hat dadurch dem Standard-Implantat gegenüber den Vorteil, dass das Ergebnis länger schön bleibt, weil das Gewicht niedriger ist und man weniger mit der Schwerkraft zu kämpfen hat.

Der Arzt erklärt mir, dass die Füllung eines B-Lite Implantats in der Konsistenz einem Marshmallow ähnelt, während die Standard Implantate mehr wie Gummibärchen sind. Goldiger Vergleich, finde ich. Kurzum: Die B-Lite Teile sind in meinen Augen insgesamt einfach sympathischer, natürlicher, schöner und kosten natürlich direkt mal 1.000€ mehr. Gut… Aber sei es drum. Das macht es am Ende dann auch nicht mehr fett und wenn ich schon so viel Geld in die Hand nehme, kommt es auf 1.000€ auch nicht mehr an.

Implantat über oder unter den Muskel?

Die Implantate müssten in meinem Fall definitiv unter den Brustmuskel – Arzt: „Weil Sie hier oben (Dekolleté) so dünn sind.“ – Wieder bin ich einen kurzen Moment lang versucht, mich umzudrehen 🙂 Man würde ein rundes Implantat wählen, kein tropfenförmiges. Weil das Gewebe weich ist und für den Fall, dass das Implantat sich dreht, dreht es sich eben rund und fällt nicht auf.

Mein Busen, das first world problem

Dann kommt ein für mich sehr spannender Teil: Ich darf mir ein paar Meisterwerke am PC anschauen. Die Ergebnisse (alles Vorher-Nachher-Bilder) sind alle ca. 2 Wochen nach OP aufgenommen und die kreisrunden Narben um die Brustwarzen sowie die vertikal nach unten verlaufenden, sind noch sehr rot und deutlich zu erkennen. Grundsätzlich wird mir an dieser Stelle zum ersten Mal wirklich bildlich vor Augen geführt, wie schwer dieser Eingriff ist.

Platt ausgedrückt, wird bei der Straffung (in dem Ausmaß in dem ich sie benötige) wirklich einmal die gesamte Brust aufgeschnitten und wieder neu zusammengenäht. Ein großer Eingriff, der mit Sicherheit auch mit starken Schmerzen verbunden ist. Auch hier wieder die Erkenntnis, dass es einfach ein „first world problem“ ist, ich das alles aber trotzdem immer noch will.

Die Brustvergrößerung – das wird es kosten:

Die Schönheits OP mit Straffung und Implantat, Anästhesie und einer Nacht stationär in der Klinik würde mich in diesem Fall knapp 8.500€ kosten. Kein Pappenstiehl, aber ich hatte mit einem Betrag in dieser Höhe gerechnet und mir wäre es das auch wert, weil ich mich in guten, professionellen Händen wüsste.

Ein sehr einschneidender Moment, in dem ich mich wirklich das einzige Mal während des gesamten Gesprächs wirklich schlecht gefühlt habe, war als der Arzt mir die Silikon-Einlagen in den BH gelegt hat. Die Aktion an sich war kein Problem, nur die Information, die er mir parallel gegeben hat: „Übrigens sind das solche „Prothesen“ die sich Krebspatientinnen in den BH legen, nach der Mastektomie.“

Zum ersten Mal habe ich da die ganze Geschichte doch plötzlich sehr kritisch gesehen und musste feststellen, dass ich einfach nur froh und dankbar sein kann. Dankbar dafür, dass es mir und meiner Familie gut geht, dass wir alle gesund sind und uns lieb haben. Und dass mein kleines Problem da, verglichen mit den Problemen die andere haben, wirklich ein sehr winziges und nichtiges Problem ist. Aber es ist eben trotzdem mein persönliches Problem und so ist es nunmal. Ich möchte diese Brüste und fertig!

Natürlich hat mich vieles an diesem Termin auch zum Nachdenken angeregt und mich einige Aspekte deutlich kritischer sehen lassen als vorher. Eingangs dachte ich, dass ich nach dem Termin den Eingriff lieber heute machen lassen würde, als morgen.

Eine Brust-OP macht man nicht mal “eben so”

Dem ist nicht mehr so, das muss ich ganz klar sagen. Es ist einfach ein verdammt schwerer Eingriff, ich könnte danach lange Zeit nichts heben und wäre einige Tage nicht einsatzfähig. Meine Kinder sind zurzeit noch sehr klein – meine Tochter wird im Juni erst zwei Jahre alt und ist sehr anhänglich. Solange sie noch so oft auf meinem Arm sein und getragen werden möchte, kann und will ich diese OP mit all ihren Folgen einfach noch nicht in Kauf nehmen. Aber mein Entschluss steht definitiv fest und in 1-2 Jahren sieht die Welt auch wieder ganz anders aus und meine Kinder sind selbstständiger.

Ich will das und ich werde es auf jeden Fall machen. Egal was andere davon halten. Weil es am Ende doch ausschließlich um mich geht. Und um meine ganz persönliche Zufriedenheit mit mir und meinem Körper. Und was diese Zufriedenheit betrifft darf es ja schließlich zum Glück noch jedem selbst überlassen sein, wo sie anfängt und aufhört…

Liebe Julia, danke für Deinen ehrlichen Bericht und weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg!

Fotos: Pixabay und Julia, privat

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4 Kommentare

  • Reply Helen 3. Juli 2018 at 10:15 am

    Sobald ich mit der Kinderplanung durch bin, werden meine auch gemacht. War mega unglücklich als ich K2 abgestillt hatte und kleine schlaffe Brüste hatte. Vorher waren sie klein aber prall. Da wir grad mit K3 in Planung sind, dauert dies noch. Aber ich finde das ganz normal, dass man sich nicht mit allem abfindet was im Alter passiert. Ich habe auch leichten Filler und Botox im Gesicht da ich eine schreckliche Zornesfalte hatte. Ich bleibe mit Würde schön, ganz einfach:) Ich finde, jede Frau soll sich wohlfühlen. Da gibt es kein richtig und kein falsch. Machen und machen lassen.

  • Reply Annette 3. Juli 2018 at 12:23 pm

    Meine Schwester hat sich dazu auch schon schlau gemacht.

    Das Geld hat sie auch schon angespart, aber was sie aktuell noch davon abhält, ist die Tatsache, dass sie erfahrungsgemäß zu sehr starker Narbenbildung neigt.
    Da will so eine Brust-OP natürlich noch mal extra gut überlegt sein, denn wie Julia schreibt – es ist doch ein großer Eingriff und es wird viel geschnitten. Wenn das dann nicht schön verheilt, war es eher kontraproduktiv.

  • Reply Ulli 4. Juli 2018 at 6:48 pm

    Nie würde ich mich freiwillig unters Messer legen! Das Geld würde ich im Zweifelsfall lieber in einen guten Therapeuten stecken!

  • Reply Sabine 9. Juli 2018 at 5:32 pm

    Ich habe es vor über einem Jahr gemacht. Alles durchgeplant, denn 6 Wochen nicht mehr als 2 kg tragen dürfen (bei 2 Kindern) muss geplant sein. Und….ich würde es immer wieder machen!!! Absolut beste Entscheidung! Tolle Ärztin gehabt, die mich auf alles vorbereitet hat, die die richtige Größe während des Eingriffes gewählt hat und und und…Vorher mochte ich micht nicht mehr nackt anschauen. Man kann es kaum glauben, da ich doch sonst sehr selbstbewusst bin. Aber das ging einfach nicht mehr…für mich. Mein Mann hat mir den Wunsch erfüllt, obwohl er auch mit den “Resten” leben konnte.

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