Eltern Interviews

Ist die Pubertät lustig?: “Erstmal sollten Eltern über sich selbst lachen”

27. August 2018

Ist die Pubertät lustig und sollte man eigentlich Witze über die Kinder machen? Klar, mit Humor geht vieles besser und Eltern müssen manchmal auch Dampf ablassen dürfen. Dennoch ist diese Zeit eine hochemotionale Phase für unsere Kinder (die bald keine mehr sind). Verständnisvoll bleiben, geduldig und vor allem immer im Gespräch- das ist gar nicht so einfach. Man erinnere sich nur mal an die eigene Pubertät. Ich spreche heute mit Autor und Comedian Matthias Jung, der “Chill mal- Am Ende der Geduld ist noch so viel Pubertät übrig” geschrieben hat, ein humorvoller aber dennoch informativer Ratgeber für Eltern.

Warum ist die Pubertät so anstrengend für Eltern? Warum können sich viele von uns nicht “chillen”, wenn es um unsere Pubertiere geht?

Die Teenager verändern sich – sie gehen ihren Weg vom Kind sein hin zum Erwachsenen. Und das ist mit viel Ausprobieren und Austesten verbunden.Denn sie wissen ja nicht, wer sie sind und das gilt es herauszufinden. Dieser Prozess ist sehr anstrengend für uns, da wir ja von unserem Kind einfach Anderes gewohnt waren. Hinzu kommt die Erwartungshaltung. Klassiker ist da mit Sicherheit die Leistung in der Schule. Aber auch an die Ferien haben Eltern Erwartungen: “30 Grad draussen! Er sitzt nur in der Bude und ist am Zocken!

Das kann doch keinen Spaß machen!” Doch! Es macht ihm Spaß. Mir hat das früher auch Spaß gemacht. Hier rate ich immer wieder hinzugehen und ihm andere Vorschläge zu unterbreiten. Er wird zehnmal “Nein” sagen, aber vielleicht macht er es doch irgendwann. Ein Teenager ist immer für Überraschungen gut!

Die eigene Pubertät ist ja gar nicht sooo lange her bei uns- warum fällt es so schwer, das eigene Kind in dieser Zeit wirklich zu verstehen?

Er verändert sich, er verschwindet in einem emotionalen Nebel und wir können sein Verhalten nicht begreifen. Aber ganz ehrlich: Haben unsere Eltern das begriffen?

Ist es eigentlich okay, wenn man Witze über Pubertät der Kinder macht? 

Humor ist immer ein Ventil für uns, Sachen gewissermassen besser zu verarbeiten. Und bei meinen Veranstaltungen merken die Eltern oft, dass sie nicht allein sind, sondern dass es vielen Familien so geht. Nebenbei bemerkt: Ich glaube, dass ich auch sehr viele Witze über die Eltern mache. Dann können die Teenager lachen. Ein wunderbares Gleichgewicht mit dem die ganze Familie sehr gut leben und sehr gut lachen kann.

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Ihre drei Tipps, um mit pubertierenden Kindern weiterhin in Beziehung zu bleiben!

1. Gespräche
2. Gespräche
3. Aber nicht zu sehr nerven!

Natürlich ist die emotionale Abkoppelung in dieser Phase wichtig und richtig- sie tut nur so weh. Was raten sie Eltern, die sich ihr kuscheliges, liebes Kind zurück wünschen?

Alte Familienfotos anschauen 😉 Ich weiß! Das tut bestimmt weh, aber versprochen, Sie bekommen ja einen ganz tollen Erwachsenen zurück, der bestimmt auch nochmal kuscheln kommt bzw. die Mutti umarmen und herzen mag. Und Sie waren bei dem Prozess dabei. Eine anstrengende, aber auch wunderbare Erfahrung!

In dieser Zeit wird regelmäßig viel Mist von den Kindern gebaut. Wie kann man als Eltern die Balance finden zwischen Autorität und “machen lassen” (wenn sie sturzbetrunken heimkommen beispielsweise)

Ich kann dem “Laissez-faire”-Stil als Erziehungsstil überhaupt nichts abgewinnen. Ein Erwachsener sollte immer seine Meinung sagen dürfen. Dies nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe, aber stets mit klarer Kante! Das bietet dem Teenager Orientierung.

Bei zu scharfen Zurechtweisungen, Strafen etc. wird der Teenager eh komplett “dicht machen”. Man erreicht da oft das Gegenteil mit einem “Jetzt-erst-Recht-Gefühl!” Denn nichts ist Schlimmer für einen Teenager als Fremdbestimmung. Sie wollen und müssen auch lernen ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Letztlich probiert er in der Pubertät alles aus, auch beim Thema Alkohol. Oft ist ein “Mega Kater” nach zu viel Alkoholgenuss ein besserer Ratgeber als Muttis 60minütige Standpauke. Hier weise ich oft auf die Erfahrungen aus der eigenen Pubertät hin.

Fotos: Das bin ich in meiner total lustigen Pubertät! Foto Matthis Jung: © Christoph Hirse

Lieber Matthias Jung, danke für die Denkanstösse!

 

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1 Kommentar

  • Reply Tine 27. August 2018 at 1:58 pm

    oh ja… das wird bestimmt lustig werden. Wir sind in der “Vorpubertät” :-). Gechillt zu bleiben ist da nicht immer leicht. Wird bestimmt eine sehr spannende Phase. Das Buch werde ich auf jeden Fall mal lesen 🙂
    VLG

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