Gastbeiträge

Weihnachten mit Hello Kitty: Die Katze ist überall!

8. Dezember 2016
hello kitty

Hello Kitty stand auch bei uns mal sehr hoch im Kurs, zusammen mit Bob, dem unseligen Baumeister, Laura und Caillou. Ihr kennt sie alle. Meine Kolumnistin Sandra schreibt heute über Weihnachten mit „Hallo, Kätzchen“. Viel Spaß dabei!

Hilfe, da kommt Hello Kitty!

Meine kleine Tochter ist im Hello Kitty Fieber. Sie wünscht sich alles von Hello Kitty. Bettwäsche von Hello Kitty, eine elektrische Zahnbürste von Hello Kitty, einen Zahnputzbecher von Hello Kitty, ein Keyboard von Hello Kitty, ein Puzzle von Hello Kitty, eine Fotokamera von Hello Kitty, eine Plüsch-Hello-Kitty, Unterwäsche von Hello Kitty, Klopapier von Hello Kitty. Eben alles von dieser vermaledeiten Figur!

Und wenn nicht alles von Hello Kitty ist, schreit sie uns das ganze Haus zusammen. Das geht natürlich gar nicht an Weihnachten, also durchstreife ich die Kaufhausprärie auf der Jagd nach dem überlebenswichtigen Objekt der Begierde. Egal was, Hauptsache diese milchgesichtige, wasserköpfige, dämlich dreingrinsende Mietze ist drauf. Bettwäsche habe ich schon gefunden, drück ich gleich mal der Oma aufs Auge, ich kann ja schließlich nicht alles kaufen….

Die Plüsch-Katze ist überall und ich bestelle wie wild

Mit der Hello-Kitty-Zahnbürste wird es da schon schwieriger. Aber was ich nicht in der Stadt kriege, das bekomme ich im Internet. Und dort wird mir das ganze Ausmaß der Merchandise-Industrie erstmal bewusst. Dieses verfluchte Katzenvieh gibt es nicht nur als Plüschtier im üblichen Pink, sondern in verschiedenen Outfits – die Hello Kitty im Schottenrock mit Schottenschleife auf der Runkelrübe ist ja zu niedlich – klick – schon bestellt. Die Zahnbürste von Hello Kitty in Einmal-benutzen-Wegwerfqualität – kein Problem – klick – bestellt. Ich verfalle in eine Art Hello-Kitty-Rauschzustand, in dem ich das Keyboard, die Bettwäsche für die Oma, die Plüsch-Kitty im Schottenrock, die Fotokamera, das Essgeschirr und das Hello-Kitty-Besteck käuflich erwerbe.

Und wieso ist die Kitty auf dem Besteck nur Silber abgebildet? Die muss doch pink sein!!! Schlamperei – trotzdem klick – bestellt – meine Kauflust kennt keine Grenzen, und zu guter Letzt bestelle ich auch noch die Hello-Kitty-Parkscheibe mit Einkaufs-Chip für mich dazu. Mist, die darf ich natürlich erst nach Weihnachten benutzen, sonst ist die Überraschung für meine Kleine ja weg. Ich stampfe wütend auf den Boden auf. Menno! Nach soviel exzessivem Weihnachtskaufrausch falle ich in einen unruhigen Schlaf. Habe ich auch alles vom Wunschzettel gekauft?

hello-kitty

Hello Kitty erscheint im Traum und will die Weltherrschaft

Ich habe in dieser Nacht meinen schlimmsten Albtraum. Die Plüsch-Hello-Kitty mit dem Schottenrock wird lebendig und klaut sich das Darth-Maul-Doppellichtschwert meiner Großen. Damit bedroht sie mich und die Kinder. „Unterwerft Euch!“ brüllt sie mit einer unglaublich dunklen Stimme, die man bei ihrer milchgesichtigen Visage jetzt nicht vermutet hätte. Meine Kleine rennt die Arme voraus auf Hello Kitty im Schottenrock zu, um sie zu knuddeln. Da schnellt auch schon das Lichtschwert nieder, wwwwwwwwwschschschsch, und verfehlt die ausgestreckten Arme meiner Kleinen nur um Millimeter. Die Kleine schreit, die Große auch und ich werfe mit der Dampfbügelstation, die urplötzlich neben mir aufgetaucht ist, nach der Gruselkitty. Ich sollte dringend mal wieder bügeln, denke ich im Traum.

Kitty weicht gekonnt aus und die Bügelstation fliegt in den Wandspiegel. Tausend Splitter liegen am Boden, aber Kitty kümmert das nicht. Sie läuft darüber und schwingt weiter das Schwert. Wir tänzeln um sie herum, können aber nicht zur Wohnungstür vordringen, um zu flüchten. Polizei anrufen geht auch nicht, die erklären mich ja für verrückt, denke ich im Traum, als ich an der Telefonstation vorbei tänzele, während Hello Kitty das Lichtschwert schwingend zum Geschenkeschrank vordringt. Sie öffnet die Schranktür und rekrutiert in Windeseile alle Hello-Kitty-Soldaten aus dem Schrank. Das Keyboard stakst vierbeinig auf uns zu, aus dem Mikrofon fliegen Laserstrahlen, die uns Arme und Beine versengen. Ich schreie verzweifelt: „Was willst du von mir und meinen Kindern?“ Das Kätzchen kann plötzlich sprechen: „Die Weltherrschaft!“

Ich wache schweißgebadet auf. Ich gehe zum PC schaue noch mal über meine Hello-Kitty-Bestellung. Zur Weltherrschaft habe ich der Katze persönlich verholfen….

Sandra S Kolumne Foto

Sandra S., 40, lebt mit Mann und Töchtern in Kiel. Sie dreht “ehe-technisch” bereits die zweite Runde, wirkt oft bei Poetryslams mit und schreibt außerdem Kurzgeschichten. Wenn sie nicht gerade textet, das Meer oder ihre Familie genießt, singt sie mit Leidenschaft und Inbrunst. Bei Frau Mutter ist sie die Expertin für die Liebe oder was das ist, “wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben.”

Das könnte auch interessant sein…

Keine Kommentare

Kommentieren