Erfahrungen

“Hauptsache genügend Pizza und Süssigkeiten”: Christian, Blogger und “moderner Vater”, im Interview

16. September 2014

Familienbetrieb-Logo

Endlich mal ein Mann hier auf dem Blog! Heute freue ich mich besonders, Christian, Autor des Blogs Familienbetrieb, interviewen zu dürfen. Er verrät uns, was ein moderner Vater ist (“Ein Mann, der keine kaltschweißigen Hände bekommt, wenn er erfährt, dass er ein Wochenende alleine mit seinen kleinen Kindern verbringen muss”), was Mama-Blogs von Väter-Blogs unterscheidet (keine “Mommy-Wars”) und warum er mit dem Bloggen angefangen hat.

Wie würdest Du Dich als Vater beschreiben?

Als PR-Profi rät man seinen Kunden immer, andere über sich reden zu lassen, weil das glaubwürdiger ist, als sich selbst zu beweihräuchern. Deswegen habe ich meine Kinder gefragt, wie ich denn als Vater sei. Sie haben einstimmig gesagt, ich sei der allerbeste Papa der Welt. Allerdings habe ich ihnen auch erst nach Beantwortung der Frage gesagt, dass sie sich jetzt die Zähne putzen und ins Bett gehen müssen. Danach war ich nur noch der beste Papa der Welt. Aber immerhin.

Hat Dich das Vatersein verändert und wenn ja, wie?

Eigentlich war ich immer eine ziemlich gelassene Person, die durch nichts so leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Nach dem Motto „Phlegma als Chance“. Als Vater habe ich gelernt, dass es Personen gibt, die genau wissen, wie sie dich zum Explodieren bringen können. Obwohl diese Personen sehr klein sind. Und trotzdem liebt man diese Persönchen, wie nichts anderes auf der Welt. Toll!

Was ist ein moderner Vater?

Ein Vater, der keine kaltschweißigen Hände bekommt, wenn er erfährt, dass er ein Wochenende alleine mit seinen kleinen Kindern verbringen muss. Und eine Mutter ist modern, wenn sie keine kaltschweißigen Hände bekommt, wenn sie weiß, dass der Vater ein Wochenende alleine mit den Kindern verbringt.

Christian_Hanne

Ist es anstrengend, ein moderner Vater zu sein?

Nicht, wenn an besagtem Wochenende genügend Pizza, Süßigkeiten und zuckerhaltige Brause vorhanden ist.

Seit wann bloggst Du?

Regelmäßige blogge ich seit ungefähr drei Monaten. Davor hatte ich bereits im Urlaub mal Ferientagebuch geschrieben und bei Facebook gepostet. Diese frühen bloggenden Gehversuche gibt es auch auf meinem Blog zu lesen.

Wie bist Du zum Bloggen gekommen?

Über den Spaß an skurrilen, absurden Geschichten und weil ich einen Überschuss an infantilen und Gedanken habe. Ich wollte mit meinen Artikeln eine Mischung aus der albernen Komik der Nackten Kanone mit der grotesken Satire von Ephraim Kishon, den alltäglichen Themen von Jan Weiler und dem pointierten Schreibstil von Horst Evers schaffen. Das ist natürlich sehr anmaßend und wahrscheinlich eine Beleidigung für jeden der genannten Autoren.

Wie lebt es sich als Vaterblog zwischen all den Mama-Blogs?

Sehr gut. Da es noch nicht so viele Väterblogs gibt, freuen sich Mütter vielleicht, nachlesen zu können, was Väter umtreibt, was sie denken und tun. Das erspart dann das Gespräch mit dem eigenen Partner.

Wie unterscheiden sich Väter- von Mamablogs?

Gar nicht so einfach zu sagen, ohne ganz tief in Klischees, Stereotype und Vorurteile abzurutschen. Ich versuche es trotzdem.Nach meinem spontanen, unrepräsentativen und subjektiven Eindruck, geht es bei Mamablogs stärker um den Austausch von Alltagstipps und –ratschlägen als bei Vätern. Zum Beispiel habe ich noch nie auf einem Vaterblog etwas von Beauty-Tipps gelesen, obwohl die es wahrscheinlich viel nötiger hätten als die Mütter. Bei Müttern geht es auf den Blogs auch häufiger um alltägliche Probleme mit den Kindern. Und manchmal artet das dann zu den ‚Mommy Wars‘ aus.

Bei den Vätern geht es auf den Blogs häufiger um Alltagsgeschichten, wobei in den Erzählungen oft ein verwundertes Staunen und auch ein wenig Entsetzen mitschwingen, jetzt tatsächlich Vater zu sein. Ich selbst würde mich auch eher als lustigen Geschichtenonkel beschreiben. Selbstverständlich gibt es aber ganz viele Mama- und Papablogs, die ganz anders sind, als ich das jetzt hier grobschlächtig, holzschnittartig und pauschalisierend umschrieben habe.

Was ist das beste Erlebnis, was Du mit Deinem/durch Deinen Blog hattest?

Als ‚Das Nuf‘, eine meiner absoluten Lieblingsbloggerinnen, geschrieben hat, dass sie gerne den Familienbetrieb liest. Das war quasi der Literaturnobelpreis für mich.

Toll war auch, als ich den allerersten richtigen Kommentar zu einem Artikel bekommen habe. Insbesondere weil die ersten 28 Kommentare lediglich auf Heilmittel gegen Nierenleiden, auf Outlet-Shops für Schuhmoden und auf pharmazeutische Turbobeschleuniger zur Potenzsteigerung aufmerksam gemacht haben.

Lieber Christian, danke für das Interview und viel Erfolg mit Deinem Blog, den ich übrigens sehr empfehlen kann!

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7 Kommentare

  • Reply dasnuf 16. September 2014 at 7:57 am

    Ah komm, jetzt bin ich aber fast rot geworden, Christian!

    Und Frau Mutter: Sehr gerne gelesen und ich freue mich mal einen Vater zu lesen. Spätestens seit der re:publica in diesem Jahr lese ich ja sehr gerne und regelmäßig Väter-Blogs.

  • Reply Tina (WerdenundSein) 16. September 2014 at 7:14 pm

    Gerne gelesen, denn auch ich bin ein Fan von Familienbetrieb. Frechheit, dass der Blog noch so jung und schon so erfolgreich ist. Wenn auch zurecht.

  • Reply Oliver 17. September 2014 at 11:04 am

    Schön, dass auch mal Väter zu Wort kommen – und das Problem mit den Spam Kommentaren kann ich sehr gut nachvollziehen 😉 Für Pizza, Süßigkeiten und zuckerhaltige Brause ist mein Kleiner leider noch zu jung – aber ich freue mich tatsächlich auf das erste Wochenende, das ich später mal mit ihm alleine haben werde, wenn die Mutter mal eine verdiente Auszeit nimmt.

  • Reply Frau Mutter fragt, der Familienbetrieb antwortet | Familienbetrieb 17. September 2014 at 9:08 pm

    […] Die Qualität meiner Antworten hat sie nicht davon abgehalten, das Gespräch tatsächlich zu veröffentlichen. Und ein Foto von mir gibt es auch noch. Und zwar […]

  • Reply Christian 17. September 2014 at 9:15 pm

    Liebe Nina,

    vielen Dank für die tollen Fragen. Es war mir eine Freude und Ehre sie zu beantworten.

    LG,
    Christian

  • Reply Sven 30. September 2014 at 11:28 am

    Sehr gerne gelesen und danke für die Fragen an Christian. Immer wieder sehr erfrischend, liebe Nina.
    Und das mit der Pizza und Süßigkeiten unterschreibe ich sofort. Schließlich wollen wir noch “der allerbeste Papa” bleiben.
    Habe mir zu diesem Zweck auch eine Küchenschürze “Papa ist der beste Koch” schenken lassen. Sorgt für hochgezogene Augenbrauen beim Paketboten etc.

  • Reply Nina 30. September 2014 at 11:37 am

    Danke Sven! Gute Idee mit der Schürze!! LG Nina

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