Kind und Erziehung

Mein Sohn und die Ehe

30. April 2013

Brautpaar Jens Bredehorn_pixelio.de

Seit einiger Zeit beschäftigt sich mein Sohn Sebastian intensiv mit dem Thema Ehe. Kein Wunder, er hat ja auch schon die Richtige gefunden. Ist das nicht ein bisschen früh mit erst sechs Jahren? Oh, nein! Ich war beispielsweise erst zwölf Jahre alt, als mein zukünftiger Mann mich am ersten Schultag in der sechsten Klasse mit Witzen über das Hinterteil unserer Englischlehrerin derart amüsierte, dass ich beschloss, die aufwendige und schon lange andauernde Suche nach dem Richtigen zu beenden und Nägel mit Köpfen zu machen. Es hat dann lediglich 18 Jahre gedauert, bis ich mit ihm am Altar stand, aber immerhin. Mein Sohn hat ganz interessante Ansichten zum Thema Ehe:

Als er so ungefähr drei Jahre alt war, wollte er mich heiraten. Ich habe mich natürlich geschmeichelt gefühlt…Aber diesen Plan liess er wieder fallen, um dann mit der Geburt seiner Schwester zu verkünden, dass er Constanze heiraten will, “damit wir beide in unserem Haus bleiben können, wenn Ihr tot seid und ich es dann erbe”. Der Junge hat verstanden, dass man Werte erhält und bewahrt, alle Achtung.

Die Homo-Ehe hat er auch komplett verstanden:

“Wenn zwei Männer heiraten, machen sie Liegestütze und wenn zwei Frauen heiraten, bekommen sie zwei Kinder”.

Was mich etwas sorgt, ist die Tatsache, dass er der Ehe so pragmatisch gegenüber steht. Man könnte fast meinen, er träte für eine Wiederauflage der Vernunftehe ein, als er mir letztens sagte:

“Mama, ich will Matilda heiraten!”

“Oh, ist das aufregend, mein Schatz! Bist Du in sie verliebt?”

“Ich will sie heiraten und sie mich auch”.

“Aber bist Du denn nicht ganz dolle in sie verliebt?”

“Neeeein, MAMA, wir wollen bloss HEIRATEN” (oder: “In welcher Generation lebst Du denn, Alte? Man heiratet doch nicht mehr aus Liebe, das ist so 1999!”)

“Die Matilda ist wirklich ein ganz süsses Mädchen und so hübsch!”

“Ja, ich find’ ihre Haare ganz schön.”

Wenn das mal kein Grund ist, zu heiraten. Schöne Haare und ein erwiderter Heiratswunsch….Wenn die Beiden sich nicht mehr ganz so viel Zeit lassen, passe ich auch noch in mein second-hand Prada-Kleid. Und das ist ja die Hauptsache einer Hochzeit. Das Outfit der Mutter des Bräutigams, oder?

Foto: Jens Bredehorn/Pixelio

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1 Kommentar

  • Reply Martine 30. April 2013 at 1:36 pm

    🙂 Mein Sohn will halt bloß ein echt goldener Ring. Das mann dann dafür erst heiraten muss, hat er verstanden, akzeptiert (so sind die Dingen nun mal) und geheiratet wird mit einem Mädchen aus der alten Kita, weil sie schon gedroht hat ihn das von ihr liebevoll gebastelte niederländische rot-weiss-blau Häschen wieder weg zu nehmen. Für ihn ist das prima: Hauptsache; echt goldener Ring!

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