Erfahrungen

Darf man mit seinen Kindern angeben? Die 10 nervigsten Sätze

19. Juni 2014

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Angebende Eltern. Ein anstrengendes Thema. Wir sind alle stolz auf unsere Kinder und wollen von ihren kleinen und grossen Meilensteinen erzählen. Und nicht nur Oma und Tante, sondern oft auch auf Facebook, twitter und Co. Wenige Eltern sind ganz frei davon. Und ist es nicht auch ermutigend für das Kind, wenn man von den tollen Schwimmleistungen des Sohnes in seiner Anwesenheit erzählt? Oder ist das peinlich? Manchmal kann ich auch nicht an mich halten, das ist klar. Man darf auch mal stolz sein auf das was man kann und ist. Aber andauernd Gewinner-Geschichten nerven ja jedes Gegenüber. Ich habe drei Jahre in Schweden gelebt und dort gibt es eine richtige Kultur der Bescheidenheit. Prahle nicht, das setzt Deine Mitmenschen herab. Denke nicht, dass Du etwas Besonderes bist, tu einfach Deine Arbeit. Das war manchmal etwas schwer für mich zu verstehen, denn ich habe Wurzeln und Familie in den USA, wo es ja darum geht, die persönliche Leistung möglichst optimal zu vermarkten. Nun denke ich, dass Beides richtig ist.

Es ist für mich persönlich wichtig, zu seinen Schwächen zu stehen. Das kann ich gut, dies ist meine Stärke, aber hier und dort muss ich leider passen. Es ist befreiend, wenn man das einfach mal so feststellt und nicht mehr versucht, irgendetwas zu vertuschen. An beidem, am Talent und an den Schwächen sollte man arbeiten, das versuche ich meinen Kindern mitzugeben. Freude und auch Stolz darüber, was einem leicht gelingt, muss aber auch erlaubt sein.

Andauerndes Geprahle macht allerdings mürbe. Eigentlich nerven uns ja die Angeber-Sätze der anderen Eltern auch am meisten, die wir am allerwenigsten von unseren Kindern sagen können. Hier meine Auswahl der zehn nervigsten Angeber-Sätze:

1. “Er kann sich ja Stunden mit sich selbst beschäftigen!” (im Pekip-Kurs)

2. “Der Rechenschieber ist ihr liebstes Spielzeug.” (in der Warteschlange für die Elterngespräche in der Schule)

3. “Er ist einfach ein beliebtes Kind. Und schön ist er! Mindestens einmal in der Woche bekommt er einen Liebesbrief” (moi)

4. “Ich spreche ja nur Englisch, aber meiner Tochter fliegt Mandarin ja förmlich zu.” (Tag der offenen Tür in der Privatschule)

5. “Morgens lassen uns die Kinder ausschlafen, sie üben einfach bis 10 Uhr ein bisschen Cello.” (in Berlin-Zehlendorf)

6. “Er erkennt alle Automarken.” ( Mutter 1 zu Mutter 2 beim Kinderwagen Spaziergang mit zwei Einjährigen)

7. “Irgendwie hat er schon einen total guten Sneaker-Geschmack.” (in Berlin-Mitte)

8. “Das altsprachliche Gymnasium ist einfach eine Familientradition.” (in Berlin-Zehlendorf)

9. “Meine Kinder sind ja ein Herz und eine Seele.” (auf dem Spielplatz)

10. “Er hat im Apgar-Test wirklich bombig abgeschnitten.” (Bei der U3-Untersuchung im Wartezimmer des Kinderarztes)

Fallen Euch auch noch ein paar Sätze ein? Dann nur her damit!

Foto: © Peter Franz/Pixelio.de

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14 Kommentare

  • Reply Martine 19. Juni 2014 at 10:43 am

    Schuldig an 1 und an 5, mit dem klitzekleinen Unterschied dass er Fernseher guckt statt Cello übt! 🙂

  • Reply Paula "Mami COOL" 19. Juni 2014 at 11:05 am

    Huch. Und ich dachte, ich wäre die einzige komische Nudel, die vom Apgar-Test des Sohnes schwärmt 😉 Gut, dass es noch andere Apgar-Helden gibt.
    Der eine meiner Zwillinge hatte übrigens Höchstnote, obwohl acht Wochen vor Termin geboren, der andere gurkte irgendwo im Mittelfeld herum und bekam prompt eine Atemmaske verpasst.

    Manchmal möchte jeder ein bisschen stolz sein. Aber ewige Angeberei nervt mich auch.
    LG Paula

  • Reply Rike 19. Juni 2014 at 2:04 pm

    Ich prahle nicht! Niemals! Ich habe wunderschöne, hochintelligente, superdupertalentierte Wunderkinder! Da kannste nicht dagegen machen, gute Gene wahrscheinlich 😉

    PS. Ansonsten seeeehr <3lich gelacht, Nina! Wenn mir so jemand begegnet, sage ich immer: "Ach wirklich? Und ich dachte, das sei vollkommen normal und alterstypisch?!"

  • Reply Frau Mutter 19. Juni 2014 at 2:35 pm

    @Paula: jaaa, unsere Apgar-Tetst waren auch superst;)
    @martine: Danke für den Tipp!

  • Reply Frau Mutter 19. Juni 2014 at 2:37 pm

    Hallo Rike,
    interessante Antwort. Viele Grüsse Nina

  • Reply Marie 19. Juni 2014 at 8:41 pm

    *bruharhar*

    1.) Die Livia hat einen Sitz, das ist unglaublich!!!
    (Vierjährige nach der ersten Reitstunde)
    2.) Der James-Bob hat einen Abschlag, da würdest du staunen
    (siebenjähriger Golfer im Anfangsstadium)
    3.) Die Livia (damals noch dreijährig) spielt schon bei den Großen Fußball, weil sie so geschickt ist.
    4.) Der James-Bob hat direkt nach dem Seepferdchen sein Silberabzeichen geholt. Nächstes Jahr soll er den DLRG-Schein machen, sagt sein Trainer.

    Ich bin nicht unfroh, dass ich diese Mutter nicht mehr treffe…letztes update: Der James-Bob hat jetzt (!!!) ADHS.

    Ich glaub, ich les hier öfter rein. Das sind ja lustige Themen 🙂

    LG,
    Marie

    • Reply Cindy 20. Juni 2014 at 2:39 pm

      Lol James – Bob ist aber auch ein gruseliger Name.

  • Reply anika keller 19. Juni 2014 at 11:16 pm

    Ha…gott war ich stolz! Mit 2 konnte er lidl und edeka lesen!….
    Bis ich gemerkt habe,das er die reklameschilder aus der tv werbung erkannt hat!
    Jetzt ist er 7 , in der ersten Klasse und gerade beim lesen haperts! Man redet sich immer alles so schön!!!

  • Reply Marla 20. Juni 2014 at 12:25 pm

    Neulich habe ich eine Mutter mit ihrer einjährigen Tochter getroffen. Unsere Kinder waren die ersten Monate in der selben krabbelgruppe. Mutter und Tochter sehen sich optisch wirklich ähnlich, was ich ihr staunend entgegen brachte. Ihre Antwort war: Ja sieh sieht aus wie ich und wird jeden Tag NOCH viel schöner!

  • Reply Bjanka 20. Juni 2014 at 1:36 pm

    Neben mir kaufte eine Frau beim Metzger ein und sagte: Meine Tochter hat von Anfang an jede Nacht durch geschlafen…. ich fragte dann nur, ob ihr Wunderkind denn nie krank war oder gezahnt hat. Dann war sie ruhig….. es gibt Leute, die belügen sich selber.

  • Reply elke 20. Juni 2014 at 8:02 pm

    Oh mein Gott,gibt es wirklich solche Eltern? Ich bin froh,dass meine Kinder erwachsen sind und ich solche Auswüchse damals nicht erlebt habe.Natürlich darf man stolz sein und sich freuen so wie jetzt über meine Enkelkinder wenn sie das erste Mal Oma sagen oder ihre ersten Schritte machen.Kinder und Enkelkinder sind das wunderbarste auf der Welt, aber solche Profilneurosen wie sie scheinbar diese Eltern haben gehen dann doch viel zu weit.

  • Reply Marion 20. Juni 2014 at 8:50 pm

    Herrlich 😉 kommt mir das ein oder andere bekannt vor 😉
    Klar darf man bzw muss man immer stolz sein auf seine Kinder!! Aber man muss ja nicht alles mit jedem teilen… Gruselig diese “Tagebücher” der Kinder auf Facebook & Co!!

    … Aber ich würde beim 2ten Kind zB den PEKiP Kurs meiden…
    Dieses darstellen und vergleichen ist auf Dauer zu anstrengend!

  • Reply Kathrin 20. Juni 2014 at 9:15 pm

    Hahahahahahaha! Sehr gut

  • Reply Isabella 21. Juni 2014 at 9:21 am

    Es ist doch wie in anderen Lebenssituationen auch, wer am meisten prahlt, will in Wirklichkeit etwas anderes verdrängen/verbergen.
    Stolz sein darf man, aber man sollte trotzdem auch zu den “Macken“ stehen. Denn Wunderkinder, ganz ohne schwierige Phasen, hat niemand.
    Aber diese überstolzen Mamas übergehen das dann mit Sätzen wie z.B. “mein Kind ist hochbegabt und gerade unterfordert. Deshalb rastet es gerade so aus“.
    Alles klar, nur die Hochbegabung wurde nie wirklich getestet…
    Liebe Grüße, Isabella

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