Familiengeschichten

Mama nur für mich: Warum Zeit zu zweit so wichtig ist

1. Juni 2017

Mama nur für mich. Das kannte mein Sohn die ersten vier Jahre seines Lebens nur so, meine Tochter musste uns Eltern immer mit dem großen Bruder teilen. Mal hier und da eine Aktivität nur mit Mama oder Papa, aber so richtig länger waren wir zwei eigentlich noch nie ganz allein. Immer ist ja was und der Alltag als Familie muss gewuppt werden.

Mama nur für mich!

Nun stand eine schöne Bloggerreise an, für ein Wochenende ging es auf die Insel Sylt. Wegen schulischer Verpflichtungen und einer irre wichtigen Klassenparty, entschieden wir uns, dass nur Constanze mitfahren sollte. Wochen vorher war die Aufregung schon groß.

„Kann ich dann im Meer schwimmen und Seehunde streicheln?“
„Kann ich ganz lange aufbleiben? Mindestens bis 12 Uhr nachts?“
„Darf ich mindestens zwei Filme auf der Fahrt schauen? Und einer davon „Bibi und Tina“ (zum 134. Mal)“

Drei Tage mit Programm und recht langer Zugfahrt, das haben wir so noch nie gemacht. Was wir Erwachsene aufregend und toll finden, ist ja nicht immer für Kinder geeignet. Für mich war das auch ein Arbeitstreffen, wenn auch ein sehr angenehmes, aber meine Tochter kann und soll sich ja nicht andauernd „zusammenreißen“ müssen.

 

Die perfekte Reisebegleitung: Meine Tochter

Tatsächlich waren alle Sorgen unbegründet. Auf Constanzes Begeisterungsfähigkeit und Offenheit ist Verlass.

„Guck mal, KÜHE!“ (viele Holstein-Kühe gab es entlang der Zugstrecke zu bewundern)
„Guck mal, ich habe extra KINDER-Badeschlappen.“
„Guck mal, auf meinem Kopfkissen liegen GUMMIBÄRCHEN!“
„Guck mal, da sind deine Kollegen, ich sag mal Hallo!“
„Guck mal, der Poooool!“
„Guck mal eine Muschel!“
„Guck mal eine Möwe!“

Ich kann mich auch sehr an Reiseerlebnissen und vor allem schönen Hotels erfreuen, aber durch die Augen meiner Tochter war alles nochmal so schön. Ihre Freude hat meine sozusagen vervielfacht. Ich habe alles viel intensiver erlebt, als wenn ich alleine verreist wäre. Natürlich gab es auch mal Unstimmigkeiten. Ich wollte an der Strandpromenade entlang flanieren, mir „Immobilien-Porn“ anschauen und Millionärin spielen, aber Constanze lieber Muscheln sammeln (am Ende kamen wir mit drei Kilos davon nach Hause).

Alleine im Hotelzimmer bleiben, während Mama an der Hotelbar noch einen Drink „nehmen“ will, um erfolgreiche Business-Woman zu spielen, war auch eher nicht drin. So waren wir also immer schön brav um 22 Uhr im Bett….

mama nur für mich

Das Kind über sich hinaus wachsen sehen

Wenn man nur mit einem Kind verreist und sich so ganz auf die kleine Person konzentrieren kann, sieht man sie ja auch nochmal ganz unabhängig von den Familienkonstellationen. Es gibt keinen Alltagsstress, keine Streitereien mit dem Bruder. Ihre besondere Stärke, offen und selbstbewusst auf Menschen zuzugehen und sich schnell mit anderen Kindern anzufreunden, das fiel nicht nur mir auf.

Und auch gepflegte Konversation klappt schon ganz gut:

„Wie hast Du denn geschlafen?“
„Naja, ich hatte einen Albtraum.“
„Was hast Du denn geträumt?“
„Das jemand meine Ninjago-Karten vermischt hat.“

Wir waren die ganze Zeit in einer Art Mutter-Tochter-Honeymoon und so dankbar und glücklich, diese Zeit miteinander zu haben. Ein bisschen haben wir geklungen wie eine ZDF-Vorabendserie:

„Ist es nicht schön hier?“
„Wunderschön, Du bist die Beste, Mama!“
„Ich liebe Dich!“
„Ich liebe Dich noch mehr!“

Sebastian hatte mit dem Papa zu Hause auch eine gute Zeit und bekam eine extra schön gestaltete Postkarte mitgebracht. So waren wir alle glücklich, wenn auch mal getrennt unterwegs.

Verbringt Ihr auch mal Zeit nur mit einem Kind?

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3 Kommentare

  • Reply Ines 1. Juni 2017 at 10:42 am

    Das liest sich so schön! Ich verbringe regelmäßig Zeit mit einem, meiner beiden Kinder. Nicht oft, aber immer wieder. Das Highlight ist dabei einmal im Jahr ein Kurztrip. Mit meiner Tochter war das letztes Jahr eine 2-täigige Wanderung mit Übernachtung im Heuhotel. Mit meinem Sohn bin ich den „Grünen Ring“ Hannover mit dem Rad gefahren und wir haben im Naturfreundehaus übernachtet. Das sind wahnsinnig schöne Erlebnisse und wir freuen uns schon auf die Tripps in diesem Jahr: eine Wanderung „über den Deister“ und mit dem Rad zu Oma und Opa von Hannover nach Bremen.

  • Reply Frau Mutter 1. Juni 2017 at 3:38 pm

    Das klingt schön, Ines. Ich werde das jetzt auch regelmässig machen, der nächste Trip ist mit dem Sohn. lg nina

  • Reply Esther 1. Juni 2017 at 11:10 pm

    Ich genieße Zeit mit einem Kind auch immer sehr. Mit 4 Kindern – 2 mal Zwillinge- ist das leider schwer und manchmal sind es nur 5 Minuten. Die sind dafür dann aber sehr intensiv

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