Familiengeschichten

Termine, Termine oder: Das Post it-Monster bestimmt mein Leben

14. Juli 2016
Alltagschaos

Termine hat man genug mit Kindern das ganze Jahr lang. Zweimal im Jahr nimmt aber alles überhand und ich muss zum „Post-it-Monster“ mutieren. Mir war es so, als ob wir eigentlich gerade die letzten Plätzchen – Reste vom Buffett der Kita-Weihnachtsfeier gewischt haben, aber nun stehe ich ratlos vor der Liste am schwarzen Brett und muss feststellen, dass entweder „Kuchen- aber kein Marmorkuchen“ oder “ Nudelsalat, aber ohne Mayo“ noch frei ist für die von den Eltern beizusteuernden Artikel zum Sommerfest. Für „Vier Liter H-Milch“ war ich mal wieder zu spät dran. Auch „Knabberzeug“ ist schon weg, haben da die Eltern nachts vor der Aushangliste kampiert, um dem Backen zu entkommen?

Letzte Woche stand ich dann mit zwei Litern Hafermilch statt H-Milch an einem Dienstag statt am Mittwoch auf dem Schulhof und wollte als einziger Mensch dort Sommerfest feiern. Irgendwie ist das mit all den Terminen zu viel für mich. Feiern, Schultheater-Aufführungen, Elternabende und Kinderbgeburtstage sind ja echt schön (okay, streicht die Elternabende!) aber WER SOLL SICH DAS ALLES MERKEN? Ich bin echt froh wenn ich nicht eines Tages mit den Kindern und zehn Litern Saft in Düsseldorf stehe, um Frühlingsfest zu feiern. Zum Glück geht es mir ja nicht alleine so. Auch Kollegin Alu von Grosse Köpfe hat Probleme mit Terminen vor den Ferien und plädiert für mehr Zeit als Familie.

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Wer hilft mir aus dem Termine-Chaos? Die kleinen, bunten Klebe-Papierchen!

In der letzten Woche musste ich übrigens an Folgendes denken:

Generalprobe für Tanzauffühung verschoben und auch an neuem Ort (Leons Mutter fragen, ob wir uns das Fahren teilen)

Geschenk besorgen für Milas Geburtstag (gibt es ein Sammel-Geschenk, hat die Mutter gesagt, was sie sich wünscht?, an Badesachen denken!)

Geld abgeben für Erzieher-Geschenke (wo liegt der Umschlag in der Kita und welche Farbe hat er nochmal?)

Besagten Marmor-Kuchen backen (lieber Dinkel-Mehl nehmen)

Schwarz-weiße Sachen für Kita-Theater-Aufführung raussuchen („Nein Mama, ich will oben schwarz und unten weiß, nicht umgekehrt!“)

Zur schwedischen Mode-Kette fahren, weiße Leggings kaufen (es gibt nur noch welche mit Schmetterlingen drauf, Mist)

Sich noch für Standdienst auf Turnvereins-Sommerfest eintragen (ach, menno, „Kinderschminken“ ist schon weg, jetzt muss ich Flugzeuge basteln, na gut…..)

 

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Ich bin ja eigentlich eine digital mom, aber ich muss gestehen, dass ich mich bei solch einem Terminchaos dann orga-mässig komplett in die 80er Jahre zurück beame, will heissen: Das Leben funktioniert nur noch mit Hilfe von drollfzigtausend Post-its.
Ich habe Klebepapierchen am Computer kleben, am Treppengeländer im ersten Stock (damit ich es auf dem Weg nach unten nicht vergesse), dann klebe ich mir Post Its an den Kühlschrank und auch an die Haustür. Im Keller habe ich kürzlich welche mit der Aufschrift „Instant Glühwein für Weihnachtsfeier“ gefunden. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich vor einem halben Jahr aber drei Liter Frischmilch mitgebracht und jetzt weiß ich auch nicht….

Das Post-it Monster bestimmt mein Leben!

Kann man denn einfach mal so ein Fest schwänzen? Oder sich einer kleinen, hamrlosen Notlüge bedienen? „Sorry, Frau Ober-Elternbeirats-Vorsitzende-Chefin, ich habe mir an den zwei Litern Mandelmilch nebst Mayo-freiem Nudelsalat einen Bruch gehoben und kann leider nicht zum Sommerfest kommen?“

Wäre gut, aber das geht jetzt zumindest für mich nicht mehr, denn auf meinem Post it an der Pinnwand im home office steht ja: „Ich heisse Nina, bin immer noch 29 und keine verkalkte 41 Jahre alt und schreibe Sachen über meinen Alltag ins Internet.“

Liebe digitale Welt, bitte erfinde doch eine „Nix mehr merken müssen-an zwei Orten gleichzeitig sein-in Aushanglisten für Servietten eintragen-App“ Gerne auch papierlos! Danke!

Wie wuppt Ihr all die Termine vor den Ferien? Tipps willkommen!

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2 Kommentare

  • Reply Li,a 14. Juli 2016 at 7:16 pm

    Ich habe in den letzten fünf Tagen 8 Kuchen gebacken. Einmal Schokolade, einmal Zitrone, einmal ohne Mehl, dreimal Schokolade mit Einlage und zweimal Marmor. Gerne alle mit Guss, alternative Buttercrème oder Puderzuckerschriftzug (mit selbstgemachter Schablone). Ich bin kaputt und gefühlte dre Kilo schwerer, weil alle Küchengeräte abgeschleckt werde mussten! Morgen, wenn alles geschafft ist, gehen wir Sushi essen!

  • Reply Nele 15. Juli 2016 at 2:39 pm

    Welcome to my world! Stadtteilfest: bitte Torte (!), Blechkuchen nur in Ausnahmefällen, „normaler“ anderer Kuchen schon mal gar nicht; Sommerfest der Schule (im strömenden Regen): Kuchen oder beim Grillen am Stand helfen (hm, wo binde ich den dreijährigen kleinen Bruder des Schulkindes fest, während ich grille? Also Kuchen… tierischer Streit unter den Geschwistern über Art des Kuchens), gemeinsames Waldfest der Waldkindergartengruppen: bitte etwas Gesundes und Vollwertiges für das Buffet (okay, ich gestehe, ich habe dem Mann als er zähneknirschend eingewilligt hat, mit beiden Kindern hinzugehen, damit ich arbeiten kann, nur einen Beutel Studentnefutter ins Auto geworfen, war aber Bio…!), Sommerfest KiTa: Waffelteig oder beim Waffelbacken helfen, am besten beides… Ausflug der Ferienbetreuung der Schule: bitte etwas für das gemeinsame Buffet (alle easy-peasy Sachen schon weg…), am Montag dann das ganze Büro mit 24 Leuten bei uns… Post-its reichen nicht mehr. Überall verknitterte Listen.

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