Kind und Erziehung

Mein Sohn und die Frauen oder: Früh übt sich, wer ein Aufreisser werden will

2. September 2014

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Mein Sohn hatte Glück. Seine ersten Jahre verbrachte er in Stockholm. Überall überirdisch schöne Frauen! Wann immer Sebastian sie mit seinem ersten Wort „hej“ beglückte, wurde ihm immer geantwortet. „Hej hej“ oder sogar „Hei, Du sötnos“ („Hallo, Du Süsser“) bekam er dann oft zu hören. Nun ist er acht Jahre alt und sieht nicht ein, warum das bei den deutschen Mädchen anders sein sollte. Sein Freund Benni ist ähnlich unerschrocken in der Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht. Beim täglichen Schulweg sehen die beiden des Öfteren eine Gruppe älterer Mädchen, die von den beiden Mini-Machos angebaggert werden…..

„Du Mama, gestern habe ich mit Benni so Mädchen getroffen.“

„Welche Mächen?“

„So „TEENIE-Mädchen“. Die Stimme meines Sohnes wird tiefer und bedeutungsschwanger. „Tennie-Mädchen“ sind offenbar für achtjährige Jungs etwas besonders Exotisches.

„Schön, waren Sie nett?“

„Die hatten so eine Bluse an, wo man den Bauch gesehen hat und die eine hatte schon „Brüsten“.“

What? Ich halte kurz den Atem an. Mein Sohn, mein Baby, mein Kleiner achtet schon auf bauchfreie Tops und -hüstel- Oberweite?

Sebastian erzählt unbeirrt weiter.

„Der Benni war dann ganz tapfer und hat sie angesprochen. „Hey, Ladies“ hat er gesagt. Mein Sohn lacht sich kringelig und freut sich diebisch.

Wenn das alles war….Ich bin etwas erleichtert. Das klingt ja noch ganz harmlos.

„Und haben Euch die Mädchen geantwortet?“

„Nein, sie haben nur soo geschaut.“ Sebastian imitiert naturgetreu den Blick einer durchschnittlichen Dreizehnjährigen, die von einem achtjährigen Möchtegern- Aufreisser angebaggert wird. Sogar das trotzige Hand-in-die-Taille-stemmen kann er nachmachen.

„Weisst Du, Mama, ich habe mir was für morgen überlegt. Wenn ich die Mädchen wieder treffe, sage ich auch „hey Ladies“ , dann mache ich aber sooo.“

Sebastian stellt sich vor mich, legt den Kopf schief und tippt mit Zeige- und Mittelfinger „checkermässig“ an seine Stirn. Als er am nächsten Tag freudestrahlend nach Hause kommt, bin ich sehr gespannt.

„Und, haben die Mädchen was zu Euch gesagt?“

„Nein, aber das ist doch EGAL. „Hey Ladies“ sagen macht einfach sooo Spass.“ Den Rest des Nachmittags perfektioniert Sebastian weiter seine Anmachsprüche, zwar sind die Nachbarjungs die Adressaten, aber das scheint allen egal zu sein.

Woher hat mein Sohn dieses südländische Temperament? War er in seinem früheren Leben Surflehrer auf Ibiza? Oder hat hier nur die Mama ein Problem?

Nun, zu üben ist gut! Und eine unbeschwert, hartnäckige Art mit den „ladies“ führt sicher zum Erfolg. Aber er ist doch noch sooo klein….

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5 Kommentare

  • Reply Katharina 2. September 2014 at 7:41 am

    Wunderbar!

  • Reply Mama notes 2. September 2014 at 9:17 am

    Tihihihi 🙂 Herrlich!
    Du könntest ihm doch sachdienliche Hinweise geben, wie so etwas geht? 😉

  • Reply Frau Mutter 2. September 2014 at 10:24 am

    Danke! Ja, ich habe ihm schon gesagt, dass Frauen Männer mit Humor mögen;)

  • Reply Rike 2. September 2014 at 4:48 pm

    Da können sich die Mädels aber warm anziehen… und Mama auch… wenn irgendwann die Groupies von Don Charmy vor der Tür stehen 😉

  • Reply Cary 3. September 2014 at 10:39 am

    Hallo!

    Ui, da steht uns ja einiges bevor. Unser Lockenkopf flirtet gefühlt seit er auf der Welt ist mit allem Weiblichen, was ihm über den Weg läuft. Lehnt sich sogar meilenweit aus dem Kinderwagen, nur um die Dame an der Kasse zu bezirzen. Ich bin gespannt, wie das wird, wenn er größer ist. Nach Deinen Erzählungen muß ich mich wappnen!
    Beste Grüße,
    Cary

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