Leben mit Kindern

Brustvergrößerung Erfahrungen: So war meine Brust OP

29. März 2019

Ehrliche Erfahrungen mit Brustvergrößerung sind eine wichtige Informationsquelle, bevor man sich zum Schritt einer Brust OP entscheidet. Beim Thema Brustvergrößerung spielen nicht nur Preise eine Rolle. Wer die Brüste nach Schwangerschaft oder starker Gewichtabnahme straffen und/oder vergrößern will, informiert sich zu Risiken und auch das Thema Brustvergrößerung in Tschechien spielt eine Rolle. Meine wunderbare Gastautorin Julia, die ihr schon aufgrund ihrer bewundernswerten Geschichte zum Thema Gewichtabnahme kennt, erzählt und heute gewohnt ehrlich, informativ und reflektierend über ihre Brust OP.

Erfahrungen Brustvergrößerung: Warum überhaupt ein Eingriff?

Eine größere Operation in Vollnarkose ist kein Pappenstiel, ganz egal worum es sich dabei handelt. Das weiß im Grunde jeder und dessen muss man sich immer bewusst sein, bevor man sich einem solchen Eingriff unterzieht. Bei einer Schönheits-OP, die medizinisch nicht notwendig und zudem noch exorbitant teuer ist, überlegt man also wahrscheinlich unzählige Male hin und her, ob man das nun machen soll, oder nicht. In meinem Fall kann ich sagen, dass mein Leidensdruck einfach größer war als die Angst oder der Respekt, den ich vor einem solchen Eingriff hatte.

Nachdem ich 2 Kinder ausgetragen und voll gestillt und anschließend 30 KG abgenommen habe, war von meiner einst prallen, großen Brust im Grunde nichts mehr übrig außer Haut. Sehr viel Haut, die in einem guten BH und unter Kleidung von außen betrachtet wunderbar aussah. Wenn ich aber den BH auszog und mich im Spiegel betrachtete, konnte ich bei aller Body Positivity und auch in Hinblick auf das was ich ansonsten rund um meinen Körper erreicht hatte, trotzdem nur immer wieder aufs Neue erschaudern. Ich war 32 Jahre alt und sah oben rum so aus, wie ich mir eine Frau Ü70 vorstelle.

Bei aller Body Positivity: Für mich war die Brust OP alternativlos

Das konnte ich nicht ignorieren und darüber konnte ich auch nicht hinwegsehen. Wenn man es auch von außen nicht einmal mehr erahnen konnte, so war die Gewissheit über diesen Zustand doch mein ständiger Begleiter und ich fühlte mich damit einfach unfassbar unwohl. Nie mehr ohne BH rumlaufen – auch nicht zu Hause – weil ich das Gefühl nicht ertragen konnte. Nie mehr einen Triangel Bikini anziehen, immer aufpassen dass ja nichts rausfällt…

Ja…das sind first world problems, aber für mich war das schlimm. Wenn es Frauen gibt, die aufgrund von viel Drüsengewebe nicht an der Brust abnehmen wenn sie abnehmen, dann gehöre ich zu den Frauen, die fast ausschließlich Fettgewebe in der Brust haben/hatten…

body positivity kritik

Für mich stand fest: KEINE Brustvergrößerung in Tschechien und Co.

Meine Entscheidung stand also irgendwann fest und ich ging auf die Suche nach Kliniken und einem für mich passenden Schönheitschirurgen. Mir war wichtig, dass nicht der Preis „stimmte“, sondern die Reputation und Erfahrungswerte des Arztes bzw. der Klinik. Ich wurde relativ schnell fündig, der zweite Arzt bei dem ich mich beraten lies, übrigens gegen eine Gebühr von 50€, gewann durch seine ruhige und selbstsichere Art sofort mein Vertrauen. Bei ihm fühlte ich mich gut aufgehoben und kompetent beraten.

Aus meiner Erfahrung kann ich jedem der sich für einen solchen Eingriff interessiert auf jeden Fall ans Herz legen, sich mehrere Meinungen einzuholen und ein umfangreiches Bild zu verschaffen, auch wenn es dafür vielleicht drei oder mehr unterschiedliche Beratungsgespräche bei verschiedenen Ärzten braucht.

So wichtig: Am besten mehrere Beratungsgespräche vor einer Brustvergrößerung

Bei meiner körperlichen Konstitution und Ausgangslage gab es für die OP-Methode nicht wirklich viel Spielraum und der Weg war schnell klar. Unabdingbar war eine Straffung, bei der Aufgrund der Ausprägung der Hängebrust auch die Brustwarzen versetzt und die Warzenhöfe verkleinert werden mussten um ein ästhetisches Endergebnis zu erzielen. Die Brustvergrößerung durch ein Implantat war mein persönlicher Wunsch – man hätte es auch bei der Straffung belassen können, allerdings wäre ich so nie mehr auf mein Ausgangsvolumen gekommen und das war mir nunmal wichtig und gehörte zu meinem „guten Körpergefühl“ einfach dazu.

Keine Brustvergrößerung mit Eigenfett, aber welche Implantate passen?

Mein Chirurg riet mir zu runden Implantaten die unter den Brustmuskel eingesetzt werden. Damit erzielt man bei solch weichem Gewebe wie meinem das bestmögliche Ergebnis und wenn ein rundes Implantat sich dreht ist es nicht weiter dramatisch, während ein tropfenförmiges Implantat bei einer Drehung das gesamte Ergebnis ruiniert. Vom Gewicht her legten wir etwas zwischen 320g und 375g fest – die finale Entscheidung welches Körbchen es also werden würde, die würde dann der Chirurg erst direkt im OP treffen – was für mich dank des beschriebenen Grundvertrauens überhaupt kein Problem darstellte. Die OP würde ambulant gemacht werden, ohne Drainagen, sodass ich nicht in der Klinik übernachten müsste sondern direkt nach dem Aufwachen nach Hause gehen könnte.

Eine ambulante Brust OP

Am OP-Tag selbst soll ich um 13 Uhr nüchtern in der Tagesklinik erscheinen. Gesagt, getan…Dort geht alles relativ schnell. Ich komme nach einer kurzen Wartezeit sofort dran, werde für die OP vorbereitet, bekomme einen Zugang, die schicke OP Kleidung und gleich zu Anfang ein Beruhigungsmittel über die Vene. Anschließend kommt mein Operateur nochmal zum Gespräch und zum Anzeichnen. Dieses Procedere kannte ich nur aus dem Fernsehen. Arzt malt mit Edding diverse Striche und Kreise auf den Oberkörper. Sehr spannend, für mich jedoch dank des Beruhigungsmittels schon nicht mehr allzu spektakulär.

Mein Arzt hört mir zu

Bei dieser Gelegenheit sage ich ihm nochmal, dass er sich, im Falle eines Zweifels, im OP auf jeden Fall für das größere Implantat entscheiden soll und dass ich mit „zu viel“ definitiv besser klar käme als mit „zu wenig“. In seiner unverwechselbaren ruhigen Art sagt er: „Ich weiß, Sie möchten eine große Brust haben.“ Diese Aussage beruhigt mich komplett und ich kann mich dahingehend wirklich endgültig entspannen. Stichwort Grundvertrauen!

Starke Schmerzmittel gehören bei der Brustvergrößerung dazu

Bevor er sich mit den Worten „Ich ziehe mich jetzt um. Sie werden gleich abgeholt und dann sehen wir uns im OP“ verabschiedet, drückt er mir eine kleine, runde, einzeln verpackte Tablette in die Hand und sagt: „Die nehmen Sie heute Abend eine halbe Stunde vorm Schlafengehen..“ – als er weg ist habe ich noch Zeit, mich schnell mit diesem kleinen Geschenk zu beschäftigen und stelle fest, dass es sich dabei um Tilidin handelt. Wikipedia verrät mir, dass dies ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide ist. Auf der einen Seite beruhigt mich diese kleine Tablette in der Hinterhand sehr, auf der anderen verschafft sie mir aber auch noch mehr Respekt vor dem Bevorstehenden – habe ich doch bereits Novalgin und Ibuprofen gemäß Medikamentenplan besorgt und zu Hause bereitgelegt.

Die gute Stimmung im OP färbt ab!

Weiter komme ich nicht mit Nachdenken, denn schon holt mich die Anästhesistin ab und bringt mich in den OP Saal. Dort ist es unfassbar kalt und es befinden sich bereits 4 Leute mitten in den Vorbereitungen für den Eingriff. Das alles ist kein großes Problem für mich. Ich wurde schon ein paar Mal operiert und bewundere jedes Mal die gute Stimmung unter den Menschen, die in diesem Umfeld arbeiten. Egal in welcher Klinik oder zu welchen Anlass ich bisher operiert wurde – immer waren alle die im OP arbeiten gut gelaunt und super nett. In meinem nächsten Leben werde ich definitiv OP-Schwester oder Anästhesistin…allein schon wegen der netten Kollegen 😊

Meine Arme werden seitlich auf Stützen gelegt und mit Stoff eingewickelt, damit ich nicht zu stark auskühle während der ca 3 stündigen OP und ich bekomme Sauerstoff über eine Maske. Das letzte woran ich mich erinnern kann ist wie die Anästhesistin mir eine weiße Flüssigkeit in den Zugang spritzt – Propophol -und sagt: das drückt jetzt vielleicht ein bisschen im Arm. Den Druck merke ich noch, danach bin ich weg.

Brustvergrößerung vorher nachher: Wie nach einem Vollrausch….

Als ich aufwache liege ich wieder in der Kabine in der die OP Vorbereitung gemacht wurde und eine Schwester fragt mich, ob es mir gut geht. Das kann ich definitiv bejahen und frage als nächstes, ob mein Mann schon da sei. Er säße im Warteraum sagt sie, ich dürfe gleich zu ihm gehen. Was mich am meisten beschäftigt ist: wie viel Gramm pro Seite hat der Chirurg eingesetzt? Ich frage die Schwester ob sie das weiß und sie liest irgendwo „425g“ ab. Ok denke ich…die hat keine Ahnung…das kann ja nicht sein….muss morgen mal den Arzt fragen bei der Kontrolle.

An den weiteren Verlauf bis nach Hause kann ich mich nicht mehr richtig erinnern. Man kann sich das vorstellen wie nach einem Vollrausch. Ich war zwar dabei und kriege alles auch noch schemenhaft zusammen, aber ich war so vollgepumpt mit Schmerzmitteln, dass ich im Grunde nichts mehr weiß. Mein Mann sagt, ich habe ihm während der Autofahrt immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Zu Hause angekommen habe ich den restlichen Abend auf dem Sofa verbracht, mit Bettwäsche eingepackt und mit großen Kühlpacks auf den Brüsten und habe meiner Schwester – die da war um mich mit den Kindern in den ersten Tagen nach der OP zu unterstützen – und meinem Mann beim Rotwein trinken zuzuschauen 😊 Nach Rotwein war mir zwar nicht, aber es ging mir auch nicht schlecht.

So ging es mir nach der Brust OP: Alles nur in Rückenlage!

Ich konnte mich normal unterhalten und war die ganze Zeit wach. Gegen 22 Uhr sind wir ins Bett gegangen, die Tilidin und eine erste Ladung Ibu und Novalgin an Bord. Angenehm war die Nacht trotzdem nicht. Man kann nach einer Brust-OP nur auf dem Rücken liegen weil die Seitenlage schlecht für den Sitz der Implantate und viel zu schmerzhaft ist, der Kompressions BH (Spezial-BH, der die Brust stützt, Schwellungen lindert und die Implantate fixiert) und der Stuttgarter Gürtel (ein straff oberhalb der Brust sitzender Brustgurt, der die Implantate stabilisiert und ein Hochrutschen verhindert) sind anfangs unglaublich einengend, erschweren das Atmen und sind insgesamt zwar effektiv und in meinen Augen unabdingbar, aber sehr unangenehm.

Meine Brustvergrößerung: Wie lange ist die Regenerationszeit?

Als gegen 3 Uhr dann unsere 2,5 Jährige Tochter in unser Bett gewandert kam, bin ich aus Sicherheitsgründen dann doch nach unten auf die Couch umgezogen und habe dort abwechselnd fern gesehen und ein bisschen geschlafen. Dieser Gesamtzustand zog sich etwa die ersten 2-3 Tage bzw. Nächte. Vor allem nachts ist es wirklich unangenehm. Weil man nicht gut liegen kann und Zeit hat sich auf den Schmerz zu konzentrieren. Alles ist geschwollen, inkl. Bauch und Oberarmen. Man ist in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, weil man a) Schmerzen hat und b) komplett eingeschnürt ist und man ist eben einfach nicht belastbar.

Die ersten 3 Nächte habe ich überwiegend wach und auf der Couch verbracht. Trotzdem bin ich zb. am Morgen nach der OP relativ fit zu dem Kontrolltermin beim Arzt gefahren und ich konnte am 3. Tag nach der OP durch den Ort in die Kirche laufen um dort ca 1 Stunde den Kindergottesdienst anzuschauen, bei dem mein Sohn mitgewirkt hat.

Wichtig: Hilfe holen für die Zeit danach!

Natürlich war das sehr anstrengend und teilweise schmerzhaft, aber ich glaube nicht, dass man mir von außen angesehen hat, dass ich einen solchen Eingriff hinter mir habe. Also es ist definitiv ein Ritt und man muss sich mit 2 kleinen Kindern zu Hause schon sehr zusammenreißen und ohne fremde Hilfe, wenigstens für die ersten 2-3 Tage post OP, halte ich es nicht für machbar. Aber man kann sowas (mit den richtigen Schmerzmitteln) schaffen, ohne vor Schmerzen zu vergehen. Der Körper gewöhnt sich an die ständige Enge des BH´s und des Gurtes und der Allgemeinzustand verbessert sich täglich. Bis alle Pflaster und Fäden verschwunden sind, die gröbste Schwellung und auch der Schmerz endgültig nachgelassen hat, sind in meinem Fall ca. 2 Wochen vergangen.

Ab diesem Zeitpunkt konnte ich schon langsam wieder auf der Seite schlafen, im Notfall mal ein Kind halten/heben, und kam ohne Schmerzmittel aus. Den Stuttgarter Gürtel habe ich 4 Wochen getragen, den Kompressions-BH 6 Wochen Tag und Nacht und dann nochmal 2 Wochen nur nachts. Die OP ist heute knapp 3 Monate her (das endgültige Ergebnis kann bis zu 6 Monate dauern) und ich kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass ich mehr als froh bin, es gemacht zu haben. Natürlich ist es viel Geld…von einem hohen 4-stelligen Betrag muss man in einem Fall wie meinem ausgehen, rechnet man alle Zusatzkosten wie Wäsche, Hilfsmittel und Medikamente mit ein.

Meine Erfahrungen mit der Brustvergrößerung: Würde ich es wieder tun?

Und es tut schon wirklich weh! Ich bin kein schmerzempflindlicher Mensch und wirklich hart im Nehmen. Zum Vergleich: ich bin nach beiden Kaiserschnitten bei meinen Kindern, 3 Tage später nach Hause gegangen, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber das hier ist einfach eine andere Hausummer. Nah am Kopf, und wahrscheinlich auch mit recht starker Gewalteinwirkung, betrachtet man die Tatsache, dass die Implantate ja irgendwie unter den Muskel kommen müssen. Ich weiß von Frauen, die kein Novalgin verschrieben bekommen haben und muss sagen, dass ich es mir ohne nur sehr schwer aushaltbar vorstelle.

Die 2 Wochen Regenerationszeit die ich gebraucht habe sind meines Erachtens nach auch wirklich notwendig, gerade wenn man danach wieder arbeiten muss und vielleicht keinen Bürojob hat. Wie beschrieben, als Mutter kleiner Kinder ist ein solcher Eingriff ohne ständige Hilfe in den Tagen nach der OP nicht machbar. Es erfordert also einiges an finanziellen Mitteln, Biss und Organisation.

Ich bin so glücklich mit meiner neuen Brust!

Aber aus meiner Sicht lohnt es sich. Das Endergebnis entschädigt für alles. Meine Proportionen stimmen jetzt wieder, ich fühle mich super wohl – egal ob nackt, in Bikini oder Unterwäsche. Mein Dekolleté ist wieder da und ich bin einfach super glücklich mit mehr Weiblichkeit und einem, meinem Alter entsprechenden, Körpergefühl. Und es sind tatsächlich 425g pro Seite geworden – die Schwester hatte sich also doch nicht geirrt. Mein Arzt hat diese Entscheidung im OP spontan getroffen und ich bin ihm dafür so dankbar. Die Größe meiner Brust passt wunderbar zu meinem Körper und ich fühle mich damit sehr wohl. Es sieht alles ganz natürlich aus, obwohl die Narben noch gerötet sind. Aber die werden quasi fast verschwinden und was bleibt ist eine weiche, weibliche, natürlich aussehende Brust mit Unterbrustfalte – wie bei größeren natürlichen Brüsten auch.

Deshalb kann ich zum Abschluss nur nochmal raten, bei der Wahl des Operateurs auf dessen Ausbildung und Werdegang und seine Kompetenz und Weiterempfehlungsrate zu achten, sich Vorher Nachher Ergebnisse von Brustvergrößerungen auf Bildern zeigen zu lassen, auf sein Bauchgefühl zu hören wenn es um die Zwischenmenschlichkeit geht und OP Methode und den Implantathersteller zu hinterfragen. Eine Brust-OP und viel mehr deren Endergebnis hängt nicht von einem günstigen Preis, sondern von der Wahl des richtigen Chirurgen ab.

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