Familiengeschichten

Legt der Osterhase die Eier oder was?

13. April 2017

Hach ja, was war das schön, als die Kinder noch an den Osterhasen geglaubt haben und sie haben uns ja auch noch alle Geschichten abgenommen. Damals diente mir der Osterhase in den Wochen bis zum Osterfest auch als praktischer Ernährungsberater. Jeden Sonntag haben wir nämlich das gleiche Spiel beim Frühstück. Beide Kinder bestellen ein Ei und egal, was mein Mann oder ich ihnen dann vorsetzen, es ist nicht richtig.

Der Osterhase mag die Eier so- und Du auch!

„Igitt, guck mal, der Schlabberglibber“, sagt mein Sohn, dem das gekochte Ei zu weich ist.
„Ist das aus Gummi?“, fragt mich meine Tochter, wenn wir ihr ein pochiertes Ei servieren. Jeden Tag der Woche gibt es Diskussionen ums Essen, aber wenigstens sonntags ist es uns Eltern ein dringendes Bedürfnis, einfach mal in Ruhe zu frühstücken.
„Das gehört so, der Osterhase macht die Eier auch so bei sich zu Hause.“
Mein Sohn rollt mit den Augen, er glaubt schon lange nicht mehr an den Osterhasen, aber hält sich seiner Schwester zuliebe zurück.
„Wo wohnt der Osterhase eigentlich?“, will Constanze wissen.
„Im Osterhasen-Land.“
„Und da hat er alle Eier für alle Kinder?“
„Nun, der Osterhase bekommt ja die Eier von uns, um sie zu verstecken, und wir haben sie von den Hühnern bekommen.“

Oh mein Gott, die Eier kommen aus einem Po?

„Hühner legen die Eier, Constanze, das weiß doch jedes Baby“, trumpft Sebastian auf.
„Wie … legen?“ Das versteht sie gar nicht.
„Na ja, die pupsen die aus ihrem Po raus!“
Mit kleinen Kindern führt ja unweigerlich fast jedes Thema auch zu Pubs und Kacka. Na ja, aber so ein bisschen Naturkunde kann meiner Tochter ja nicht schaden. Ich nutze also die Gelegenheit.
„Das heißt Kloake bei den Hühnern“, versuche ich zu erklären.
Meine Tochter ist sichtlich erschrocken. „Das Ei kommt aus dem Klo raus???“ Sie verzieht vor Ekel das Gesicht und schiebt den Teller mit dem Ei weit von sich. „Und der Osterhase findet das dann nicht ekelig?“
„Na ja, also zunächst kaufen wir ja die Eier im Supermarkt und färben die. Vorher waschen und kochen wir sie natürlich, und dann geben wir dem Osterhasen die Eier wieder, damit er sie verstecken kann“, erkläre ich. Das ist schon ein sehr aufwendiger Prozess, die Arbeitsteilung von Weihnachtsmann und Christkind ist da doch viel effizienter.

Constanze nickt verständig, hat aber noch eine wichtige Frage: „Kommen die Schokoeier dann auch aus dem Klo von den Hühnern raus?“ Hier muss ich nun wirklich passen.

 

Frohe Ostern, liebe Leserinnen und Leser! 

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