Leben mit Kindern

Mental Load: Der Lärm in Mamas Kopf

9. April 2019

Der Mental Load einer Mutter wird nicht besser, das ist “nicht nur eine Phase” und es wird auch nicht besser, wenn die Kinder größer werden. Für mich bedeutet eine Hilfe oft, dass ich 5 grade sein lasse. Bei allen Bällen, die man in der Luft hat, fallen manchmal welche runter. Ich vergesse was, mein Mann auch, die Kinder sowieso und so ist das dann eben. Trotzdem belastet das “an alles denken müssen” sehr. Meine Gastautorin Claudia beschreibt, wie es ihr damit geht.

Mental Load: Immer an alles denken müssen

Manchmal ist es um uns herum so dermaßen laut, dass wir uns selber nicht mehr denken hören können. Damit meine ich nicht den Straßenlärm oder Kindergeschrei, nein, das ist mehr so der Lärm, der im Kopf stattfindet. Kennt ihr das? Ich hab das Gefühl, es streiten sich „ICH MUSS NOCH DAS“ mit „OH GOTT HAB ICH SCHON JENES?“ darum, wer lauter ist und dann sind da noch die „ICH HÄTTE LÄNGST“, „WIE SCHAFF ICH DAS ZEITLICH“ und „WIE SIEHTS HIER WIEDER AUS“…. Die Liste ist schier unendlich.


In meinem Fall ist die „Challenge“ wie man das heute sicher nennt, der Alltag mit Hund, der großen Liebe an meiner Seite, vier Kindern, dem dazugehörigen 6-Personenhaushalt, und natürlich die Arbeit unter einen Hut zu bringen, was ja heutzutage schon gar kein Aufreger mehr ist, ist doch „normal“. Supereasy um genau zu sein. Lustigerweise geht es auch immer irgendwie, funktionieren haben wir irgendwann gelernt und trotzdem kommt dann der Moment in dem alles in meinem Kopf durcheinander brüllt.

Kann man als Mama in Teilzeit auch Burn-Out bekommen?

Weil ich nicht weiß wann wir mit den Kindern lernen sollen, wenn sie doch zweimal die Woche zum Sport gehen oder wir wieder abwechselnd lang arbeiten müssen und erst gegen 21.00 Uhr Zeit wäre, etwas zu tun. Weil ich nicht weiß, wann diese entspannenden Spaziergänge mit dem Hund stattfinden sollen, ohne auf die Uhr zu schauen und zu hoffen, dass er recht bald sein Geschäft macht damit wir wieder nach Hause können wo der Geschirrspüler darauf wartet ausgeräumt zu werden und die Wäsche sich ja auch schon seit drei Tagen im Keller auf der Leine langweilt…. Kann man eigentlich als Hausfrau und Teilzeitbeschäftigte auch ein Burn-Out kriegen? Gute Frage.

Wo bitte soll ich mir denn eine Auszeit hernehmen???

Wir sind doch auch sowas wie Manager, Familienmanager mit Hausfrauenkoller. Ah ja, so nennt man das bei uns. Geht man zum Arzt und erklärt ihm die Symptome dann hört man im besten Fall: „Sie sollten sich mal eine Auszeit gönnen, kleine Inseln der Ruhe im Alltag einbauen, mal was anderes machen, mal was für sie selber!“ Gut, dazu muss ich jetzt nicht unbedingt was sagen, oder…? Da sprießen ja sofort schon wieder die Stresspickel wenn ich anfange zu überlegen wann zum Kuckuck ich DAS nun wieder in den Kalender einschieben soll! So geht es also nicht.

Ich wünsche mir doch nur ein harmonisches Familienleben….

Versuchen wir es mal mit fokussieren. Auf die Dinge, die uns wirklich wichtig sind. Wären. Ist ja auch so ein beliebter Coaching-Tipp. Also gut. Mir ist wichtig, ein liebevoller, verständnisvoller Umgang mit meiner Familie, Zeit zuzuhören, Kuscheleinheiten wären fein und ein gemütliches zu Hause, in dem sich alle wohl fühlen. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre das sicher, dass alle aufeinander achten, sich gegenseitig helfen, tolerant sind den Fehlern der anderen gegenüber und sich jeder geliebt und geborgen fühlt. Mich selber eingeschlossen.

Ich wünschte mir, Zeit mit meiner Frau verbringen zu können ohne schlechtes Gewissen, weil es eigentlich so viel zu tun gibt. Romantische Stunden zu zweit, friedliche Spieleabende mit den Kindern, ausgedehnte Spaziergänge alle zusammen mit dem Hund, lebhafte Diskussionen am gemeinsamen Abendbrottisch…. Geordnete Stille im Kopf.

Haben wir zu hohe Ansprüche?

Vielleicht sind die Ansprüche einfach zu hoch. Die Bilderbuchfamilie, in der alles reibungslos läuft, ist doch ein Märchen. Um dem Ziel zumindest verdammt nah zu kommen muss man daran arbeiten, Kompromisse eingehen, Nerven behalten und auch mal komplett verlieren dürfen und vor allem….Niemals aufgeben. Da ist jeder gefragt, mal mehr, mal weniger und das alles funktioniert nur auf der Basis der bedingungslosen Liebe, die man vor allem den Kindern immer großzügig vorschießen muss. Es gibt immer was zu schimpfen, zu streiten oder sich uneinig zu sein und es gibt keine Bedienungsanleitung fürs Leben, man muss man wohl oder über frei nach Gefühl gehen. Trial and Error….

 

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1 Kommentar

  • Reply Carla 10. April 2019 at 10:24 am

    Toller Gastartikel! Es schildert super den Alltag eines Elternteils. Die Belohnung am Ende ist aber das Glück der Kinder und daran sollten wir ständig denken!
    Beste Grüße

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