Frau Mutters Tipps

Das schönste Geschenk: Mein persönliches Parfum!

21. Juli 2016

Letzte Woche ging ein Herzenswunsch von mir in Erfüllung. Ich durfte mit einem Berliner Parfumeur mein eigenes, persönliches Parfum kreieren. Seit frühester Kindheit spielen Düfte eine große Rolle für mich. Meine Kindheitserinnerungen sind in Düften abgespeichert. Omi Tutti roch nach „Uralt Lavendel“ und selbst gemachter Pflaumenmarmelade, Oma Emmy nach „Nongschalangs“ (Nonchalance) und Marlboro. Spätestens mit acht Jahren hatte mich die Parfum-Faszination gepackt und ich sparte zwei Monate mein Taschengeld, um mir endlich „My Melody Dreams“ in blau kaufen zu können.

Mit 15 Jahren und mitten in der Pubertät experimentierte ich dann mit schweren, süßen und orientalischen (ich dachte „betörenden“) Düften wie „Samsara“ von Guerlain oder dem all time favorite der 90er Jahre „Poison“ von Dior. Der arme Junge neben mir in der Schulbank wurde nachhaltig narkotisiert. Seit dieser Zeit war ich auf der Suche nach dem einen, einzigen Duft für mich.

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Der Zufall wollte es, dass ich vor ein paar Wochen auf einer Veranstaltung den sympathischen Günter Rother traf, der an einem Stand massgeschneiderte Raumdüfte anbot. Er stellt neben den Parfums edle Naturkosmetik her (Seifen, Bäder, Raumdüfte und Saunaaufgüsse) und betreibt zusammen mit seiner Frau in den Berliner Hackeschen Höfen seine schöne Amba Seifen- und Parfum-Manufaktur. Wir kamen sofort ins Gespräch, „Duft“- Menschen verstehen einander eben. Ergebnis dieser ersten duftenden Zusammenarbeit war dann ein Raumduft mit Vetiver, Sandelholz und Lavendel, der mich jeden Tag in meinem home office erfreut und wirklich perfekt passt. Ob er denn mit mir auch ein „richtiges“ Parfum machen würde, fragte ich ihn. Und er sagte ja!!!

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Warum nur natürliche Essenzen?

Eine Woche später besuchte ich ihn in seiner Seifen- und Parfumwerkstatt und kreierte mit ihm zusammen zwischen edlen ätherischen Ölen und Seifen mein eigenes, persönliches Parfum. Ein Traum ging in Erfüllung, endlich ein Parfum nur für mich!

Günter Rother ist ein Duftmensch durch und durch, er kann wunderbar kenntnisreich und interessant über Essenzen und die Wirkung von Düften sprechen. „Düfte erreichen unser lymbisches System, das sich in unserem ältesten Gehirnteil, dem Stammhirn befindet. Von dort kann es direkt auf unser „Bauchgefühl“ wirken aber natürlich auch auf alle anderen Regionen, Reaktionen und Aktionen. Sie wirken unmittelbar. Auf einen Duft reagiert jeder sofort – erfreut oder nicht erfreut – fast immer spontan, ohne grossartig darüber nachzudenken.“, sagt er. Wie findet man denn nun den einen, eigenen Duft? Herr Rother antwortet mit einer Gegenfrage: „Woran erkennt man guten Wein? Probieren!“

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Es wird schnell klar, dass im Verständnis dieses Parfumeurs alle Sinne zusammengehören. Seine Maxime, nur natürliche und keine künstliche Duftstoffe zu verwenden, macht plötzlich sehr viel Sinn. Ein hoher Anspruch, der sich durch seine gesamte Arbeit zeiht.

„Alles was uns umgibt, ist mit uns gewachsen, unser Organismus ist auf die Wirkung ätherischer Öle abgestimmt. Natürliche Essenzen sind lebendige Produkte, die sich je nach Klima und Anbaugebiet deutlich unterscheiden. Man kann mit synthetischen Duftstoffen keine lebendigen Prozesse unterstützen.“

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Er lässt mich zum Beweis an zwei Fläschchen mit Rosenöl schnuppern. Um ein Kilogramm Rose absolue zu gewinnen, müssen übrigens 5000 kg Blüten verarbeitet werden. Und in einer Rosenessenz sind dann noch einmal bis zu 600 Duftkomponenten enthalten. Unglaublich. Ich kann mir nun vorstellen, warum seine Seifen und Parfums hochpreisiger sind, als das, was man so in der Drogerie bekommt. Tatsächlich riechen „Persische Damaszener Rose“ und „Türkische Damaszener Rose“ beide nach Rose, aber haben einen komplett unterschiedlichen Charakter.

Kopf, Herz und Basis: Wie ein Parfum aufgebaut ist

Bei all den Düften, wo fängt man an? Wir orientieren uns zunächst an meinem persönlichen Raumduft, der ja ein voller Erfolg war. Aus Vetiver, Sandelholz, Muskateller-Salbei und Zeder wird die Basis- oder Fußnote hergestellt. Herr Rother erklärt die Wirkung dieser Struktur. Die Kopfnote spricht den Geist an, die Herznote die Emotion und die Basisnote die Sexualität.

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Dann beginnt das große Schnuppern! Ich bin beeindruckt, wie viele verschiedene Düfte man aufnehmen kann. Ich schnuppere mich durch Blüten, Gräser, Hölzer. Hilfreich dabei ist immer, noch einmal eine Nase aus dem Kaffeebohnen-Glas zu nehmen. Sofort ist alles in der Nase wieder neutral und es kann weitergehen.

Tadaaa: „Fleur für Frau Mutter“, ein Parfum nur für mich!

Während der Parfumherstellung schlägt mir Günter Rother immer wieder Düfte vor, die mir gut gefallen, nur einige wenige gehen direkt zurück ins Duftschränkchen. Viel Intuition ist am Werk, aber natürlich auch Kenntnis über chemische Prozesse. Ylang-Ylang muss nach Ansicht des Parfumeurs mit hinein. Warum? „Sie sind Skorpion und Ylang-Ylang ist ein Aphrodisiakum.“ Wer will da widersprechen?

Am Ende werden Kopf-, Herz- und Basisnote gemischt und heraus kommt ein kleines Duftwunder aus rund 20 Essenzen, darunter Vetiver, Zeder, Salbei, Frangipani, Ylang-Ylang, Narzisse und Rose. “ Klassisch-weiblich, ohne süß zu sein mit einem sinnlich einhüllenden Fond“, lautet das Urteil des Parfumeurs. Und die Wirkung im echten Leben?

Der vor 25 Jahren narkotisierte Junge von der Schulbank, der heute mein Mann ist, findet es „elegant“, mein Sohn „lecker.“ Offenbar können mich die Männer in meinem Haus nun gut riechen. In letzter Zeit fallen regelmässig männliche Passanten komplett betört auf der Strasse um, wenn ich an ihnen vorbei gehe, ist klar.

Mir persönlich gefällt mein Duft sehr gut, er ist mir irgendwie vertraut, so als hätte er schon immer zu mir gehört…Für alle duftbegeisterten Menschen ist die Herstellung eines persönlichen Duftes eine wunderbare, beeindruckende Erfahrung. Ich möchte das auf jeden Fall noch mal machen!

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1 Kommentar

  • Reply Stefan80 23. März 2017 at 11:06 am

    Ich möchte meiner Freundin ein nettes Geschenk machen. Neben einem schönen und hochwertigem Abend (teuer essen gehen, anschließend in die Oper etc.), möchte ich ihr noch ein Parfüm schenken. Jedoch sollte es, etwas einzigartiger sein. Sie hatte schon viele Produkte getestet bzw genutzt. Einige ihrer Produkte habe ich gegooglet. Zusätzlich habe ich von sog. „Zirben“ gelesen, die in einigen Duftprodukten enthalten sind. Mir ist aufgefallen, dass in keiner ihrer Produkte Zirben enthalten waren/sind. Jetzt habe ich den Entschluss gefasst das ich ihr ein Zirbenprodukt Online kaufen werde, da die umliegenden Parfümerien so etwas nicht anbieten. Bisher habe ich auch viele gute Rezensionen über deren Duft gelesen. Ich werde ein Test bestellen und dann selbst entscheiden. Wenn es gut riecht, wird sie sich sehr freuen ein neues Parfüm zu besitzen.

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