Familiengeschichten

Kinderwunsch erfüllt! Familienplanung abgeschlossen, oder doch nicht?

28. September 2016

Wenn es nach meinen Kindern ginge, sollte mein Kinderwunsch noch lange nicht abgeschlossen sein. Beinahe täglich bekomme ich im Bad von meiner Tochter die Frage gestellt, wann den nun das Baby käme. Wenn ich ihr dann geduldig erkläre, dass ich ja gar kein Baby bekomme (aber die überraschend gefundene Mitgebsel-Tüte vom vorletzten Kindergeburtstag geplündert habe), ist sie traurig und schlägt oft ganz pragmatisch vor, dass ich ja schon „so einen gemütlichen Bauch“ habe und da könnte ja auch noch ein Baby rein, büüüüttte…

Wenn ich in mich reinhorche, bin ich so zufrieden, wie es ist. Zwei gesunde Kinder, ein Junge und ein Mädchen. Was will man mehr? Anfang Dreissig habe ich diesen uns allen so bekannten Kinderwunsch verspürt. Sich fortpflanzen, einem neuen, kleinen Menschen Leben zu schenken und eine Familie gründen. Ich hatte Glück, denn ich wurde beim ersten Mal sofort schwanger und beim zweiten Mal mussten wir nur ein paar Monate warten. Was ein unerfülllter Kinderwunsch bedeutet und was auch Fruchtbarkeitsbehandlungen mit einer Frau/einem Paar machen, weiß ich persönlich nicht, habe aber über diesen Schmerz hier mit einer Freundin gesprochen. Meine Schwangerschaften waren relativ problemlos, auch die Geburten. Nie eine Fehlgeburt, auch das ein Geschenk. Trotzdem sind es „nur“ zwei Kinder geworden.

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Kinderwunsch passé: Sollen wir wirklich schon aufhören?

Manchmal bereue ich das. Hatten wir nicht den Mut für mehr? Wäre es nicht toll, noch ein Kind zu haben? Haben wir da etwas verpasst? Sind wir zu bequem? Tatsächlich ist irgendwann das Fenster zu. Mit Anfang vierzig fange ich nun auch nicht mehr damit an. Obwohl man eigentlich Mut zu mehr Kindern haben sollte. Ich bewundere kinderreiche Familien und Mütter, die mehr als zwei Kinder haben und nehme an Mehrfach-Müttern diese grossartige Gelassenheit wahr. Oder ist das nur Müdigkeit, auf einem höheren Niveau?

Fakt ist aber auch: Wir geniessen gerade das Alter unserer Kinder. Die anstrengende Kleinkindzeit (bei uns war sie das) ist vorbei, wir gehen zusammen wandern, gehen wieder ins Museum, haben auch wieder Zeit für uns und sehen, wie sich unsere Kinder und ihre Persönlichkeiten entwickeln. Meine Kinder sind fünf und zehn Jahre alt und das ist einfach eine sehr schöne Zeit. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mein Muttersein eigentlich erst jetzt so richtig geniessen.

schwarzwald mama und zwei kinder

Die abgeschlossene Fammilienplanung ist leider so endgültig

Die Entscheidung gegen weitere Kinder bedeutet aber auch, dass diese Zeiten irgendwann unwiederbringlich vorbei sind. Unwiederbringlich. Furchtbares Wort. Nie wieder kleine, süße, dicke Ärmchen, die einen umarmen. Die ersten Schritte, die ersten Worte. Nie wieder ein kleiner Junge, der einem beim Abholen im Kindergarten freudestrahlend entgegen läuft und einem in die Arme springt. Dieser Gedanke lässt mich in letzter Zeit öfters mal in Panik und auch Trauer verfallen. Ich möchte die Zeit anhalten, wirklich. Das hat auch damit zu tun, dass ich nicht älter werden will, hahaha. Hätte ich nun noch ein Baby oder Kleinkind, würde diese Zeit noch anhalten.

Dieser erfüllte, abgeschlossene Kinderwunsch macht mich ein wenig wehmütig. Irgendwann werde ich wohl einfach eine ältere Frau sein, die jungen Müttern sagt: „Geniessen Sie die Zeit, sie werden so schnell groß.“ So viel ist klar!

Ich beteilige mich mit diesem Beitrag an der Blogparade „Bye Bye Kinderwunsch-Familienplanung abgeschlossen“ meiner Kollegin Katja vom Blog Mamatized. Dort könnt Ihr noch viel mehr Texte zum Thema lesen!

Wie sieht das Bei Euch aus? Kinderwunsch schon abgeschlossen oder plant Ihr noch mehr Kinder?

Wollt Ihr Eure Erfahrungen als Mutter oder Vater teilen? Schreibt Ihr gerne? Hier gibt es die Möglichkeit, Gastbeiträge zu veröffentlichen! Einfach Vorschlag per Mail an mich. Viele Grüße!

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9 Kommentare

  • Reply Antje 28. September 2016 at 8:51 am

    Hallo Nina,

    ein super Thema. Ich empfinde es genau wie Du. Wir haben auch einen Jungen und ein Mädchen (7 und 5 Jahre alt). Es ist perfekt so. Beide Kinder waren und sind Geschenke. Beide Schwangerschaften stellten sich prompt ein und waren problemlos, die Geburten auch. Trotzdem war ich nie gern schwanger und habe sie als notwendiges Übel auf dem Weg zum Kind :-). Ich bin manchmal auch etwas wehmütig. Das ist aber eher die Zeit der ich hinterher trauere und nicht noch einem Kind. Auch wir geniessen das jetzige Alter unserer tollen Kinder und ich voller Dankbarkeit. Hätte ich vielleicht 2 Jungen oder 2 Mädchen bekommen, dann wären wir vielleicht so verrückt gewesen und hätten noch einen Versuch für dann Junge oder Mädchen gewagt. Aber so ist alles perfekt. Kinder machen ja nun auch nicht reicher. Das darf man auch bei aller Emotionalität nicht aus den Augen verlieren. Sie kosten Geld und das muss man dann auch genug haben um eventuell mehrer Kinder in die Welt zu setzen. Liebe Grüße

    • Reply Frau Mutter 28. September 2016 at 9:15 am

      Finde ich sehr klug, dass Du sagst: „Ich trauere der Zeit hinterher und nicht noch einem Kind“ , habe ich noch gar nicht so gesehen. lg nina

  • Reply Katinka aus LE 28. September 2016 at 9:07 am

    Mir geht es wie Dir, ich bin Anfang 40, habe ein Mädchen und einen Jungen, 8 und 4 Jahre alt, und beginne erst richtig, mein Leben zu geniessen. Aber manchmal ist da diese Wehmut und die Angst, dass die Kinder tatsächlich immer grösser werden und mich immer weniger brauchen. Mit einem dritten Kind wäre es aber nicht anders, nur aufgeschoben. Hachz.

    • Reply Frau Mutter 28. September 2016 at 9:16 am

      Ja, das stimmt, es wäre nur aufgeschoben. Aber gut zu wissen, dass ich nicht die einzige wehmütige Mutter hier bin;) lg Nina

  • Reply Katja 28. September 2016 at 5:54 pm

    Wie schön! Ich freue mich wahnsinnig unter diesen schönen Text und nochmal neue Einsichten, z.B. Das die Wehmut wohl immer mitspielt…

    Vielen vielen Dank für deinen Beitrag!
    Liebste Grüße
    Katja

  • Reply Bye Bye Kinderwunsch - Familienplanung abgeschlossen? #Blogparade • Mamatized 28. September 2016 at 6:00 pm

    […] Nina von Frau Mutter […]

  • Reply Steffi 29. September 2016 at 10:19 am

    Sehr schön geschrieben. Wir haben 2 Mädchen mit 5 und 6 Jahren… ich trauere auch noch hinterher und im Hintertürchen ist immer noch der Wunsch da. Aber einerseits sind die Mädels so selbständig und man hat auch mal wieder Zeit für sich und muss nicht ständig jemand herumtragen oder aufpassen. Es wird alles entspannter. Aber wenn ich schwangere Frauen sehe denke ich immer -„ach war das schön“ . Vielleicht sollten wir es als sehr großes Glück ansehen 2 tolle gesunde Kinder zu haben und darüber dankbar sein als zu trauern über weitere Kinder. Obwohl es manchmal schwer fällt

  • Reply Olivia 29. September 2016 at 1:36 pm

    Wir sind Mitte Zwanzig und erwarten gerade unser erstes Kind, das jetzt demnächst bald kommt. Wir wollen nach aktuellem Stand schon gern ein zweites Kind – aber machen uns konkret keine Gedanken darüber, wann das sein soll. Jetzt kommt erst einmal unser erstes Kind. Da werden wir alle Hände voll zu tun haben – das Eltern-Sein richtig kennen lernen 😉 Irgendwann wird dann bestimmt auch das zweite kommen. Und wie es dann weitergeht, werden wir sehen. Wir wollen uns da auch nicht unter Druck setzen.
    Ich kenne einige Familien, die bereits drei und sogar vier Kinder haben. Hab das Gefühl, das gehört in unserer Gegend bereits zum guten Ton 😀 (lach). Ich freue mich auch, wenn sich Familien bewusst entscheiden, dass sie noch ein drittes oder viertes Kind (oder oder) haben wollen. Kinder erfüllen den Alltag und machen ihn doch zu etwas ganz besonderes. 🙂

  • Reply Verena Röhrl 26. Oktober 2016 at 9:11 am

    Wie gut kann ich diese Gedanken mitfühlen!!! Wir haben 3 Jungs im Alter von 2, fast 6 und 7 Jahren und ich habe besonders die Babyzeit bei jedem weiteren Kind ein bisschen mehr genossen. Trotzdem es „schon“ 3 sind, packt es mich von Zeit zu Zeit und Gedanken, wie „Hach, ein Mädchen wäre noch schön“ oder „Der Kleinste ist schon richtig groß und gar kein Baby mehr“ lassen den Wunsch nach noch einem Kind laut werden. Regelmäßig werden sie aber sehr schnell durch den Alltag mit all seinen Anstrengungen, lautem 3fach Geschrei, Stress und Müdigkeit wieder niedergebügelt. Schön wäre es zweifellos – aber auch machbar?…Schaffen wir das, so, in dieser Konstellation?…Oder vielleicht erst in ein paar Jahren? Schau ‚ma mal! 😉
    Liebe Grüße,
    Verena

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