Familienalltag mit humor Empfohlene

Meine Gedanken zu einem Weihnachten auf Distanz

10. Dezember 2020
coming home for christmas

Die Nachrichten sehen nicht gut aus. Es wird wohl dieses Jahr dank Corona ein Weihnachten im kleinsten Kreis werden. Wahrscheinlich leben viele von Euch einige hundert Kilometer entfernt von Oma und Opa, Onkeln und Tanten. Das ist so ein Merkmal unserer Generation, oder? Nach diesem anstrengenden Corona-Jahr haben viele auf das gemeinsame Weihnachtsfest hingefiebert. Endlich wieder die Großeltern besuchen, die eigenen Geschwister treffen, mit Cousins und Cousinen spielen… Nähe, die wir gerade so dringend brauchen, bleibt uns- bis auf den engsten Kreis-verwehrt.

Für pflegebedürftige Angehörige ist es gerade sehr schlimm

Die wenigsten unserer Schulfreunde leben noch in unserem Heimatort. Bei uns ist es so, dass es eigentlich keine “home base” mehr gibt. Meine Mutter lebt im Pflegeheim in unserer Nachbarschaft, mein Vater in Amerika, meine Halbgeschwister in England. Meine Schwiegereltern im Westerwald, ein Schwager in München, ein anderer in Zürich, die Tante auf Mallorca.

Coming home for christmas? Schwierig gerade.

Klar kann man einen Video-Call machen, aber das ersetzt nicht das persönliche Treffen. Bei meiner Mutter im Pflegeheim gibt es Besuchsverbot, noch nicht mal telefonisch kommen wir gerade durch. Unsere Tochter hat die Oma seit Anfang März nicht mehr gesehen. Ich spüre ihren Schmerz, sie weint viel und auch meine Mutter ist traurig. Gerade jetzt tut das macnhmal einfach nur sehr, sehr weh. Das Corona-Jahr hat Spuren hinterlassen und kranken, alten Menschen geht es definitiv schlechter als vorher.

 

Die Kinder wünschen sich:  “Weihnachten im Rudel”

Tatsächlich kann ich mich erinnern, dass ich als Kind “Rudel-Weihnachten” immer ganz großartig fand. Wir hatten zwar nur eine Stunde Fahrtzeit, aber Zeit mit Oma, Tanten und Cousinen zu verbringen, war etwas ganz Besonderes für mich, gerade auch als Einzelkind. Und die Menge der Menschen hat mich gar nicht gestört, im Gegenteil.

Meine Oma erzählte vom Krieg, während sie den Karpfen zubereitete, meine Cousinen zeigten mir die neusten Star-Schnitte aus der BRAVO, meine Tante las mir was vor, meine Mutter war latent genervt von allem und mein Vater baute irgendwo irgendwas auf (weil er wahrscheinlich auch genervt war…).

In unserer Familie gibt es Alternative und Konservative, Rad- und SUV-Fahrer. Überzeugte Katholiken und solche, die mit wehenden Fahnen aus der Kirche ausgetreten sind. Manche spülen gerne, andere spielen gerne, manche sind morgens schon auf 180, andere brauchen länger.  Einige wollen ganz Weihnachten über nur Choräle singen, andere “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” und “Sisi” in der Endlosschleife schauen. Wie bringt man das alles zusammen? Bei uns klappt dasgut mit viel Humor und manchmal kracht es eben auch. Aber als Kind habe ich das nie so schlimm empfunden. Hauptsache alle zusammen!

Wann werden wir wieder als Groß-Familie feiern können?

Dieses Weihnachten wird nur zu viert gefeiert, wir freuen uns, dass wir uns haben, gesund sind, gut zu  essen haben – und genug Klopapier. Es bleibt das Hoffen auf bessere Zeiten. Im nächsten Jahr wird noch ein kleiner Junge mehr zur Familie gehören. Die Kinder werden dann noch einen Cousin haben. Wann werden wir ihn überhaupt das erste Mal sehen können?

Ich träume von einer Weihnachtsparty auf einer Hütte in den tief verschneiten Bergen, irgendwo in Bayern. Alle Generationen, alle Kinder. Warm verpackt mit Schlitten und auf Skiern. Viel Lachen, vielleicht auch mal dicke Luft, aber wir haben ja das “Stoßlüften” gelernt in diesem Jahr…..

Den ganzen Tag über wird gekocht, gegessen und zwischendurch Wanderungen durch ein Winterwonderland. Danach ein Glühwein vor dem flackernden Kamin….Was mir gerade hilft: Bilder anzuschauen von vergangenen Urlauben im Schnee und mir einfach die fehlenden Familienmitglieder in meiner Fantasie in das Foto zaubern.

Was habt Ihr für dieses Weihnachten geplant?

 

 

 

 

13 Kommentare

  • Reply Sven 14. Dezember 2017 at 8:26 am

    Oh, liebe Nina, das spricht mir aus dem Herzen. Eine Home Base habe ich seit Jahren nicht mehr – vielleicht jetzt eher die, wo man selbst mit der Familie lebt. Meine alte Heimat in Nordfriesland – dort lebt kaum noch ein Freund. Mein Vater zig damals nach dem Tod meiner Mutter dort weg. Neues Leben, neue Familie, neue Heimat, wenn auch in höherem Alter. Die Schwiegereltern wohnen auch nicht am Ort, sind aber wesentlich dichter dran. Paten und andere Verwandte in Frankreich und Canada. Und ich stimme dir zu, das perfekte wäre ein Retreat in einem Hotel für alle. Jeder kann sich dann zurückziehen, wenn die dunklen Wolken aufziehen. Lädt man alle ein – vorausgesetzt es ist für alle ein Sitzplatz, klappt es mit der Besinnlichkeit oftmals nicht.
    Wir haben Heiligabend seit der Geburt der Kinder immer mit unseren Zwillingen allein gefeiert. Mein Vater & Stiefmutter kommen immer um den zweiten Advent ein paar Tage. Wenn alles rund um Geschenke und Eindrücke verdaut ist, kommen die Schwiegereltern einen Tag zum Nachfeiern. Das ist alles machbar. Doch im Herzen ist die Erinnerung an eine Homebase da. Immer.

  • Reply Frau Mutter 14. Dezember 2017 at 8:39 am

    Lieber Sven,
    danke für Deinen Kommentar. Ja, das Leben und auch Beziehungen ändern sich. Umso besser, wenn wir eine schöne Erinnerung an unsere Kindheit haben- und auch für unsere Kinder Weihnachten so gestalten, dass sie es gerne in Erinnerung behalten. Wir geben jedenfalls unser Bestes-was Zauber und Harmonie angeht. Aber das Leben ist halt das Leben;) LG in den Süden Nina

  • Reply Dinah 14. Dezember 2017 at 9:34 am

    Liebe Nina,
    genau wie Du erinnere ich mich noch gut an die Weihnachten im Kreise unserer größeren Familie, meist bei den Großeltern. Das war ein Zusammentreffen der besonderen Art, da ähnlich wie bei Euch sehr unterschiedliche Menschen aufeinander trafen. Bei meinen Großeltern ging es locker, aber traditionell zu. Die Pute musste in den Ofen, der Opa schmückte mit den Männern den Baum. Da kamen die Onkel, der eine ein wilder 68er, der andere noch mitten im Medizinstudium. Wir als Kinder liebten es, den Großen zuzuhören, in der Küche mitzuhelfen oder einfach nur mal ein Buch auf einem Ohrensessel zu lesen. Auch wenn dann der eine oder andere Konflikt aufkam, das habe ich nie negativ in Erinnerung behalten. Streiten gehörte eben auch dazu. In Erinnerung geblieben sind mir die Wärme, das Zauberhafte der Weihnachtszeit und die Familientradition. Deine Idee vom Urlaub im Hotel konnten wir sogar einmal umsetzen. Es war traumhaft! Vor allem für die Erwachsenen, die nicht aufräumen, Essen kochen und organisieren mussten. Hatte aber natürlich seinen Preis. Und für uns Kinder war es zwar schön, aber zuhause war es fast noch schöner.
    Da unsere Familie inzwischen auch weit verzweigt ist, der eine Onkel sogar in Portugal, der andere in der Schweiz, gestalten sich häufige Familienfeiern als Herausforderung. Jedoch finden wir inzwischen Möglichkeiten, zu besonderen Festen doch wieder zusammenzukommen. Da gab es eine Hochzeit in Portugal, dann ein Geburtstagsfest in der Schweiz. Schöner wäre natürlich, wenn alle öfter spontan zusammenkommen könnten. Denn solche Reisen sind mit Kleinkindern nicht immer möglich. Das Spontane fehlt irgendwie. Dieses Jahr müssen wir ein Weihnachten sogar zwei Mal, an zwei unterschiedlichen Orten feiern. Aber die Kinder freuen sich dennoch über die Traditionen, die wir eingeführt haben und werden die Weihnachten in der kleineren Familie bestimmt auch in guter Erinnerung behalten.

    • Reply Frau Mutter 15. Dezember 2017 at 9:15 am

      Du hast Recht, Unstimmigkeiten sind den Kindern egal. Eigentlich müsste man sich daran ein Beispiel nehmen! Aber soo toll, dass Ihr das mit dem Hotel gemacht habt. Wo wart Ihr denn, bin neugierig! LG Nina

      • Reply Dinah 15. Dezember 2017 at 11:00 am

        Liebe Nina, wir waren damals vor 22 Jahren als es noch entspannt und erschwinglich war in Schloss Elmau. Das kannten wir schon von anderen Familienurlauben. Super schön, aber inzwischen etwas hochpreisiger 😉 Lg Dinah

        • Reply Frau Mutter 16. Dezember 2017 at 1:50 pm

          Davon habe ich schon sehr viel gehört, schaue ich mir gleich noch mal an;) LG

  • Reply Tinislife 14. Dezember 2017 at 9:18 pm

    Liebe Nina, auch uns geht es ähnlich. Ich habe das Glück, dass mein Mann und ich ursprünglich aus dem gleichen Ort kommen. Somit verbringen wir jeden Feiertag in einem anderen Wohnzimmer und haben dank >400km Entfernung und meiner Weigerung sich Heiligabend 4h und Auto zu setzen, auch mit Mitte dreißig noch kein Weihnachtsfest in den eigenen 4 Wänden verbracht. Manchmal wünsche ich es mir ganz kurz, dass sie alle zu uns kämen, aber eigentlich ist dieser Trubel zusammen mit Cousins und Cousinen, der Opa als Weihnachtsmann und dieses liebenswerte Chaos was entsteht, wenn plötzlich 8 Personen ins Haus meiner Eltern “einfallen”, mein Weihnachten…
    LG, Tini

    • Reply Frau Mutter 15. Dezember 2017 at 9:16 am

      cool, und auch cool, dass Eure Eltern das alles noch so mitmachen! LG

  • Reply Anja 15. Dezember 2017 at 9:10 am

    Liebe Nina! Du hast sicher bei vielen Familien mit diesem Beitrag einen wunden Punkt getroffen. Es geht garantiert einer großen Anzahl von modernen Clans wie Euch, uns eingeschlossen. Die Homebase war früher bei den Eltern, Schwiegereltern und Großeltern (meist lebten alle im direkten Umfeld). Und heute? Heute leben Familienmitglieder in alle Himmelsrichtungen verstreut. Es ist doch meist eine Mission-Impossible, alle zusammenzubekommen und vor allem, wohin?! Wir lösen das mittlerweile eher kreativ und treffen uns unter dem Jahr, sofern man sich auf einem Termin einigen kann. An Weihnachten haben wir uns unsere persönliche Familientradition geschaffen und sind im Urlaub. Das hat den positiven Effekt, dass wir dem ganzen Stress entgehen und alle etwas davon haben (vor allem muss ich nicht über die Feiertage in der Küche stehen). In diesem Sinne wünschen wir Euch eine wundervolle Weihnachtszeit! LG Anja

  • Reply Frau Mutter 15. Dezember 2017 at 9:17 am

    Hallo Anja, das mit der “Urlaubs-Tradition” an Weihnachten ist eine ganz tolle Idee, wenn Du einen guten Tipp hast, wohin, immer her damit! LG Nina

    • Reply Anja 15. Dezember 2017 at 9:29 am

      Im letzten Jahr waren wir in New York. Das war einfach großartig! Die beleuchteten Straßenzüge, alles so schön festlich geschmückt. In diesem Jahr wird es hot, hot, hot! Ich schicke Dir dann Poolgrüsse aus Mittelamerika. Das wird auch für uns ein neues Abenteuer und die Chefin (das Kind) hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass der Weihnachtsmann eine WhatsApp-Fotonachricht vom heimischen Weihnachtsbaum mit Geschenk auf ihr Handy schickt. Wir sehen das eher locker und hoffe, dass sie sich später genauso gern wie wir an diese verrückte Zeit erinnern wird.

  • Reply Patricia 15. Dezember 2017 at 9:48 am

    Liebe Nina,
    bei uns ist es ähnlich: Die Familie ist inzwischen in der Welt verstreut: Meine Mama lebt in der Nähe von Paris, mein Bruder in Sydney, mein Onkel und Familie an der Grenze zur Schweiz u.s.w. Es läuft also auf einen Facetime Marathon hinaus.

    Wir feiern Weihnachten dann im kleinen Rahmen Zuhause – wie immer ganz unkonventionell: Die Geschenke gibt es schon nachmittags, das Weihnachtsessen dürfen die Kinder aussuchen (von Raclette bis Pizza ist alles möglich…), dann wird gespielt, jede Menge Süßes gegessen und das ein oder andere Glas Wein bzw. Cola getrunken, bis wir irgendwann satt und glücklich auf der Couch neben dem großen bunten Weihnachtsbaum liegen und vermutlich wie in den letzten Jahren zusammen “Kevin allein Zuhaus” oder den Grinch schauen.

    Merry XMAS und LG, Patricia

    • Reply Frau Mutter 16. Dezember 2017 at 1:51 pm

      Liebe Patricia,

      das klingt trotzdem herrlich entspannt. Ich wünsche Euch auch dieses Jahr frohe Weihnachten, lg nin

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