Familie

Ich bin verliebt

10. Januar 2012

Wir haben uns im Internet kennengelernt. Ich habe sein Foto gesehen und wollte ihn sofort haben. Er ist schon etwas reifer, Jahrgang 1925 um genau zu sein. Der Putz blättert schon ein bisschen ab, aber er hat sehr viele innere Werte. Und viel mehr Charakter als jüngere Objekte der Begierde. E. Igenheim ist sein Name. Als wir uns das erste Mal an einem nebligen Samstagmorgen vor ca. drei Wochen trafen, war er etwas kühl und düster drauf. Macht nichts, den oder keinen, habe ich gedacht. Bei der Liebe auf den ersten Blick fackelt man nicht lange rum. “Wann kann ich bei Dir einziehen?”, fragte ich ihn.

“Bald, Frau Mutter, aber bevor wir den Bund fürs Leben eingehen, musst Du einiges von mir wissen”, warnte er mich:

Ich brauche viel Aufmerksamkeit, Liebe und Pflege.
Ich bin kein passiver Typ, ich brauche viel Energie.
Ich will mein Aussehen nicht mehr ändern.
Ich bin ein Projekt fürs Leben.
Ich werde Dein ganzes Geld aufbrauchen.
Ich gehöre Dir nicht allein, ich habe eine lebenslange Affäre mit einer (juristischen) Person namens Diba.

Freunde und Familie sind skeptisch. Der Typ wird Dich einiges kosten, sagen sie. Und der Altersunterschied? Warum nicht einen jüngeren, pflegeleichten? Ok, er ist gross und hat eine beeindruckende Fassade, aber was steckt wirklich dahinter? Pass auf, das wird bald ein Pflegefall und dann wirst Du seine Haussklavin!
Ich höre nicht auf sie. E. Igenheim ist die Liebe meines Lebens, ich weiss es.

Fotos: Etwas mehr Quadratmeter und Komfort als obiges “stilles Örtchen” hat unser Eigenheim schon…..
Peter A./Pixelio

Das könnte auch interessant sein…

9 Kommentare

  • Reply Mette 12. Januar 2012 at 10:06 pm

    Schöne Fenster! Schönes Laub im Garten! Zeit zum Träumen!

  • Reply Kaddi 13. Januar 2012 at 8:54 am

    Echte Heizkörper… das ist schön-die vermisse ich bei uns… ich mag ja die Doppelfenster und die Form derselben, aber die Decke… hm…. die würde ich abbasteln…. Aber habt Ihr ja vielleicht vor… LG Kaddi

  • Reply fraumutter 13. Januar 2012 at 12:00 pm

    Ja, die Fenster sind schön und zugig…Die Decke kommt auf jeden Fall runter, wie auch die 30 Schichten Tapete…Ein langes Projekt…..

  • Reply jokleo 26. Januar 2012 at 7:54 pm

    Oh wie wunderbar! Verliebt sein ist sooooo toll! Man gestaltet die Liebe und formt sie bis sie perfekt passt- und zwar ohne wenn und aber! Geniesse es, liebe fraumutter, genieße die rosarote Brille…. Solang, bis du eine Affäre beginnst mit Z.Auberschwamm ….. I Tell you!! und es ist trotzdem schön! 🙂

  • Reply Jokleo 26. Januar 2012 at 8:32 pm

    Oh wie wunderbar! Verliebt sein ist so schön! Markant den Liebsten noch formen und zwar ohne wenn und aber! Geniess die rosaroten Stunden……obwohl: Die Affäre mit Z. Auberschwamm wartet schon sobald du über die Schwelle bist….und trotzdem ist es toll!:-) Herzlichen Glückwunsch!

  • Reply fraumutter 26. Januar 2012 at 8:40 pm

    Oh ja, danke liebe jokleo für deinen kommentar. ich ruf mal wieder an…

  • Reply Sandra 18. Februar 2012 at 8:16 pm

    Wow, die Fenster sind ja der Hammer ♥. Wir waren auch mal verliebt – 2007 – von Febr. bis Oktober ungefähr. Seitdem ist unser Verhältnis etwas abgekühlt. 😉

    Aber mal im Ernst: Die ganzen Sprüche kommen mir unheimlich bekannt vor – haben wir auch alle hinter uns. Jeder der am Haus vorbeilief (während wir auf dem Dach rumturnten) erklärte uns, dass man SO ein Haus doch nie kaufen würde und das doch der reine Wahnsinn wäre. Für uns war im Nachhinein nur das gesetzte Einzugsdatum Wahnsinn, denn eins kam zum anderen und nachher haben wir inkl. Sohle alles rausgerissen und nur noch die Außenwände sind alt.

    Heute laufen die Leute vorbei und fragen, ob wir denn nicht noch eine Wohnung frei hätten, denn das Haus wäre doch sooooo schön und toll. Und wenn man noch 20 Jahre jünger gewesen wäre, dann hätte man das Haus doch auch selbst gekauft.
    Ja klar ….

  • Reply fraumutter 19. Februar 2012 at 6:18 am

    Danke, Sandra für diese Aufmunterung- Dein Haus klingt auch nach viel Arbeit, die sich am Ende lohnt. Und das Gefühl haben wir auch immer, wenn wir in die Ruine gehen….

  • Reply Madame Mim 17. September 2014 at 8:21 am

    Der Text könnte von mir sein. Nur ist “unser” Altersunterschied noch gravierender (1752!!) und nicht nur die Bank hat ein Wörtchen mit zu reden, sondern auch die Denkmalschutz-Behörde. Aber wo die Liebe hinfällt…

  • Kommentieren

    Newsletter abo
    Wöchentlicher Newsletter von Frau Mutter mit den besten Beiträgen und extra Goodies für Euch!
    Nein, Danke
    Danke für Dein Abo. Bitte bestätige Deine E-Mail Adresse. Bitte checke Deine E-Mails und folge einfach den Anweisungen.
    Wir respektieren Deine Privatsphäre und werden Deine Daten nicht an Dritte weitergeben.
    Nichts mehr verpassen und heute den Newsletter von Frau Mutter abonnieren.
    ×
    ×
    WordPress Popup