Eltern Interviews

Die Trotzphase ist kein Ponyhof: Interview mit Autorin und Mutter Christina

25. September 2017
die Trotzphase ist kein Ponyhof

Die Trotzphase ist kein Ponyhof, so heißt das druckfrische Buch meiner lieben Blogger-Kollegin Christina Tropper aus Österreich. „Phase“ ist ja eigentlich ein lustiger Begriff, denn auch meine Kinder (6 und 11 Jahre alt) haben immer mal wieder so einen „Autonomie-Anfall“. Oder haben sie mittlerweile ihre Eltern und ihre Schwächen erkannt und können einfach besser argumentieren? Könnte auch sein….

Der Titel des Buches ist so wahr-die Trotzphase, auch wenn man die Kinder dabei versteht und diese Zeit für die Entwicklung wirklich wichtig ist, ist einfach sooooo herausfordernd für Eltern. Ein paar Nerven habe ich in dieser Zeit wohl für immer verloren.

Tatsächlich fühlt man sich dem trotzenden Kind etwas hilflos gegenüber, da hilft Christinas Ratgeber sehr. Fundiert, anschaulich und wertschätzend geschrieben, den Eltern und Kindern gegenüber, die sich gerade in dieser Phase befinden (ich wollte mich in dieser Zeit auch oft auf den Boden werfen….).

Ein wirklich gutes Buch zur Trotzphase bzw. Autonomiephase

Gut gefallen hat mir auch, dass andere Eltern mit praktischen Tipps zu Wort kommen, denn man kann ja nie genug Rat und Hilfe bekommen, wie man dem Wüten am besten begegnet. Übrigens kommt der Humor auch nicht zu kurz, wie wir das aus Christinas Blog schon kennen. So ist der Ton nie von „oben herab“, sondern kameradschaftlich wie das unter Müttern sein sollte.

Finde ich persönlich die 1A-Überlebensstrategie überhaupt, wenn Ihr mich fragt…Was das Buch auch gut aufzeigt ist, dass die sog. Trotzphase, auch Autonomiephase genannt, sehr hilfreich für das Kind ist und es danach viel gelernt hat.

Die wirklich akute Trotzphase war bei meiner Tochter übrigens mit viereinhalb Jahren vorbei. Als ich ihr wieder einmal gebetsmühlenartig erklärte, warum man Sandalen nicht im Winter tragen kann, überlegte sie kurz und sagte: „Stimmt. Dann ziehe ich halt andere Schuhe an.“ Werde ich nie vergessen, so glücklich und dankbar war ich damals…

Hier könnt Ihr das Buch bestellen:

Die Trotzphase ist kein Ponyhof: Interview mit Christina Tropper

Warum ist es für Eltern so schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn das Kind „trotzt“? Wir wissen doch alle, dass es nicht bös gemeint ist!

Egal ob böse gemeint oder eben nicht: Wenn man als Mensch – oder im Fall der Trotzphase als Elternteil – angeschrien wird, verletzt einen das natürlich. Es ist egal wer einen anbrüllt: Ob das nun der Chef, der Ehemann oder das Kind ist. Natürlich mag das niemand. Als Eltern denkt man sich dann schnell: „Habe ich was falsch gemacht?“ Das ruhig bleiben ist deshalb schwierig, weil wir Eltern eben auch nur normale Menschen sind und Gefühle haben. Und weil wir nicht verstehen können, warum es jetzt in der Situation unbedingt der blaue Löffel sein muss, und nicht der grüne sein darf.

Gib uns doch mal drei gute Strategien mit, wie wir als Mutter oder Vater besser reagieren können, bitte!

1) Trotz darf man nie persönlich nehmen: Wenn mir auf der Straße jemand die Vorfahrt nimmt, dann bin ich ja auch nicht verletzt, gekränkt oder böse. Ich denke kurz: „Idiot!“ und fahre dann ganz normal weiter ohne mich groß zu ärgern. Im Fall der Trotzphase sollte man einfach denken: „Kind hat Phase – wird wieder“. Und man sollte aus einem kleinen Ausraster nicht mehr machen als es ist. Je enger eine Beziehung ist, desto persönlicher nehmen wir Worte oder Gesten. Fakt ist, dass Kinder nicht aus Bosheit trotzen, sondern aus Überforderung. Es ist ein Kurzschluss im Gehirn, der einfach kommt. Daher: Bitte nicht gekränkt oder überfordert sein. Es bringt nichts.

2) Den Kindern so viele Freiheiten wie möglich geben:  Denn mit Kleinkindern ist es wie mit dem Chef im Büro: Wenn dich der Chef nur machen lässt, dann ist das Ergebnis oft richtig gut! Ohne Druck, ohne Zwang. Nach dem Motto „Schöner Scheitern“ sollte man Kindern freie Hand zum Erforschen und Experimentieren lassen. Auch wenn z.B. das Anziehen dann mal wieder etwas länger dauert. Geduld ist das Stichwort.

3) Den eigenen Kopf kurz auslüften: Wenn ich einen schlechten Tag hatte und plötzlich die Zwillinge gleichzeitig zu trotzen beginnen, dann flüchte ich kurz aufs Klo (Ich muss natürlich wissen, dass sie sich nicht verletzten können). Aber man hat dann kurz eine Minute um tief durchzuatmen und kann dann wieder viel gelassener in die Situation reingehen.

Kann man den Trotz des Kindes eigentlich überhaupt eindämmen oder muss man sich selbst ändern?

Man muss die Einstellung ändern. Die Trotzphase heißt ja auch Autonomiephase: Das heißt wir sollten  Und man kann vielleicht ein bisschen vorplanen. Denn: Gewisse Trotzsituationen kündigen sich an. Kinder rasten aus, wenn sie müde oder hungrig sind, wenn es zu Hause chaotisch ist, weil ein Termin eingehalten werden muss. Oder im Supermarkt. Gerne auch mal im Bus. Warum? Weil sie von den vielen Reizen überfordert sind. Deshalb: Hektik vermeiden, Zeitpuffer einplanen. Fünf Minuten Bagger-Beobachtung muss immer drin sein.

Woher kommt eigentlich dieses blöde Gefühl, dass nur die eigenen Kinder so viel trotzen? Sollten wir Eltern alle mal viel öfters offen darüber reden?

Ach – beim Nachbarn sind die Kirschen doch immer süßer oder? Im Endeffekt neigt man dazu, dass man bei den eigenen Kindern viel genauer hinsieht als bei den anderen. In Wirklichkeit trotzen alle Kinder. Die einen ein bisschen mehr, die anderen ein bisschen weniger. Aber im Endeffekt sitzen wir doch alle im gleichen Boot.
In Deinem Buch ist ein kritisches Kapitel zum Thema Medienkonsum. Was hat zuviel „glotzen“ mit Trotz zu tun?

Der Exkurs hat sich angeboten, weil viele Trotzanfälle ja auch im Zusammenhang mit Medienkonsum passieren. „Ich will aber Fernschauen!“ „Gib mir das Handy!“ sind ja Klassiker im Kleinkindalltag.

Liebe Tina, danke für das Interview und dein gutes Buch!

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