Gastbeiträge

Frau Sandra erklärt die Liebe: Wie wichtig ist Nachtwäsche für das Liebesleben?

4. Oktober 2015

socken

Kolumnistin Sandra hat sich heute mal wieder Gedanken darüber gemacht, wie das ist, wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben. Also so richtig, mit Anfassen und so.

Heute geht sie der Frage nach, wie wichtig eigentlich die richtige Nachtwäsche für das elterliche Liebesleben ist. Muss es immer das lachsfarbene Negligé sein oder tut es auch die Pyjamahose mit dem T-Shirt von der Sparkasse? Ist Pandabären-Nachthemd aus Fleece etwa nicht erotisierend?

Ich habe immerhin zwei Kinder bekommen, obwohl ich jede Nacht puschelige Bettsocken trage. Das ist doch auch schon was, oder nicht? Viel Spaß bei Sandras Text!

Bei Negligè kriege ich Nacken

Ich habe noch nie Negligés getragen. Warum? Ja, warum eigentlich? Heute mit 43 Jahren ist die Antwort ganz einfach: Ich hab´ Nacken! Wenn ich nachts in einem spaghetti-beträgerten Negligée ins Bett schlüpfe, hätte ich möglicherweise deshalb den Sex meines Lebens mit meinem Gatten, aber am nächsten Morgen einen steifen Hals und übelste Kopfschmerzen. Und bei aller Liebe, der Preis ist mir dann doch zu hoch.

Abgesehen davon frage ich mich: „Gibt es wirklich Frauen, die in sowas jede Nacht verbringen?“ Nicht mal Carrie Bradshaw in Sex and the City tut das. Und in Keinohrhasen trägt Anna sogar ein Hasen-Fleececatsuit und kriegt damit Til Schweiger ins Bett!
Also: wie wichtig ist die Nachtwäsche denn tatsächlich für das Nachtleben?

Mit süßen 22 erhielt ich die erste Kritik zu meinem Nachtgewand von meiner damaligen großen Liebe, denn mal Butter bei die Fische, ich hab eigentlich auch vor dem Nacken nie reizende Nachtwäsche getragen.
Und er hatte Recht: Das Kindernachthemd mit Pandabäraufdruck im Jutesackformat – ein Relikt meiner einsamen Teenienächte – erregte ähnlich erotische Fantasien wie ein Aktenschrank im Finanzamt.

Wenn ich also als Frau auch nachts wahrgenommen werden wollte, musste was anderes her. Das Panda-Nachthemd wurde durch alte Depeche-Mode-Fan-T-Shirts ersetzt, die zwar kürzer und weniger sackartig waren, aber ähnlich erotisierende Wirkung hatten. Da war der Freund aber schon über alle Berge.

Die langlebigen T-Shirts wurden durch C&A-Pyjamas (für den Winter) ergänzt, bis mir auffiel, dass meine Mutter die gleichen Modelle trägt – allerdings ganzjährig – und die … lebt alleine.

Der Kompromiss: Das alte Herrenhemd, aber bitte nicht gestreift!

Als ich meinen zweiten Mann kennen- und lieben lernte, war der Spitzenreiter meiner Nachtbekleidung gerade das ausrangierte Herrenoberhemd meines Ex-Lovers, was ich aus naheliegenden Gründen recht schnell wieder entsorgt habe.

Aber Nachthemden in Form von Herrenhemden haben es mir seitdem angetan und kommen bei der Männerwelt im Großen und Ganzen auch recht gut an (wenn´s nicht gerade das vom Ex ist). Sie sind kurz, zeigen also viel Bein und man(n) kann sie herrlich aufknöpfen, wenn´s zu körperlicher Nähe kommt, was den Reiz ungemein erhöht.

Denn mal ehrlich, wann zieht man sich als Ehepaar denn noch gegenseitig aus? Wenn´s zu Sex kommt, sind wir sowieso schon im Nachtzeug oder jeder zieht sich routinemäßig selbst aus (und legt die Klamotten am besten noch fein säuberlich auf den dafür vorgesehenen Stuhl), bevor es auf Tuchfühlung geht. Sehr romantisch!

Ultrawichtig bei den Hemden ist aber das Design. Unifarben gerne, vor allem bei leichten, durchscheinenden Stoffen (hier lohnt es sich, vor der Nachttischlampe ein paar mal auf und ab zu gehen, um den Effekt optimal in Szene zu setzen). Mit selbigem Exemplar habe ich im Schlafzimmer schon echte Aufmerksamkeit erregt und es ist das einzige Nachthemd, an das sich mein Mann je erinnert hat.

Hemden mit Pünktchen oder Karos funktionieren auch. Streifen auf gar keinen Fall! Sie bringen ungewollte Assoziationen („Frau Sandra bitte zur Kasse 5“ oder „hey Papa, da kommt ein Panzerknacker aus dem Bad“) und dienen somit nicht zum Entfachen erotischer Fantasien.

Das Tollste an den Hemden? Sie sind nicht nur bequem und um ein Vielfaches erotischer als ihre Snoopy/Panda/Hello-Kitty- und Fan-T-Shirt-Konkurrenz, sondern haben auch einen Kragen für zugempfindliche Nacken. Und ich bekomme sie meist kostengünstig im Kleiderschrank meines Mannes, wenn der mal wieder ausgemistet werden muss!

Das Herrenhemd ist für mich also die eierlegende Wollmilchsau!

Übrigens gilt auch für den Mann ein Dresscode im Bett. Mit grau-gestreiften Alte-Opa-Schlafhosen wird man eher einen Fluchtreflex bei seiner Frau auslösen, als ein loderndes Feuer der Leidenschaft entzünden. Auch hier ist die Grätsche zwischen Alltagstauglichkeit und einem Hauch von Erotik unerlässlich.

Ich probiere im nächsten Sommer übrigens meine neuen Shorts-Pyjama mit der Aufschrift „Dreams can become true“ aus. Ich hoffe, er hält was er verspricht …

Sandra S Kolumne Foto

Sandra S., 40, lebt mit Mann und Töchtern in Kiel. Sie dreht “ehe-technisch” bereits die zweite Runde, wirkt oft bei Poetryslams mit und schreibt außerdem Kurzgeschichten. Wenn sie nicht gerade textet, das Meer oder ihre Familie genießt, singt sie mit Leidenschaft und Inbrunst. Bei Frau Mutter ist sie die Expertin für die körperliche Liebe oder was das ist, “wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben.”

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3 Kommentare

  • Reply Edna Mo 8. Oktober 2015 at 12:18 pm

    Geehrte Flauschsocken-Befürworterin, über verschlungene Pfade bin ich auf ihrem Blog gelandet und habe mich sofort an diesem Artikel festgesaugt.
    Als Männerhemden-in-jeder-lebenslage-Trägerin bin ich noch nie auf den Gedanken gekommen, dieses als Nachtgewand zu tun – ein spitzenmäßige Idee, die sogleich in die Tat umgesetzt wird. Vielen Dank dafür!
    Ansonsten kann ich aus meiner Erfahrung berichten, dass auf der ehelichen Gegenseite Kleidung beim Kuscheln prinzipiell als Hindernis empfunden wird, welche sofort entfernt wird, egal ob es das seidene Hemdchen oder das Hello-Kitty Bigshirt ist (die Flauschsocken verdecken nichts und dürfen dran bleiben). Das mag zwar wenig romantisch klingen, ist aber durchaus ganz praktisch. Vor allem bleiben die Füße warm!
    Dir einen schönen Tag! Liebe Grüße Edna Mo

  • Reply Frau Mutter 8. Oktober 2015 at 12:39 pm

    Liebe Edna Mo,

    danke für Deinen Tipp und schön, dass Du hierhin gefunden hast. LG Nina

  • Reply # Lieblinks der Woche | 10. Oktober 2015 at 7:15 pm

    […] Sandra schreibt bei Frau Mutter sehr witzig über die Rolle von Nachtwäsche im […]

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