Familienalltag mit Humor

Die schönste Zeit meines Lebens: Warum ich “Hier und Jetzt ” endlich verstanden habe

21. Januar 2020

Vielleicht liegt es an meinem Alter, vielleicht am Alter der Kinder: Ich habe es nach “nur” viereinhalb Dekaden” endlich geschafft, das Hier und Jetzt zu genießen. Bis weit in meine Dreissiger rein, habe ich immer nur an den nächsten Schritt gedacht. Der bessere Job, die größere Wohnung, heiraten, Kind 1, Kind 2. Ich habe schon mal darüber berichtet, dass ich mich eigentlich nicht für eine gute Kleinkind-Mutter gehalten habe. Als die Kinder noch nicht aus dem Gröbsten raus waren, habe ich auch bei ihnen immer an den nächsten Schritt gedacht.

Wann schläft er endlich durch, wann schläft sie endlich im eigenen Bett, wann hört die Trotzphase auf, wann können sie mal einen Weg allein machen, wann, wann, wann. Im Moment leben, das wertschätzen und genießen, was man hat und nicht immer an die nächste Optimierung, auch der Kinder, denken, das fiel mir früher sehr schwer. Irgendwie ging es nur darum, das Leben auf die Reihe zu bekommen. Dabei frage ich mich oft, ob ich mein Leben einfach nur so dahin gelebt habe. Im Warten auf den nächsten Schritt, den Blick immer auf die Zukunft gerichtet, kann man nie den Moment leben.


Jetzt, wo die Kinder größer sind (9 und 13 Jahre), denke ich so oft: “Wow, wie schön ist das, Kinder zu haben. Das macht ja richtig Spaß.”

Wie gern bin ich heute Mutter und wie traurig bin ich jetzt schon, wenn sie in gar nicht so langer Zeit selbständig werden und ausziehen.

Ich habe endlich Zeit und Ruhe

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit Mitte vierzig immer mehr mein eigenes Leben als Frau zurückbekommen habe und ich tatsächlich die Zeit und Muse habe, innezuhalten, zurück zu schauen, nach vorne, aber besonders eines zu tun: Den Moment zu genießen.

Ich spüre immer stärker: Die Zeit kommt nie zurück. Und auch:
Das ist vielleicht die beste Zeit meines Lebens und ich möchte sie genießen.

Die Momente des Alltags genießen

Der Sohn, der mich plötzlich in die Arme nimmt, mich küsst und mir sagt, dass er mich liebt.
Die Tochter, die meine Hand nimmt, wenn ich sie von der Schule abhole.
Die unzähligen Streits, wer nun den Tisch decken soll oder den Müll herausbringen.
Ja, ich kann sogar (manchmal) das Herumkutschiere genießen und die intensiven Auto-Gespräche mit Sohn oder Tochter.

Wisst Ihr, was ich vor allem genieße? Die Ruhe! Nicht mehr das Geheule, das Geschrei und das anstrengende Trösten, Beschwichtigen und mit Kleinkindern verhandeln. Was ich natürlich 123.456 Mal gemacht habe, aber was an mir gezehrt hat. Vielleicht können das andere Frauen auch einfach besser.

Ich habe, was das Muttersein betrifft, JETZT meinen Traumjob gefunden. Früher habe ich nur geübt, so scheint es mir. Ich war überforderte Auszubildende und nun fühle ich mich soviel kompetenter und bin zumindest Fachkraft geworden. Mit der Führung, das übe ich noch. Aber ich bin angekommen bei mir und bei mir als Mutter. Ganz ehrlich habe ich zeitweise daran gezweifelt. Die Liebe zu den Kindern war immer tief und unerschütterlich, aber Muttersein? Nicht immer die größte Quelle der Freude…

Wenn Ihr gerade zwischen Windel und Geschrei verzweifelt und nur darauf wartet, dass endlich Abend ist, lasst es Euch gesagt sein: Es wird besser und es wird richtig gut.

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2 Kommentare

  • Reply Sabrina 21. Januar 2020 at 3:23 pm

    Ach ja, danke für den letzten Absatz. Er wird die nächsten Wochen und Monate mein Rettungsanker sein. Meine Kinder sind 6,4 und 1. Während die Große gerne lesen lernen würde, hält mich der Kleine mit nächtlichem Geschrei und täglichen Eifersüchteleien in Schach. Nicht zu vergessen die Mittlere, die zu recht auch was von Ihrer Mama haben möchte und Blödsinn macht, wenn sie es nicht bekommt.
    Aber mal ganz ehrlich. Um uns herum gibt es so viele Schicksalsfälle, dass ich einfach nur jeden Tag dankbar bin, dass alle gesund sind. Und wenn ich mal wieder eine Nacht durchschlafen durfte, kann ich mich durchaus auch an den Kindern erfreuen. Meine Hoffnung ist genau das, was du oben geschrieben hast: Es wird nicht nur anders sondern besser.

  • Reply Pamela 22. Januar 2020 at 8:44 pm

    Das kann ich genau so bestätigen. Die Zeit nach der Trotzphase und vor der Pubertät ist wie die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Es wird alles ruhiger und einfacher. Erstmal. Allerdings werden die Konflikte auch langsam komplexer und komplizierter. Und sie machen nicht mehr alles mit, was die Eltern vorschlagen. Die Begeisterungsfähigkeit nimmt rapide ab, habe ich festgestellt. Schöner Text.

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