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#entschiedengegenkrebs: Wie können wir uns gegen HPV schützen?

20. Oktober 2020

(Anzeige) Als Eltern steht für uns die Gesundheit unserer Kinder an erster Stelle. Jahrelang haben wir uns beispielsweise mit dem Thema Allergien beschäftigt und in diesem Thema wurde ich “Expertin”. Einmal im Monat zum Kinderarzt und die Hypo-Spritze, das gehörte einfach schon zum Alltag. Wenn man sich auf ein gesundheitliches Thema fokussiert, kann man schon mal andere Dinge ausblenden. Fast wäre mir das Thema HPV Infektion “durchgerutscht”, bis eine Freundin von mir davon sprach….

Meine Freundin ist auch Mutter und hat eine 14jährige Tochter. Sie hat sich gemeinsam mit ihrer Tochter für eine HPV-Impfung entschieden. Zunächst war ich unsicher, ob das denn für unseren gleichaltrigen Jungen auch notwendig ist. Wie so viele andere hatte ich beim Thema HPV nur das Thema Gebärmutterhalskrebs auf dem Schirm. Warum dann also auch für Jungen? Nach meiner Meinung sollte man sich bei allen gesundheitlichen Maßnahmen (und dazu gehören natürlich auch Impfungen) gründlich vorab bei Ärzten informieren und die Entscheidung abwägen. Wir haben ein ausführliches Gespräch bei unserem Kinderarzt geführt, übrigens zusammen mit dem Kind. Zusätzlich habe ich mit meiner Frauenärztin nochmal darüber gesprochen, die mir nochmal bestätigt hat, dass die Impfung auch für Jungen sehr sinnvoll ist. So fühlte ich mich dann wirklich gut beraten und informiert, um eine Entscheidung zur HPV Impfung zu treffen.

Was ist das HP Virus und wie kann man sich schützen?

HP-Viren (Humane Papillomviren) sind weit verbreitet, fast jeder Mensch steckt sich im Laufe seines Lebens damit an. Die Viren gelangen über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper, vor allem über Intimkontakt. Eine HPV-Infektion verläuft anfangs häufig unbemerkt, da man zunächst keine Beschwerden bei sich feststellt. Meistens heilt die Infektion auch binnen eines Jahres wieder ab. Besteht sie aber länger, können Zellververänderungen an den Schleimhäuten oder an der Haut auftreten. Im schlimmsten Fall können HP-Viren bestimmte Krebsarten wie z.B. Gebärmutterhalskrebs, Scheidenkrebs oder Analkrebs verursachen.

Die Initiative #entschiedengegenkrebs klärt über diese Thematik auf.  Zu den wichtigsten Maßnahmen für einen Schutz gehört dabei die Impfung gegen HPV. Die STIKO (Ständige Impfkommission) am Robert-Koch-Institut empfiehlt übrigens eine HPV-Impfung ab dem 9. Lebensjahr für Mädchen UND Jungen. Warum? Wenn man früher impft, sind nur zwei Impfungen notwendig und das Immunsystem reagiert besser.

HPV Impfung auch für Jungen?

Aufgrund der Gefahr von Gebärmutterhalskrebs war bisher hauptsächlich die HPV-Impfung nur für Mädchen bekannt, aber auch Jungen können aufgrund einer Infektion an Genitalwarzen oder bestimmten HPV-bedingten Krebsarten wie z.B. Analkrebs erkranken. Es ist wichtig zu betonen, dass Frauen wie Männer das Virus übertragen und auch erkranken können! Die Kosten für die Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, die Impfstoffe sind für beide Geschlechter die gleichen .

Ich habe die Ärztin Dr. med. Patricia Aden vom HPV-Frauennetzwerk zum Thema HPV-Impfung interviewt.

Interview mit Dr. Aden zur HPV Impfung

Warum ist es so wichtig, dass man die HPV-Impfung ab dem 9. Geburtstag durchführt?

Für jede Impfung ist ein Zeitraum vorgesehen, in dem sie vorzugsweise durchgeführt werden soll. Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung im Alter von 9 – 14 Jahren und die Nachholimpfung bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag. Was spricht dagegen, sein Kind gleich mit 9 Jahren impfen zu lassen? Dann vergisst man es nicht, das Kind geht noch regelmäßig zu seinem Kinderarzt und ist an Impfungen gewöhnt. Außerdem kann man in diesem Alter davon ausgehen, dass das Kind wahrscheinlich noch keinen Kontakt mit HPV hatte.

Aber es gibt noch ein Argument: Je jünger das Kind bei der Impfung ist, desto besser reagiert das Immunsystem und das Kind benötigt bis zum 15. Geburtstag nur 2 statt 3 Impfungen.

Warum sollte man gerade auch Jungen impfen lassen?

Jungen sind wie Mädchen Überträger von humanen Papillomviren (HPV), sie können aber auch selbst an bestimmten HPV-Infektionen erkranken. HPV kann bei Männern bestimmte Tumore z.B. im Bereich des Darmausgangs hervorrufen, die allerdings relativ selten sind. Viel häufiger sind Feigwarzen, eine sehr unschöne und schwer zu behandelnden Wucherungen im Genitalbereich. Aber auch die Übertragung von Humanen Papillomviren beim Geschlechtsverkehr sollte vermieden werden, weil sie bei der Frau unter anderem zu Gebärmutterhalskrebs führen kann.

Vor welchen Erkrankungen kann die HPV-Impfung schützen?

Bei beiden Geschlechtern kann die Impfung je nach HPV-Impfstoff vor den gutartigen, aber unangenehmen Feigwarzen (Kondylomen) und vor Analkrebs schützen. Frauen kann man außerdem Gebärmutterhalskrebs und Scheiden- und Schamlippenkrebs und deren Vorstufen vorbeugen.

Wie sicher ist die Impfung? Mit welchen Nebenwirkungen kann man rechnen?

Die HPV-Impfung ist in der Regel gut verträglich und wird von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen und national sowie international überwacht. 270 Millionen Impfdosen wurden bisher weltweit verabreicht. Wie bei jeder Impfung kann es Nebenwirkungen geben: z. B. Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle. Manchmal kann es auch zu einer Temperaturerhöhung, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit kommen. Deshalb sollte man sich nach der Impfung schonen, die Nebenwirkungen gehen in der Regel schnell vorbei.

Was sind die häufigsten Bedenken von Eltern bzgl. der HPV-Impfung? Was raten Sie dann?

Es gibt immer allgemeine Bedenken gegenüber Impfungen: Sind sie überhaupt nötig, und gibt es Nebenwirkungen?

Ein Blick auf die Zahlen gibt die Antwort: Jährlich erkranken in Deutschland ca. 7850 Frauen und Männer an Krebs, der durch bestimmte HPV-Typen verursacht wurde. Durch eine Impfung kann bestimmten HPV-bedingten Krebserkrankungen und deren Vorstufen  vorgebeugt werden.

Manche Eltern denken, dass eine Impfung gegen HPV die Kinder „fit für den Sex“ macht.

Meine Antwort: Wenn man früh impft, ist man zeitlich noch entfernt von der Pubertät. Früher oder später allerdings lässt sich Thema Sexualität nicht mehr umgehen. Da kann es für Kinder sehr hilfreich sein, wenn sie erfahren, dass ihre Eltern sie für diese Lebensphase vorbereiten.

Kann man sich auch ohne Impfung gegen humane Papillomviren schützen?

Allgemein gilt, dass bei sexuell übertragbaren Krankheiten das Risiko steigt, wenn es häufige Sexualkontakte und wechselnde Partner gibt. Insofern kann sexuelle Enthaltsamkeit ein Schutz sein  Selbst wenn man seinem Kind diesen Rat gibt, ist es doch nicht sicher, dass es ihn befolgt. Das Leben ist lang und wechselhaft, da kann viel passieren. Auch im Sexualleben gilt es, vermeidbare Risiken zu vermeiden, so können auch Kondome nur einen begrenzten, aber nicht sicheren Schutz bieten.

Eine Übertragung auf nicht-sexuellem Weg ist ebenso möglich, kommt aber eher selten vor.

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist hier die Impfung.

Danke, Frau Dr. Aden für das Gespräch!

Ich persönlich finde es wichtig, sich fundiert und ausführlich vor einer Impfung zu informieren. Nur so kann man als Eltern individuell abwägen und sachlich entscheiden, was man unternehmen möchte.

 

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2 Kommentare

  • Reply Patricia 20. Oktober 2020 at 8:02 am

    Hallo Nina,

    ich habe mich auch relativ ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt und bin irgendwie nicht wirklich überzeugt.

    https://www.moms-blog.de/vorteile-nachteile-hpv-impfung-maedchen-jungen/

    Liebe Grüße,

    Patricia

    • Reply Frau Mutter 27. Oktober 2020 at 9:23 am

      Hallo Patricia,
      wie im Beitrag beschrieben, habe ich mich ausführlich damit beschäftigt und mich bei Kinderarzt und Frauenärztin informiert. Wir fühlen uns gut mit der Entscheidung, das muss aber jeder für sich individuell entscheiden. LG Nina

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