Leben mit Kindern

Ein Kinderbuch schreiben: Eine Autorin gibt Tipps

28. Februar 2018
kinderbuch schreiben erfahrungsbericht

Ein Kinderbuch schreiben, das ist für viele ein Traum. Ein Traum, der auch mit großem Idealismus gepaart ist, denn so einfach ist es gar nicht, die eigene Idee zwischen zwei Buchdeckel zu bringen. Wie findet man einen guten Illustrator, wie einen Verlag? Heute erzählt die Autorin Sabine Beck, wie Ihr Traum vom Kinderbuch Realität wurde. Als Giveaway verlose ich Sabines Buch heute. Unten im Blogpost steht, wie es geht.

Ein Kinderbuch schreiben: Wie “Konrad Kleinmögel” zu mir kam

Viele Kinder sind schwarze Löcher für Geschichten: Ihr unersättlicher Hunger nach neuen Büchern und neuen Erzählungen sorgt bei vielen Eltern bisweilen dafür, dass die Büchereikarte glüht. Doch irgendwann ist auch jede noch so gut sortierte Bücherei leer gelesen und dann? Wird´s manchmal kreativ…

Unzählige Bücher sind in den vergangenen Jahren durch die Hände meines Kleinmanns gewandert – viele gefielen uns beiden, manche fand ich furchtbar, aber der Kleinmann liebte sie (genauso natürlich auch umgekehrt). Wunderbare Welten mit liebenswerten Figuren, die ihre Spuren hinterließen – beim Kleinmann und bei mir.

Dass ich selbst ein Kinderbuch schreiben würde, hätte ich mir allerdings bis zu einer durchträumten Nacht nicht gedacht. Doch plötzlich war er da: Konrad Kleinmögel, der Erdkobold, mitsamt seinen Freunden und seiner ganz besonderen Mission – der Suche nach den verlorenen Farben.

Hier könnt Ihr das Buch bestellen: Klick aufs Bild!

Die Figur erscheint im Traum

Obwohl ich von der „schreibenden Zunft“ komme, hatte ich eigentlich nie vor, ein Kinderbuch zu schreiben. Aber seit mir Konrad zum ersten Mal im Traum erschien, ließ mich die Geschichte nicht mehr los. Im Gegenteil: Sie wuchs über die kommenden Wochen, wurde größer und dichter und schließlich hatten mich die Kleinmögel überzeugt, dass sie unbedingt eine Heimat zwischen zwei Buchdeckeln bräuchten.

Wie viele Tassen Zimttee ich beim Kinderbuch schreiben vernichtet habe, habe ich nicht dokumentiert. Aber irgendwann war die Geschichte fertig, schwarz auf weiß, eine Datei auf meinem Rechner. Der Kleinmann war der erste Testleser (oder besser: Testhörer) und sein Lachen der schönste Lohn, den ich mir wünschen konnte.

Der Plan: Das Kinderbuch im Selbstverlag herausbringen

Und jetzt? Ich hielt es für hoffnungslos, die vielen Kinderbuchverlage auf eigene Faust mit einem Exposé zu beschicken und Monate oder gar Jahre auf eine Antwort zu hoffen. Wie das mit dem Büchermachen geht, wusste ich durch meine Arbeit und drum beschloss ich, mir selbst eine Illustratorin zu suchen und das Buch im Selbstverlag herauszubringen.

Mit Heidi Stulle-Gold traf ich wenig später eine wunderbare Künstlerin, die begeistert von Konrads Geschichte war und die in ihrer langen Karriere als Designerin immer davon geträumt hatte, ein Kinderbuch zu machen. Ein Glücksfall. Viele Monate arbeitete sie an Entwürfen, Skizzen und Zeichnungen. Kleine Kunstwerke, entstanden in einzigartiger Technik – verschiedene Farben auf Packpapier und anschließend ausgeschnitten in fuddeliger Kleinarbeit – wunderbare Bilder und Vignetten.

Rund ein Jahr Arbeit steckte in der Geschichte, als wir zum ersten Mal einer anderen Person einen ersten Ausdruck des fertigen Buchs in die Hand drückten. Heike Kielsmeier schien uns als Literaturpädagogin bei der Stiftung Lesen genau die richtige Erstleserin für unser Buchbaby. Auch sie war sofort angetan von Konrads Geschichte und den Illustrationen und überzeugte uns davon, den Ausdruck mit auf die Frankfurter Buchmesse zu nehmen, um es ihren Kolleginnen zu zeigen.

Doch lieber ein “richtiger Verlag” für das eigene Kinderbuch?

Wenige Tage später hatte ich eine unerwartete E-Mail im Postfach. Von einem Verlag. Herzschlaghüpfen. Die Verlegerin des DIX-Verlags, Dr. Elke Fettweis, hatte sich auf der Buchmesse spontan in Konrad verliebt und bot einen Vertrag für das Buch an. Was für ein unfassbarer Glücksmoment!

Während wir ein selbstverlegtes Buch binnen weniger Wochen in den Händen gehalten hätten, hieß es jetzt Warten: Wie in vielen Verlagen war auch beim Dix-Verlag das Programm schon mehr als ein Jahr im Voraus geplant. Die Verlegerin fand dennoch einen – für Verlagsmaßstäbe schnellen – Veröffentlichungstermin am 1. März 2018.

Damit unser Buch ins Verlagsprogramm passt, waren trotzdem noch einige Anpassungen nötig. Textkürzungen waren nötig – aber zum Glück gab es dafür ein einfühlsames Lektorat. Und Heidi Stulle-Gold musste ihre Illustrationen auf ein anderes Buchformat anpassen.

Ich kann es kaum erwarten, bis ich im März unser Buch zum ersten Mal in den Händen halten kann und bei einer Lesung auf der Leipziger Buchmesse den Startschuss für Konrads abenteuerliche Reise in hoffentlich viele Kinderzimmer geben kann.

Kurzinterview Kinderbuch schreiben: Vergleich Selbstverlag und herkömmlicher Verlag

Sabine, mich würde eine Abwägung von Dir interessieren: Was sind die Vorteile von einem herkömmlichen Verlag?

Selfpublishing hat den Vorteil, dass man schnell veröffentlichen kann, alle Entscheidungen selbst treffen kann und den Preis selbst bestimmt. Gerade im Romanbereich, wo immer mehr Leser E-Books nutzen, hat die Selbstveröffentlichung über z.B. Amazon/KDP, epubli, Books on Demand (BoD), neobooks etc. viele Vorteile.

Nachteile ergeben sich vor allem beim Marketing: Bei der Masse an Büchern, die jährlich erscheinen, ist es aber als Einzelkämpfer nicht so einfach, auf sich aufmerksam zu machen und Leser zu finden.

Etwas anders verhält es sich im Kinderbuchbereich: Dort hat das E-Book noch nicht diesen Stellenwert und es kommt auch auf die Haptik, den Look, die Ausstattung des Buchs an und auf die Verfügbarkeit im Buchhandel. Zwar gibt es Druckdienstleister, bei denen man sich auch selbst auch ein ordentliches Kinderbuch drucken lassen kann, der Vertrieb gestaltet sich aber ziemlich schwierig oder ist mit hohen Kosten verbunden.

Die Vorteile eines Verlags sind ganz klar die Verfügbarkeit im Buchhandel, die Unterstützung bei Werbung und Marketing. Gerade im Kinderbuchbereich sind diese Vorteile eklatant. Leider ist es nicht so einfach, in einem Verlag unterzukommen. Bewerbungen beim Verlag sind zwar möglich, bei der Masse an Bewerbungen aber oft aussichtslos. Bessere Chancen hat, wer einen Buchagenten hat, der gute Kontakte in die Verlagsbranche hat.

Welche Tipps hast Du für den Selbstverlag, wo findet man die richtige Plattform, auf was sollte man achten?

Wer im Selbstverlag veröffentlichen möchte, hat viele Möglichkeiten. Es gibt viele einfach zu bedienende Plattformen, die sowohl E-Book als auch (wenn gewünscht) Taschenbuch in den Handel bringen. Die bekanntesten sind wohl Amazon/KDP, Books on Demand (BoD), neobooks und epbuli.

Umfassende Informationen zum Thema Selfpublishing bietet die Seite www.selfpublisherbibel.de . Hilfreich ist als Einzelkämpfer auch der Austausch mit anderen Autoren. In der dazugehörigen Facebookgruppe finden sich viele Gleichgesinnte, die bei Fragen auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dort bekommt man auch Empfehlungen für freie Lektoren, Korrektoren oder Illustratoren.

Vorsichtig sollte man sein bei den vielen Bezahlverlagen, die am Markt vertreten sind. Viele locken mit dem Begriff „Verlag“, verlangen aber zum Teil hohe Druckkostenzuschüsse und bieten kaum mehr Leistung als ein Print on Demand-Dienstleister, bei dem man risikofrei veröffentlichen kann.

Liebe Sabine, danke für Deine Erfahrungen und Deine guten Tipps! Wir wünschen Dir und Konrad viel Erfolg!

In meinem Blog erzähle ich noch mehr über die Entstehung des Buchs: diekleinmoegel.wordpress.com

Giveaway: Verlosung

Habt ihr Lust auf Sabines Buch bekommen? Dann kommentiert hier und unter dem facebookpost. Wir verlosen das Buch 2 x. Die Verlosung läuft bis zum 4.3.2018. Viel Glück!

Foto: Pixabay

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11 Kommentare

  • Reply Nele E. 28. Februar 2018 at 10:37 am

    Herzlichen Glückwunsch, liebe Sabine!
    Das Buch klingt wundervoll und würde hier in unserer Familie – bestehend aus Leseratten und Buchwürmer 😉 – ein tolles Zuhause bekommen. Bin gerne dabei und sage danke für die Verlosung!
    LG
    Nele E.

  • Reply Monika 28. Februar 2018 at 11:10 am

    Also ich hab auch 2 kleine Leseratten bzw 2 gute Zuhörer wenn ich vorlese daheim und über neuen Lesestoff freuen wir uns natürlich immer. Dein Buch hört sich toll an, würde mich freuen wenn wir es gewinnen. Toller Artikel übrigens!
    lg, Monika

    • Reply Frau Mutter 6. März 2018 at 12:21 pm

      herzl. glückwunsch, du hast gewonnen! lg nina

  • Reply Karin 28. Februar 2018 at 9:53 pm

    Herzliche Glückwünsche zu Deinem Buch! Ich würde mich sehr freuen, ein Exemplar zu gewinnen.

  • Reply Alexandra 1. März 2018 at 7:29 am

    Wie schön, Danke für den Einblick in die Welt der Kinderbuchautoren und viel Spaß und Erfolg auf der Leipziger Buchmesse! Wir würden sehr gerne ein Exemplar von Konrads Geschichte zum Vorlesen fürs Kindergartenkind gewinnen, liebe Grüße Alexandra mit Julia

  • Reply Hanni 1. März 2018 at 10:30 am

    Das Buch macht eindeutig neugierig! Und meinen beiden Jungs würde es sicher sehr gefallen.
    Wir würden uns jedenfalls sehr freuen, wenn wir ein Exemplar gewinnen würden. 🙂
    Liebe Grüße, Hanni

    • Reply Frau Mutter 6. März 2018 at 12:21 pm

      herzl. glückwunsch, du hast gewonnen! lg nina

      • Reply Hanni 6. März 2018 at 1:25 pm

        Ich freue mich sehr und bin schon super gespannt auf das Buch!! 🙂
        Vielen Dank!!
        LG, Hanni

  • Reply vidaao 1. März 2018 at 4:12 pm

    Thank you for your blog post.Really thank you! Awesome.

  • Reply Fontaine 5. März 2018 at 4:29 pm

    Thanks so much for the post.Really thank you! Great.

  • Reply ragamanak 6. März 2018 at 11:56 am

    Ja, Trauer hat viele Seiten. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele. Und ich freue mich immer wieder über ein gutes Buch darüber, sei es ein Kinderbuch, Sachbuch oder Erfahrungsbericht.

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