Baby und Kleinkind Erfahrungen

Hin- und hergerissen

22. Februar 2012

Als ich von meiner zweiten Schwangerschaft erfuhr, bin ich nach einer Runde Freude sofort ins Planen verfallen. Das mache ich sowieso gerne: Planen, Struktur, Listen schreiben. Wenn man Mutter ist, einen Beruf hat und noch ein paar andere Interessen, bleibt einem nichts anderes übrig als eine Event-Planerin zu werden. Wobei das Event der Alltag ist, das Leben. Die Kunden sollen zufrieden sein: Der Mann, die Kinder, der Chef, man selbst will auch nicht dauernd einem Nervenzusammenbruch nahe sein.

Mama plant- und nichts tritt so ein

Ich habe geplant, wieder stundenweise zu arbeiten wenn mein Kind neun Monate alt ist. Ich habe geplant, meine Tochter als das zweite Kind wäre ruhiger als mein Sohn und würde sich bestimmt gerne in ihrem Laufstall mit sich alleine beschäftigen. Ich habe geplant, ich würde mich gut fühlen, wieder etwas “Erwachsenes” zu tun. Ich habe auch geplant, ich würde es kaum erwarten können, meine Tochter in der Kita einzugewöhnen. Endlich wieder ein Stück von meinem alten Leben zurückbekommen. Endlich wieder Büroklamotten anziehen, schminken, professionelle Dinge sagen und tun.

Falscher Plan! Nichts von dem ist eingetroffen. Mein Kind hat im Laufstall geschrien, während ich versucht habe halbwegs professionelle Telefonate zu führen. Ich habe mich nicht nur zerrissen gefühlt zwischen Kindern und Beruf, sondern zerfleddert. Auf Büroklamotten habe ich keine Lust- passe ich sowieso nicht mehr rein. Schminken kann ich mich ja auch für den Bofrost-Mann. Oder für meinen eigenen Mann…

Kitaeingewöhnung- für Mama

Es zerreißt mir das Herz, meine Tochter jetzt in die Kita zu geben. Und Constanze scheint auf nichts anderes gewartet zu haben. Sie hat sich von mir so schnell abgenabelt wie eine 13jährige auf dem Weg zu einem Justin -Bieber-Konzert.

Mama zum Abschied Küsschen geben? Bauklötze ablutschen ist jetzt wirklich wichtiger.

Stillsitzen am Tisch? Zu Hause nicht, aber in der Kita kein Problem!

Steckrübeneintopf mit Stückchen? Lecker! Zu Hause bitte aber alles wieder pürieren..

Gerade wünsche mir nichts mehr, als mit Constanze den ganzen Tag auf der Couch zu kuscheln. Brauchst Du mich denn gar nicht mehr, Du Süsse?

“Nee, Mama, ich bin dann mal weg…..”

Foto: S. Hofschlaeger/pixelio

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4 Kommentare

  • Reply Susi 22. Februar 2012 at 8:31 am

    Die Sache mit der Eingewöhnung kommt mir auch sehr bekannt vor. Meine Kleine hat sich mit ihren damals 14 Monaten sofort total wohl gefühlt bei der Tagesmutter und auch jetzt ein halbes Jahr später ist die Wiedersehensfreude am Nachmittag doch eher gering. Momentan hat aber zumindest das Geschrei, wenn es Nachmittags nach Hause geht ein wenig abgenommen und ich fühle mich nicht mehr so sehr als Rabenmutter 😉 Das Abschiedsküsschen am Morgen muss ich mir aber immer ganz schnell klauen, sonst ist sie schon wieder ganz weit weg!

  • Reply fraumutter 22. Februar 2012 at 11:52 am

    Hallo Susi, schön zu hören, dass es anderen Mamas auch so geht. Danke dafür!

  • Reply stephanie 5. März 2012 at 12:26 pm

    Am schwierigsten finde ich die gedankliche Annabelung. In der Arbeit nicht ans Kind und ans traute Heim inkl. aller noch zu erldigender Aufgaben denken und wiederum zu Hause auch das zu Hause geniessen.

    So ein leckerer Keks als Medizin gegen schlechtes Gewissen und dem IchGenügeNicht wäre suuuuuuper!

    Keks für deine Seele: Ich habe gerade über eine Stunde mit dem Bloglesen “FrauMutter” verbracht anstatt die Kostenkalkulation fertigzustellen!!! Einfach klasse!

  • Reply fraumutter 5. März 2012 at 12:44 pm

    Hallo Stephanie, vielen Dank! Jetzt aber schön wieder an die Pflicht zurück, nicht wahr?!!

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