Baby und Kleinkind

„Mama, komm spiel mit mir!“ Was tun, wenn man lieber nicht spielen möchte?

25. September 2014

spielen Frau Mutter Blog

Ich oute mich jetzt mal. Ich bin ganz schlecht im Spielen mit meinen Kindern. Mit meinem achtjährigen Sohn ist es schon viel einfacher geworden. Quartett, Lego, das läuft. Aber Filly-Pferd, Einhorn und Puzzle? Mit meiner Tochter Constanze, die drei Jahre alt ist, fällt mir das Spielen weit schwerer. Ich weiss dann immer gar nicht, wie man das „Filly-Getier“ richtig hält. Soll man das nun kämmen und welche Laute macht das wohl „in echt“? Ganz ehrlich, mir wird auch schnell langweilig dabei, so dass ich mich dabei ertappe, wie ich anfange, das Zimmer aufzuräumen. Meiner Tochter gefällt das logischerweise gar nicht. „Du spielst nicht richtig, Mama!“

„Doch, Schatzi, ich spiele „aufräumen“. Irgendwie sind dann beide frustriert. Ich möchte gerne richtig mit meiner Tochter spielen können und mich auch auf die Aktivität einlassen, aber „wie macht denn nun ein Einhorn?“ So wie ein Pferd?

Bei aller Ironie finde ich es wichtig, gemeinsame Spielzeit mit meinen Kindern zu haben. Sie werden sich nicht daran erinnern, wie toll ich immer das Lego weggeräumt habe, sondern wie wir damit gespielt haben.

Nachmittags läuft das meistens so ab: Mama und Kinder kommen nach einem Arbeits- und Kindergartentag nach Hause und wollen spielen. Auch die Tasse Kaffee, auf die ich mich so gefreut habe, will getrunken werden. Ich persönlich will dann eigentlich gerne mit der „Bunten“ oder der „Gala“ spielen oder das lustige „Facebook-Spiel“ ähem, „aufbauen“. Und dann heisst es: „Mama, spielst Du mit mir?“

Aus der Sicht meines Kindes handelt es sich dabei um eine völlig plausible Frage: Schließlich sieht Constanze, dass ich gerade nichts zu tun und damit Zeit habe. Meistens handele ich einen kleinen Aufschub aus:“ Ich spiele gerne mit dir. Lass mich aber bitte noch meinen Kaffee austrinken.“ Mit so einer konkreten Zeitangabe kann meine Tochter in der Regel deutlich mehr anfangen als mit den berüchtigten „fünf Minuten.“

„Ok, dann baue ich schon mal die „Spiel-Höhle.“ Constanze baut gerne Lager jeglicher Art und auch Fillys brauchen erst mal eine Höhle, ist klar. Die „Spiel-Höhle“ soll aber nicht Mamas „Spiel-Hölle“ werden und so habe ich für mich entschieden, dass mir das Spielen auch Spass machen muss.

Meist lassen sich die Kleinen dabei gerne auf Kompromisse ein: Für sie zählt vor allem, dass Mama (oder auch Papa) mit ganzem Herzen und vor allem mit Freude bei der Sache ist. Wir spielen daher nie zusammen Puppe, auch die Fillys habe ich auf die Plastik-Koppel verbannt.

Rollenspiele sind meine Rettung. Das „Mama-Pferd“ ist meine Hauptrolle geworden. Ich bin auf allen Vieren, wiehere, lass mich „striegeln“ und kümmere mich um mein Fohlen aka Constanze.

Oft kommt dann der Appetit mit dem Essen, also die Lust mit dem Spielen. Und so ein Rollenspiel tut auch Erwachsenen gut. Ein bisschen herumalbern und spielen hat noch niemandem geschadet. Die Kinder merken, dass man als Elternteil mit Herz und Seele beim gemeinsamen Spiel dabei ist, dann akzeptieren es eher, wenn man nach einiger Zeit behutsam seinen Ausstieg ankündigt: „Das Mama-Pferd muss nun in den Stall und sich die Hufe lackieren“.

Manchmal ist dann das gemeinsame Spiel dann auch eine Anregung und Hilfestellung für das selbständige, freie Spiel. Constanze kann dann mit allen Plüschtieren einen Stall aufbauen, ohne dass Mama dauernd kluge und vollkommen überflüssige Ratschläge erteilt und vor allem aufräumen will…

Dabei fühlen sich auch gerade kleinere Kinder meist wohler, wenn sie in der Nähe der Erwachsenen spielen können. Und ausserdem kann das „Fohlen“ auch mal nebenan im Bad vorbeikommen, um sich auch die Hufe zu lackieren.

Wie ist das bei Euch? Spielt Ihr gerne mit Euren Kindern und was ist dabei Euer Favorit?

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12 Kommentare

  • Reply Katarina 25. September 2014 at 8:12 am

    Ich gebe ja zu, ich spiele ganz gerne. Aber Freispiel ist mein neues Lieblingswort. 😉

  • Reply herzmutter 25. September 2014 at 8:45 am

    Sympathisch… aber was die Frage nach dem „Wie macht ein Einhorn“ angeht: die würde ich an deine Tochter weitergeben 😉 Ich finde es toll, dass sie schon so spielen kann, das ist nicht selbstverständlich in dem Alter. Ansonsten hab ich noch einen Tipp: es gibt solche Magneten, mit denen man 3D Formen herstellen kann – also zum Beispiel ein Haus, ein Auto oder einen Filly Stall 😉 Dann muss sie sich nicht von den Ponys trennen und du nicht mit ihnen direkt spielen *g*

    Liebe Grüße, Janina

  • Reply Mama arbeitet 25. September 2014 at 10:56 am

    Ich spiele nicht, habe noch nie gespielt (als Mutter) und werde auch nicht mehr spielen, schätze ich. Man soll nie nie sagen, vielleicht ändert sich das bei den Enkeln, ich glaube aber nicht daran. Es ist okay, etwas zu unterlassen, wenn ich es hasse, habe ich beschlossen, nachdem ich ein paar Jahre widerstrebend versuchte, über meinen Schatten zu springen. Das sorgte aber nur für totalen Überdruss und Aggressionen bei mir, ich hab’s zum Wohle aller eingestellt.

    Ich bastele auch nicht, mag nicht Kuchen backen und finde gemeinsame Radausflüge und Vorlesen lästig. Meine Kinder kennen mich so, es ist okay so, diesen Bedarf decken andere (Freunde, Nachbarn, Babysitter, Kita und Schule).

    Was ich dann überhaupt gerne mit meinen Kindern mache? Dinge sortieren und aufräumen, Playmobil Landschaften errichten, ins Freibad gehen, und ganz viel reden.

    Viele Grüße!
    Christine

    • Reply katie kay 26. September 2014 at 9:04 am

      Sympathisch!!!

  • Reply Frau Mutter 26. September 2014 at 11:08 am

    Christine, Du traust Dich ja was! Finde ich aber konsequent. Aber Playmo-Landschaften errichten ist ja auch spielen……LG Nina

  • Reply Frau Mutter 26. September 2014 at 11:09 am

    janina, danke für den Tipp mit den Formen! Wieder was gelernt. Gruss Nina

  • Reply Tina 26. September 2014 at 5:50 pm

    Meine 2 sind noch recht klein. 1 und 3. Richtig viel gespielt wird da bei uns noch nicht so richtig. Ich baue mit dem Großen gerne mal Duplo oder Brio. Aber am liebsten dann, wenn die Kleine gerade schläft, weil es sonst einfach nur stressig ist. Darauf habe ich keine Lust.
    Am liebsten ist es mir aber, wenn das Wetter schön ist, und wir einfach im Garten draußen sind. Da beschäftigen die beiden sich dann wunderbar alleine und ich kann nebenbei garteln.
    Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt. Ich hoffe aber sehr, dass Filly bei uns nicht einzieht!
    LG, Tina

  • Reply Jeshada 27. September 2014 at 12:24 am

    Mein Sohn wird im Januar 2 Jahre alt und dadurch dass er in die Kita geht, wo sehr viel gespielt wird, muss auch Zuhause ordentlich gespielt werden.
    Meistens muss sich einer von und auf alle viere knien und dann heißt es “ hühühü“ oder „wuff wuff“.
    Und Mütter die ihren Kindern nichts vorlesen, nicht angegriffen fühlen, finde ich schrecklich.
    Gerade durch Geschichten wird die Fantasie des Kindes angeregt und gerade durch Mama Opa Papa sind sie doch erst abenteuerlich!!!

  • Reply Mamaherzi 29. September 2014 at 7:22 am

    Ich spiele liebend gern mit meinem Kind! Ich bastle aus allen möglichen Materialien, wir malen zusammen Wasserfarben, kneten lustige Figuren, Tanzen durch die Wohnung etc.
    Meine Tochter liebt Vorlesen und so werden es am Tag auch mal knapp 7 Bücher die wir lesen. …und Rollenspiele sind super!

  • Reply Ina 5. Oktober 2014 at 8:43 am

    Bei manchen Spielen komme ich bei unserer Kleinen auch nicht mit und tu mir schwerer. Meine Rettung die letzten Wochen – Ein Arztkoffer. Seitdem sind Rollenspiele angesagt! Mama ist krank und die Kleine der Doktor – läuft 🙂

  • Reply Bettina 27. Januar 2015 at 9:38 am

    Was tun wenn man lieber nicht spielen möchte? Tja, einfache Antwort: einfach NICHT spielen! Ich hätte absolut keine Lust auf allen vieren, wiehernd auf dem Boden herumzuturnen, nein Danke. Dafür gehe ich mit meinem Kind gerne in den Wald spazieren, erkläre gerne etwas über Pflanzen, Tiere etc. Auch das eine oder andere PC Spiel gefällt mir gut. Das Kind kann gerne bei meiner Arbeit zuschauen oder mir beim Kochen helfen… es gibt genug alternative Möglichkeiten ein Kind einzubinden. Was macht es denn für einen Sinn dem Kind zuliebe etwas widerwillig zu machen! Fürs Spielen gibt es auch noch andere Kinder, Freunde etc. Und zum ewig schlechten Gewissen vieler Mütter (mich ausgenommen): Zu meiner Oma-Zeiten hatten Mütter überhaut keine Zeit mit ihren Kinder am Boden herumzurutschen.. wenn denen langweilig war, durften / konnten / mussten die im Haushalt mithelfen. 😉

  • Reply Pucky 19. Juni 2016 at 3:37 pm

    In einem Psycho Ratgeber stand, jeden Tag 30 min mit vollem Enthusiasmus mit den Kids spielen, ist mehr Wert, als lustlos den ganzen Nachmittag mit dem Kind zu duddeln. Und am meisten Wert ist sowieso Knuddeln, Kuscheln, Blödsinn machen! Ich finde es am besten, Mama macht das, wozu sie Lust hat und bindet das Kind mit ein. ZB. Prospekt lesen und Wörter üben (Zitrone, …), zusammen putzen,…, raus in die Natur,… oder was auch immer. Man kann aus allem was interessantes machen. 30 min reichen ja ;P.

    @ Bettina: ja eben, der Zwang, man müsse viel mit den Kids spielen, damit man eine gute, liebende Mutter ist, entstand aus unserem Luxus mehr Freizeit zu haben als damals Oma. Liebe ist Nähe, egal wie.

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