Familiengeschichten

Weihnachtsgeschenke für die Familie finden: Gar nicht so einfach!

1. Dezember 2015

Unsere Kinder haben schon gefühlt seit September eine Wunschliste für Weihnachten geschrieben oder gemalt. Jeder Verwandte, der anruft oder auch Menschen, die an unserer Haustür klingeln, werden mit Informationen versorgt. „Aaaalso, ich wünsche mir eine Kinder-Titarre“, zwitschert Constanze zum Beispiel jedem, der es hören oder nicht hören möchte, entgegen. „Ich will ENDLICH ein Handy“, tönt Sebastian und klingt dabei wie ein armes, vernachlässigtes Kind. Als 9jähriger noch kein Handy zu haben, das ist schlimm heutzutage.

Ich glaube wir werden uns einfach auf ein neues Rad einigen. Aus seinem alten ist er wirklich herausgewachsen und er fährt damit zur Schule. Ich mag ja gerne Sachen schenken, die auch wirklich benutzt werden.

„Und was ist eigentlich mit Deinem Cross-Trainer? Den hast Du letztes Jahr vielleicht zweimal benutzt“, meint mein Mann. So ganz unrecht hat er nicht. Ich habe ihn aber mindestens vier Mal benutzt und merke echt schon den Unterschied bei meinen Bauchmuskeln.

„Also Bling-Bling ist immer gut für mich“. Soll ich Dir mal ein paar Prospekte zeigen? Ich habe da gerade was zur Hand“, sage ich und präsentiere Benedikt blitzschnell einen türkisen und roten Schmuck-Katalog. Er muss plötzlich ganz dringend einen Dübel im Keller suchen. Aha.

„Was wünschst Du Dir eigentlich?“ Ich rufe in den Keller, aber höre nur Sägegeräusche. „Alternative Heimwerker-Projekte“ wären ganz gut für meinen Mann, aber noch mehr abgelaugte alte Kirchenbänke, Muschelgirlanden und zu Skulpturen umfunktioniertes Treibholz vom letzten Sommerurlaub verkraftet mein Deko-Ego einfach nicht. Das Haus ist einfach auch schon zu voll.

„Ich wünsche mir eine liebe Frau und liebe Kinder“, vermeldet Benedikt, der nun wieder aus dem Keller aufgetaucht ist.

Das wird schwer. Ich halte ihm die Juwelier-Kataloge entgegen und versuche zu erklären, dass ich mit diesen Granat-Ohrringen wirklich lieb werden würde, also in echt.

„Ich brauch eigentlich gar nichts, wir können uns ja auch einfach mal nichts schenken.“

Öhhm. Nee. Geschenke gehören zu Weihnachten dazu. Und gar nichts schenken ist irgendwie so….wenig. Es ist schon ein bisschen blöd, dieser Geschenke-Stress zu Weihnachten. Und im nächsten Leben werde ich auch das ganze Jahr über Geschenke besorgen, wann immer mir eines „entgegen springt“.

„Obwohl ich wüsste da was. Die haben bei der Baustelle vom Berliner Schloß 300 Jahre alte Eichen-Pfähle ausgegraben. Da könnte man so einen Pfahl toll abschleifen und vielleicht eine Mini-Bar draus machen.“

„Schatzi, wollen wir uns vielleicht doch mal gar nichts schenken in diesem Jahr“?

Habt Ihr schon alle Geschenke für die Familie besorgt?

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4 Kommentare

  • Reply Testtante Manu 1. Dezember 2015 at 8:03 pm

    Tja, die liebe Schenkerei. Jedes Jahr der gleiche Stress und genau deshalb haben wir das vor gut 5 Jahren abgeschafft. Jetzt schütteln einige vielleicht ungläubig den Kopf – Weihnachten ohne Geschenke ist doch komisch.
    Stimmt, aber nur im ersten Jahr, im zweiten ist es dann schon nicht mehr so seltsam und ab dem dritten stört es gar nicht mehr.
    Die Kinder bekommen natürlich weiterhin ihre Geschenke, aber wir Erwachsenen haben diese Geschenke hin und her Schieberei komplett eingestellt. Was soll das auch. Entweder es sind Sachen die man nicht unbedingt braucht oder etwas das man sich auch selbst geschenkt hätte. Wir feiern Weihnachten seitdem auf jeden Fall viel entspannter.

    Und wenn ihr trotzdem gerne Geschenke unter dem Baum wollt, schenkt euch doch jeder einfach selbst was. Du dir „Bling Bling“ und dein Mann findet sicher auch was dass er gerne hätte.

    Eine entspannte Vorweihnachtszeit wünsche ich euch,

    liebe Grüße
    Manu

  • Reply Nadine 1. Dezember 2015 at 8:37 pm

    Also… Mein Mann und ich haben das auch vor ein paar Jahren abgeschafft. Wir schenken uns gegenseitig nix und gehen dafür ganz schick essen. In ein Restaurant, in das wir sonst nicht einfach mal so gehen würden (und schon gar nicht mit 3 Kindern, die Schreiattacken bekommen, wenn keine Pommes auf der Karte stehen) . Das ist an Weihnachten schon ein bisschen komisch… Ist aber immer noch besser, als ein eilig gekauftes Geschenk am 24.12., dem man oft ansieht, dass es nur ne Notlösung ist. Mein Mann versteht nämlich auch „Winke“ mit dem ganzen Zaun nicht….

    Schöne Adventszeit noch.

    Nadine

  • Reply Frau Mutter 1. Dezember 2015 at 9:12 pm

    Ja, so ganz kann ich mich von Geschenken noch nicht verabschieden- Aber das stimmt, Manu, sich selbst beschenken macht auch ganz schön Spaß! LG Nina

  • Reply Nicole 6. Dezember 2015 at 6:51 pm

    Tja, also wir haben da so ein Mittelding was das Schenken anbelangt: Mein Mann und ich – wir schenken und nix. Haben ohnehin schon alles was wir brauchen 😉 Aber die Kids bekommen natürlich Geschenke! Finde das komplett unmöglich, wenn die Kinder an Weihnachten leer ausgehen. Das ist für uns ein komplettes No-Go. Aber natürlich muss das Schenken gezielt ablaufen und gut durchdacht sein. Darum wird vorab ein Wunschzettel von den Kindern erstellt, dieser wird von Mama überarbeitet und dann an die gesamte Verwandtschaft verteilt. So macht schenken Sinn und ruft dennoch große Kinderaugen hervor. Was gibt es Schöneres….

    LG Nicole

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