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Kopfschmerzen Kinder und Jugendliche: 10 Ursachen und Mythen

17. Februar 2016

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Initiative Schmerzlos.

Wenn Kinder Kopfschmerzen haben, machen sich die Eltern gleich große Sorgen. Bei uns kommt es zum Glück eher selten vor. Bei meinem 9jährigen Sohn schon eher. Es ist wichtig, der Ursache schnell auf den Grund zu gehen, um dem Kind schnell zu helfen. Wird er krank, ist er übermüdet oder hat er zuwenig getrunken? Wenn man weiß, worum es geht, kann man als Mutter schnell mit der geeigneten Therapie gegen die Kopfschmerzen beginnen. Wenn Ihr Euch für ein Medikament entscheidet, ist es wichtig, sich vorher bei einem Arzt und Apotheker beraten zu lassen. Die richtige Dosierung ist wichtig und vor allem: die Einnahme von Medikamenten sollte nicht zur Angewohnheit werden.

Um Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen ranken sich aber allerhand Mythen und Ammenmärchen. Auf der Seite der Initiative Schmerzlos gibt es viele Informationen und Tipps, wie ihr euren Kindern helfen könnt.

Kopfschmerzen Kinder und Jugendliche: Ursachen und Mythen

Wenn Kinder und Jugendliche Schmerzen haben, stellt sich für Eltern die Frage, was wirklich hilft. Die medizinischen Experten der Initiative Schmerzlos haben daher die bekanntesten Mythen genau unter die Lupe genommen.

1. Handy-Strahlung: Die gefährliche Strahlung von Handys kann Kopfschmerzen verursachen.

Dr. med. Astrid Gendolla: „Es gibt keine Studie, die darauf hinweisen würde, dass die ‚Strahlung‘ durch die normale Benutzung von Handys oder von anderen ‚elektrischen‘ Quellen zu Kopfschmerzen oder Migräne beitragen könnte.“

2. Kopfschmerzen und Kaugummi: Reduziert der Verzicht aufs Kaugummikauen das Risiko für Kopfschmerzen?

Dr. med. Raymund Pothmann: „Es gibt Hinweise, dass extensives Kaugummikauen über mehrere Stunden pro Tag mit mehr Kopfschmerzen einhergeht. Für ‚normales‘ Kaugummikauen gilt das nicht.“

3. Vom ewigen Starren auf die Flimmerkiste: Zu viel Fernsehen und Computerspiele machen Kopfschmerzen.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: „Ein kausaler Zusammenhang konnte in Studien nicht belegt werden, allerdings verbringen männliche Jugendliche mit Kopfschmerzen laut MUKIS-Studie* mehr Zeit mit Spielen am PC als Jugendliche ohne Kopfschmerzen; dabei ist aber nicht geklärt, was Folge und was Ursache ist.“

4. Wenn das Wetter wechselt: Temperatur und Luftdruck sind verantwortlich für Migräne.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: „Wetterfühligkeit und Wetterveränderungen sind die am häufigsten angegebenen Trigger für Migräneattacken. Dabei hat sich aber keine Regelhaftigkeit herausgestellt: Während der eine auf hohen Luftdruck reagiert, reagiert der andere auf niedrigen Luftdruck. Für Deutschland ist festgestellt worden, dass signifikant mehr Migräneattacken auftreten, wenn es größere Veränderungen in der Lufttemperatur gibt, die Richtung der Änderung ist dabei egal. Ansonsten gibt es Hinweise, dass bestimmte Wetterlagen wie das Föhnwetter in Süddeutschland Migräneattacken auslösen können. Dies ist aber nie vorhersagbar. Außerdem kann nicht sicher gesagt werden, ob wirklich das Wetter oder nur die Erwartung als Auslöser dienen.“

Kopfschmerzen Kinder und Jugendliche: dem Schmerz vorbeugen!

Kopfschmerzen Kinder und Jugendliche: dem Schmerz vorbeugen!

5. Der Feind lauert im Essen: Von A wie Alkohol bis Z wie Zitrusfrüchte, wer ist schuld am dröhnenden Kopf?

Dr. med. Raymund Pothmann: „Nahrungsmittel sind wohl das am meisten untersuchte Gebiet unter den Migränetriggern. Um es klar zu sagen: Es gibt nur ganz wenige Stoffe, von denen nachgewiesen werden konnte, dass sie bei einigen Betroffenen regelhaft Migräne auslösen können. Schokolade, Käse, Nüsse und Zitrusfrüchte sind nicht darunter. Etwa ein Viertel der Migränepatienten ist sensibel auf Alkohol, am ehesten auf französischen Rotwein. Darin enthaltene Stoffe, die noch nicht identifiziert sind, können Kopfschmerzen verursachen (z. B. alte Bordeaux-Weine). Bei Jugendlichen weist die MUKIS-Studie* Cocktails als kritische Trigger aus. Der Geschmacksverstärker Glutamat kann ebenfalls Kopfschmerzen bei Migränepatienten auslösen. Dabei handelt es sich häufig nicht um typische Migräneattacken, sondern um einen dumpfen Kopfschmerz, der sich von Migräne unterscheidet.“

6. Reaktionsvermögen auf Überreizung: Migränehirne ticken anders.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: „Ja, dies gilt aber nur für die Zeit zwischen zwei Attacken: Je näher eine Migräneattacke kommt, desto weniger Anpassung zeigen Migränepatienten in der Reizverarbeitung. Dies bedeutet, dass sie Reize auch nach längerer Zeit noch genauso schnell verarbeiten können wie zu Anfang. Dies kann ein Vorteil sein, wenn man schneller reagiert und mehr von der Umgebung mitbekommt. Dies kann aber auch ein Nachteil sein, wenn mehrere Reize gleichzeitig auf einen einströmen: Dann können Migränepatienten schlechter die unwichtigen Reize ignorieren und erleben alles mit, sie werden von den Reizen quasi überflutet.“

7. Migräne ist Frauensache: Unter Migräne leiden bei weitem mehr Frauen als Männer.

Dr. med. Astrid Gendolla: „Die angeborene Veranlagung für Migräne ist unter Frauen und Männern gleich verteilt. Nur im Alter zwischen etwa 20 und 50 Jahren haben Frauen 2- bis 3-mal häufiger und mehr Migräne als Männer, da durch die besondere hormonelle Situation der Frau mehr Attacken ausgelöst werden.“

8. Auslöser erkennen: Was ist dran an den drei „S“ der Migränetrigger: Stress, unregelmäßiger Schlaf, Stimmungsschwankungen?

Dr. med. Raymund Pothmann: „Stress, d.h. psychosoziale Belastung durch viele unangenehme Aufgaben oder Konflikte, und unregelmäßiger Schlaf können Migräneattacken auslösen. Stimmungsschwankungen sind häufig eher die Folge einer Migräne als der Auslöser.“

9. Dosierung von Schmerzmitteln: Viel hilft viel oder ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste?

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: „Es gilt bei Kopfschmerzen und Migräne immer der bestimmungsgemäße Gebrauch. Das bedeutet, man soll Akutmedikamente an maximal 10 Tagen im Monat einnehmen, dann aber so früh wie möglich und auch ruhig in höherer Dosierung. Es gilt also: ‚Viel hilft viel‘ in der akuten Attacke und ‚Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste‘ beim Langzeitgebrauch von Schmerzmitteln.“

10. Heilung von Migräne: Besondere Ernährungsformen wie z. B. die „No-Carb-Diät“ können Migräne heilen.

Dr. med. Astrid Gendolla: „Grundsätzlich ist es nicht möglich, Migräne zu heilen. Die Veranlagung bleibt ein Leben lang, sodass immer Attacken auftreten können, auch wenn sie bei den meisten Patienten mit zunehmendem Lebensalter immer seltener kommen. Gerade Anbieter von bestimmten Diäten versprechen eine Heilung von Migräne, ohne dass es dafür Belege gäbe. Dies gilt auch für die ‚No-Carb-Diät‘, die im Gegenteil sogar bei Migräne problematisch ist, da Menschen mit Migräne regelmäßig Kohlenhydrate benötigen.“

Um Kopfschmerzen bei Kindern in den Griff zu bekommen und den wahren Ursachen auf den Grund zu gehen, hilft es auch, ein Schmerztagebuch zu führen. Das ist auch eine Hilfe für den behandelnden Kinderarzt.

 

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1 Kommentar

  • Reply Sabrina Be 17. Februar 2016 at 12:03 pm

    Hallo! Bei einer Bekannten löste Zucker Migräne aus. Sie hatte es sehr schlimm. Seit sie drauf verzichtet hat sie das Problem nicht mehr. Bei meiner Mutter und mir war die Pille der Auslöser. Seitdem gab es keine einzige Attacke mehr. Ich bekam diese vorsorglich verschrieben damit ich keine Akne bekomme. Ich war als Jugendliche oft wegen Migräne zu Hause, später nahm ich starke Schmerzmittel. Zum Glück brauche ich diese heute nicht mehr. LG

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