Frau Mutters Tipps

Blogparade: Lernen in den Ferien – ja oder nein?

20. Juni 2014

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Mit dem Kind für die Schule zu lernen ist nicht immer problemfrei. Ich erinnere mich an zähe Physik-Übungseinheiten mit meinem Vater, die immer mit sehr viel Frust einher gingen. Das sind glückliche Eltern, deren Kinder kaum etwas oder gar nichts extra für die Schule machen müssen. Für die Mehrheit der Schulkinder ist das regelmässige Üben oder auch Nachhilfe Standardprogramm in der Schullaufbahn. Und da so eine Schulkarriere länger dauert, ist es nach meiner Ansicht wichtig, dass das Lernen Spass macht. Ok, manches muss gepaukt werden, aber das Lernen für viele Fächer kann spielerisch gestaltet werden. Was mich überrascht hat: Bei einer forsa-Umfrage unter 1.015 Eltern schulpflichtiger Kinder, die von scoyo durchgeführt wurde, gaben zwei Drittel an, dass bei ihnen zu Hause in den Ferien gelernt wird. 44 Prozent der befragten Eltern gehen dabei von mehr als zwei Stunden pro Woche aus. Das ist nicht wenig und ich frage mich auch, warum das sein muss.

Lernen in den Ferien: too much?

Die Frage muss erlaubt sein, warum Eltern ihre Kinder zum Lernen anhalten. Denken sie, der Stoff wäre nicht ausreichend vermittelt oder befürchten sie, die Schulkinder könnten alles vergessen? Mein Sohn fängt nach den Ferien die dritte Klasse an. Bisher haben wir ihn in den Ferien einfach spielen lassen. Das entspricht offenbar nicht der gängigen Praxis. Ich war früher lernbefreit in den Ferien, kann man es nicht auch mal laufen lassen? Schulferien sind doch auch Ferien für die Eltern, oder? Trotzdem, die nächste Klasse und die Zensuren können auch in den Ferien schwer vergessen werden.

Bei uns beginnen alle Ferien traditionell damit, dass der Ranzen in einer dunklen Ecke landet. Und ich als Mutter atme erleichtert auf: Die nächsten Wochen muss ich morgens keine supergesunden Pausenbrote schmieren, die Termine reduzieren sich auf ein Minimum und die tägliche Hausaufgabenkontrolle entfällt!

Doch schon nach den ersten entspannten Stunden meldet sich das mütterliche Pflichtbewusstsein zurück: Waren die letzten Mathe-Noten nicht zum Abgewöhnen und steht in der ersten Schulwoche nach den Ferien nicht ein Englisch-Test an? Eigentlich könnte man die freie Zeit hervorragend zum Lernen nutzen!

Von übertriebenem Arbeitseifer in den Ferien raten Experten wie der Pädagoge Dr. Jan-Uwe Rogge jedoch ab: Auch Kinder haben ein Recht auf Erholung und Schulbücher haben daher sowohl am Strand als auch im Wanderrucksack nichts verloren! Zumindest in der ersten Ferienhälfte sollte nicht einmal das Wort „Schule“ fallen. Das finde ich eine gute Idee, wirklich eine gewisse Zeit komplett frei zu halten. Nach drei Wochen kann man wieder anfangen und wenn das Ferienende naht, ist der Schüler wieder drin im Lern-Groove.

Lernen in den Ferien muss Spass machen

Man kann als Eltern andere Wege finden, den Nachwuchs auch im Urlaub zu fördern: Wenn es beim Lesen und Schreiben hakt, dann stehen eben des Öfteren Besuche in der Stadtbücherei auf dem Programm und im Restaurant erhält das Kind seine eigene Speisekarte. Und wäre es nicht nett, wenn der kleine Italien-Reisende seiner Oma selbst eine Ansichtskarte schicken würde?

Stellt dagegen Mathe das Problemfach dar, so bietet es sich an, eine Urlaubsreise in ein Land außerhalb der Euro-Zone zu unternehmen: Ob im Café oder im Supermarkt – Alle Preise lassen sich auch in Euro umrechnen! Wer lieber zu Hause bleibt, kann zum Beispiel gemeinsam Marmelade aus selbst gepflückten Erdbeeren einkochen – und dafür nicht die Mengenangaben aus dem Kochbuch verwenden, sondern diese halbieren oder sogar die zweieinhalbfache Menge zubereiten. Stehen gerade Längenmaße und Winkel auf der Agenda, so fehlt im Kinderzimmer sicher ein selbstgebautes Bücherregal!

Wenn die schulischen Leistungen Deines Kindes tatsächlich systematisches Lernen in den Ferien erfordern, dann sollte die Lernzeit in den letzten Ferienwochen laut Expertenmeinung auf höchstens eine Stunde täglich begrenzt sein. Eine Möglichkeit, den Schulstoff zu wiederholen oder zu festigen, stellt das Online-Angebot von scoyo dar. In bunten, von Pädagogen entworfenen Lernwelten werden die Lerninhalte spielerisch vermittelt und die Schüler erhalten sofort ein Feedback, was sehr motivierend wirkt.

Wie seht Ihr das? Gibt es bei Euch in den Ferien schulfrei oder lernt Ihr kontinuierlich? Vielleicht habt Ihr ja eine Geschichte dazu zu erzählen oder eine Meinung zu der forsa-Umfrage. Auf meinem Blog gibt es dazu eine Blogparade!

Im Zeitraum vom 20.Juni bis 18. Juli könnt Ihr in der Kommentarfunktion Eure Artikel zur Blogparade verlinken. Jeder neue Artikel wird bei mir auf FB und twitter geteilt. Bitte teilt Euren Artikel auf Euren social Media-Kanälen mit dem Hashtag #ferienlernen. Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge!!

Unter den teilnehmenden Blogs verlost scoyo eine sechsmonatige Mitgliedschaft.

Ein paar hilfreiche Tipps zum Lernen in den Ferien hält scoyo hier bereit.

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12 Kommentare

  • Reply Marie 24. Juni 2014 at 8:22 pm

    Guten Abend,

    ich beantworte deine Frage mit einem entschiedenen „Kommt drauf an“.

    Grundsätzlich bin ich dagegen und habe auch selber nur in der Abi-Vorbereitungsphase in den Ferien/ freien Tagen gelernt.

    Da eines meiner Kinder nach der achten(!!!pubertäres Faulfieber!!!) Klasse mit dem Versuch, eine Sprache ohne Vokabeln und Grammatik zu lernen, gelinde gesagt gescheitert war, habe ich dem faulen Strick drei Wochen der letzten Sommerferien Beine gemacht!!!

    Im Nachhinein muss ich gestehen, dass es nichts genützt hat, weil die Lehrerin durch eine noch schlimmere ersetzt wurde und dem Kinde trotzdem erst jetzt (ein Jahr später) eingefallen ist, warum es lernen sollte.
    Nun hat besagtes Kind besagtes Fach abgewählt.

    Hätte ich das gewusst, hätte ich weniger Stress gemacht.

    Aber zum damaligen Zeitpunkt sah ich die Chance auf im Prinzip leicht verdiente gute Noten, weil das Kind von Grund auf sprachbegabt ist.

    Generell würde ich so lange wie möglich versuchen, den Schulstoff und die Ferien strikt zu trennen!!

    Grüße,

    Marie

  • Reply Anna Luz 1. Juli 2014 at 1:30 pm

    Liebe Nina,

    hier mein Beitrag zur Blogparade „lernen in den Ferien“. Wichtiges Thema!

    Liebe Grüße, Anna Luz

    http://berlinmittemom.com/2014/07/01/einmaleins-oder-lagerfeuer-am-strand-lernen-in-den-ferien/

  • Reply Marie 1. Juli 2014 at 1:54 pm

    Hier eine nette Antwort von einer nicht-schulkind-aber-lehrerin-mama 🙂

    http://www.kalinchenundmama.blogspot.de/2014/07/lernen-in-den-ferienja-oder-nein.html

  • Reply In den Ferien lernen? - Muss das sein? | MomsOffice 3. Juli 2014 at 7:25 pm

    […] “Lernen in den Ferien – ja oder nein?” […]

  • Reply Sam 3. Juli 2014 at 7:34 pm

    Liebe Nina,
    ich habe soeben einen Beitrag zu Deiner Blogparade veröffentlicht.
    Gerade in diesem Jahr ist ‚Lernen in den Ferien‘ bei uns ein Thema.
    Ich hoffe, es ist nicht zu ausschweifend geworden!

    http://momsoffice.de/448/in-den-ferien-lernen/

    Liebe Grüße
    Sam

  • Reply Sabine 14. Juli 2014 at 10:04 am

    Lieb Nina,

    auch ich habe es vesucht:
    http://bebusybee.blogspot.de/2014/07/lernen-in-den-ferien-ein-gefahrliches.html
    – wie immer hat es nicht ganz zudem Ergebnis geführt, das erwartet wurde 😉

    LG von Sabine

  • Reply Sabrina 21. Juli 2014 at 8:34 am

    Servus.

    die Uta vom Vereinbarkeitsblog hat auch was dazu verfasst, findet ihr hier: http://www.vereinbarkeitsblog.de/lernen-in-den-ferien/

    (Ich verlinke nur, Uta hat nämlich schon Ferien. Gut hat sie das!)

  • Reply Blogparade: Sollen Kinder in den Ferien lernen? 18. Mai 2015 at 10:37 am

    […] oder nein?“ Mit die­ser Frage star­tete die Blog­ge­rin „Frau Mut­ter“ am 20. Juni eine Blog­pa­rade. Auf­hän­ger ist eine aktu­elle Umfrage unse­res Kun­den scoyo, Anbie­ter eines […]

  • Reply Lernen in den Ferien...ja oder nein? - kalinchens 8. Juni 2015 at 10:11 pm

    […] Die liebe Frau Mutter hat immoment eine interessante Blogparade.  Und zwar geht es um die Frage ob Kinder in den Ferien lernen sollten oder nicht. Da das Kalinchen noch kein Schulkind ist beantworte ich die Frage mal als fast-Lehrerin und Sozialpädagogin im offenen Ganztag! Ich arbeite nun genau ein Jahr in einer schönen kleinen Schule mitten in Münster. Das Jahr war geprägt von Stress, Streit, Tränen, Lernerei aber auch von Spass. Ich bin reif für Ferien, wirklich. Ich kann nicht mehr ich brauche Ruhe. Mein Kopf brummt. Immer dieser Lärm, schreiende Kinder die ständig was von einem wollen. Meine Stimm e mag auch nicht mehr, ich möchte einfach nicht mehr reden. Und wenn ich das sage, dann ist das wirklich Ernst. Ich rede viel und gerne. Und wenn ich reif bin für Ferien und Urlaub, dürfen dass auch die Kinder sein. Gerade für die I-Männchen war dieses erste Jahr ganz schön anstrengend und turbulent. Diese ganzen neuen Eindrücke müssen verarbeitet werden.  Klar gab es schon Herbst-Weihnachts- und Ostferien. Sommerferien sind aber irgendwie anders. Ich glaube eine Mischung, so wie Berlin Mitte Mom beschreibt ist ein guter Weg. Niemals würde ich in den Ferien verlangen, dass mein Kind Aufgaben aus Büchern machen muss. Aber warum nicht beim Einkaufen, am Strand oder sonstwo ein paar Rechenaufgaben lösen? Warum nicht den Einkaufszettel diktieren und vom Kind schreiben lassen? Warum nicht das Kind vorlesen lassen? Das sind Dinge die man einfach integrieren kann ohne, dass Kinder überfordert sind! Mein Fazit ist also: Wenn wir Erwachsenen Ferien brauchen, haben Kinder diese noch viel viel nötiger als wir. Dennoch dürfen sie angemessen gefördert werden! So und jetzt : NOCH 3 Tage dann sind Ferien…toll, das Semester dauert noch 3 Wochen… Viel Spass im Urlaub !!! […]

  • Reply Blogparade: Lernen in den Ferien? Klar! - Tulpentopf 10. September 2015 at 9:04 am

    […] Blogpost ist mein Beitrag zur Blogparade mit dem Thema  Lernen in den Ferien – ja oder nein? auf dem Blog von Frau Mutter in Kooperation mit scoyo […]

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