Familiengeschichten

Gedanken einer Mutter zur Einschulung: Gefühlschaos und Stolz

5. September 2017
Gedanken einer Mutter zur Einschulung

Heute ein paar Gedanken einer Mutter zur Einschulung. Wenn es um den ersten Schultag geht, spielt sich viel ab im Inneren einer Mutter. Bei Vätern ist es natürlich ähnlich, aber wir spüren diese erste große Abnabelung vielleicht ein wenig mehr, fast körperlich. In unserer Familie ist es kommenden Samstag soweit und ich bin mindestens genauso aufgeregt wie meine Tochter. Ich kann mich noch gut an die Einschulung meines Sohnes vor sechs Jahren (!) erinnern, ein nervliches Wrack war ich! Heute schreibt meine liebe Gastautorin Iris über die bevorstehende Einschulung ihrer Tochter. Haltet die Taschentücher bereit!

Gedanken einer Mutter zur Einschulung: Warum stelle ich mich nur so an?

Gerade habe ich noch in unserer Fotokiste gestöbert. Schon lange möchte ich ein paar schöne Schnappschüsse aus dem Baby- und Kindergartenalter entwickeln lassen und unser Zuhause damit schmücken. Hatte mal wieder keine Zeit dazu. Wo sind die letzten 3 Jahre hin? In wenigen Tagen kommt meine Große in die Schule. Sie ist natürlich aufgeregt und gespannt. Aber mehr bin ich es wohl, die nervös dem ersten Schultag entgegenblickt. Warum stelle ich mich so an? Kindergartenabschied und Neuanfang – ich glaube alles zu viel für das gefühlsduselige Mamaherz.

Berechtigt? Nun ja, vieles wird sich bei uns ändern. Mein Kind lernt eine Menge neuer Leute kennen, die ich vermutlich nie oder erst viel später kennenlerne. Es werden hoffentlich viele schöne neue Freundschaften entstehen. Und die Schulkameraden, die sie ärgern? Klar, die gehören dazu. Auf der einen Seite bin ich jetzt schon stolz auf eine so große und selbstständige Tochter. Dann könnte ich wieder auf einmal losheulen, mein Mädchen ziehen zu lassen. Zumindest bis zum Nachmittag. Die superschöne, ungezwungene Kindergartenzeit hat ein Ende. Wir haben diesen Zeitraum sehr genossen und viele schöne Dinge gemeinsam unternommen. Sind auch mal ganz spontan ins Schwimmbad oder mit der Familie über ein verlängertes Wochenende in den Kurzurlaub gefahren. Nun heißt es: Bye, bye große Freiheit! Schon bald läuft hier morgens ein anderes, viel hektischeres Programm. Schließlich wartet der Schulbus nicht.

 

Bitte nicht so viel Leistungsdruck schon vor dem 1. Schultag!

Ich sollte wohl lieber alles einfach auf mich zukommen lassen und die letzten Ferientage genießen. Was ich überhaupt nicht möchte, ist Druck aufzubauen. Die armen Schulkinder heute, sie tuen mir echt leid. Sicher, gelernt werden muss und auch die Hausaufgaben sind zu machen. Aber wenn ich sehe, dass Mütter schon im Kindergartenalter versuchen ihren Kindern multiplizieren oder das Schreiben von ganzen Sätzen beizubringen. Da hört es für mich auf! Meiner Meinung nach sollen sie das von Anfang an in der Schule beigebracht bekommen. In der Art und Weise wie es dort richtig ist. An meinen ersten Elternabend in der neuen Grundschule war ich schon etwas geschockt darüber, wie hoch die Erwartungen vieler Eltern sind. Sollen sie doch den Schulstoff den Lehrern überlassen. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern in der 1. Klasse schon am liebsten mitbestimmt hätten, wer neben mir zu sitzen hat. Echt traurig irgendwie. Ich durfte mir das zum Glück selber aussuchen.

Vertrauen ins eigene Kind: Du schaffst das !

Vertrauen, das sollte man wohl nicht nur seinem Kind, sondern auch den Lehrern entgegenbringen. Unsere Klassenlehrerin macht einen sehr sympathischen Eindruck und ich denke, mein Kind wird sich ihr auch schnell anvertrauen. Das beruhigt mich. Gemeinsam werden wir den Schulstart schon gut meistern. Ich bin jetzt mal optimistisch.
Zum Schluss noch ein paar Worte an mein Kind: „Mein Herz, du schaffst das und wirst Deinen eigenen Weg gehen! Aber Mama und Papa dürfen Dir schon etwas wehmütig hinterher blicken, wenn Du stolz das erste Mal in Deine Klasse schlenderst. Hab eine tolle Zeit und lerne mit Freude!“

Allen Erst-Schulmamas da draußen wünsche ich einen schönen und entspannten Schulstart!

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2 Kommentare

  • Reply Alex 5. September 2017 at 11:15 am

    Vielen lieben Dank für diesen, wieder, tollen Blogeintrag. Wir hatten letzte Woche Einschulung und es ist schon schwer als Eltern. Am liebsten würd ich täglich ihn zum Sitzplatz in der Klasse bringen, kann das (leider) nicht, wegen der Arbeit. Der Herr Papa bringt in zwar aber auch schon nur bis zu Tür und jeden Tag ein Stückchen weiter weg, wo unser Sohn selbständiger in der Schule ankommt.
    Ein schöner Satz „Vertrauen ins Kind- Du schaffst das“. Ja wir schaffen das! Auch wenn sie noch so klein sind, die Großen!
    Alles gute und viel viel Spass in Schule

  • Reply Die Freitagslieblinge mit einer Rückreise und einem Neuanfang 8. September 2017 at 7:01 am

    […] Das Interview bei Stadtlandmama mit dem Hauspapa ist interessant zu lesen, die Gedanken von Nina zur Einschulung ihres zweiten Kindes kann ich gut nachvollziehen und ich finde es gut, dass die Reihe zur Selbstständigkeit bei Familieberlin zurück ist. Ihr seht, […]

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