Familiengeschichten

Die Party Mamas gehen aus und dann passiert das…

22. Juni 2017
party-mamas

Hilfe, die Party-Mamas sind unterwegs! Kürzlich war ich mit fünf anderen Mama-Freundinnen „auf der Rolle“. Alles wurde wochenlang von langer Hand geplant. Aus unserer ursprünglichen Whatsapp-Gruppe „Abendessen“ wurde im Laufe der Zeit eine Art Selbsthilfegruppe für Vorstadt-geschädigte Frauen. Okay, jetzt übertreibe ich.

Ich fühle mich in meiner Haut sehr wohl, mir gefällt mein Leben und ich rede auf Parties durchaus auch gerne mal über Innendämmung. Aber eben nicht NUR. Schon seit langer Zeit stört mich, dass man überhaupt nicht mehr richtig feiert. In unserem Alter und unserer Lebenssituation mit kleinen Kindern gähnen spätestens um 24 Uhr alle Gäste und wollen nach Haue, weil „Friedrich morgen im 9 Uhr ein Hockey-Turnier hat und ich noch einen Kuchen backen muss.“

Tanzen ist auch schon längst nicht mehr „in da Club“, sondern mittwochs abends in der Zumba-Stunde bei  der „Lady-Fitness-Reihe“ des örtlichen Sportvereins. Wofür lerne ich denn nun eigentlich hochkomplizierte Choreos zu  „Swalla“, wenn ich sie gar nicht anwenden kann?

Die Party-Mamas in der not so angesagten Bar

Letzten Samstag trauten wir sechs Mädels uns also raus aus unserem Berliner Bezirk, der auf -„Dorf“ endet und fuhren nach Berlin-Mitte. Erst Bar und dann war der Plan: „Tanzen bis der Arzt kommt.“ Vorher wurden noch „Fertigmach-Fotos“ mit Lockenwicklern geteilt und die Losung „Aber besser flache Schuhe“ ausgegeben.

Schließlich gondelten sechs sehr ansehnlich aufgebrezelte und partybereite Frauen in die Stadt. Vor der Bar angekommen gab es erstmal Ratlosigkeit. Unter einer S-Bahn-Brücke: nur eine Stahltür . Aha, so geht man also „heutzutage“ aus, dachten wir und klopften zaghaft an die Tür. Uns öffnete ein freundlich lächelnder Herr mit Kreissäge (nicht „chainsaw massacre“, der Hut ist gemeint).

„Guten Abend die Damen, wart Ihr schon mal hier? Wisst Ihr, wie es hier läuft?“

Wahsinn, wie AUFREGEND. „Das ist bestimmt wie im Film „Eyes wide shut“, dachte ich. Drinnen läuft eine Orgie ab und Tom Cruise trägt nur eine Schlafmaske. „Brauchen wir ein Code-Wort?“, giggelt eine Freundin neben mir.

„Habt Ihr eine Reservierung?“ Na klar, wir kommen schließlich vom Dorf! Wir werden durch sehr mysteriöse, abgedunkelte Räume in einer Art offene Küche zu unserem Tisch geführt. Es ist 19:30 Uhr, für uns kann die Party beginnen. Wir sind natürlich die einzigen Gäste. Aber hey, morgen um 7 Uhr werden wir von den Kindern geweckt, da muss man früher anfangen.

Leider lässt Tom Cruise auf sich warten. Dafür betreten aber einige Mittfünfziger mit praktischem Schuhwerk und deutlichem Dialekt aus dem Ruhrpott die Bar.

Lasst mich durch, ich will tanzen!

Egal. Es geht los, wir bestellen Cocktails, Wein, teures, aber dafür weniges Essen und unterhalten uns bestens. Um 23:30 Uhr beginnen die ersten von uns, diskret zu gähnen. Das geht gar nicht, wir sind hier um zu feiern! Vorne in der Bar mixt ein DJ „Housiges“ an und wir gruppieren uns nun in einer Lounge-Ecke. Vor und neben uns eine Kegelgruppe aus Hessen. Nach meinem zweiten G&T sieht einer der Herren aus wie Harrison Ford, immerhin.

Wir sitzen also in unserer Lounge-Ecke, haben Spaß und wippen in unseren flachen Schuhen. Damit könnte man jetzt echt das Parkett unsicher machen (und keine Blasen bekommen), wenn der DJ endlich mal Jason Derulo spielen würde.

Zwei von uns geben schließlich auf. Die Woche war hart, die Schwiegereltern kommen morgen, der hessische Harrison Ford trägt leider doch einen aufgestellten Kragen. Geht ja gar nicht.

Der harte Kern von uns macht weiter. Drei Freundinnen und ich spazieren tiefer nach Berlin-Mitte (wir haben ja bequeme Schuhe an), das Ziel ist „Clärchens Ballhaus“. Da erhoffen wir uns ungetrübtes Tanzvergnügen, keine Schlange und Türsteher, die uns qua Alter aussortieren.

Vor dem Club angekommen, bereit nun auch zu Roland Kaiser zu tanzen, sehen wir ein Schild: „Geschlossene Gesellschaft.“ Schon recht verzweifelt, fragen wir die Türsteher, wo es denn in der Nähe was zu tanzen gäbe.

Tanzen, nee, da bin ick raus. Keene Ahnung!“

via GIPHY

Wir tapern enttäuscht zur S-Bahn udnd kommen auf dem Weg an einer Seniorenresidenz vorbei. Ich schlage den Mädels vor, diese mit dem Schlachtruf „Time for Tanztee“ zu stürmen. Meine Freundin Julia, ganz die praktisch veranlagte Schwedin, sagt nur ganz trocken:

„Ach komm, lass, Nina. Mach Dir einfach zu Hause „spotify“ an.“

Da hat sie Recht. Und morgen ist ja auch wieder „Zumba“. Auf dem Weg nach Hause summe ich, schon fast schlafend: „Shimmy, shimmy, yay, shimmy yay. Swallal-la-la……“

 

Feiert Ihr eigentlich noch ausgelassene Parties und wenn ja, darf ich mal vorbei kommen?

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare

  • Reply nadine 25. Juni 2017 at 6:56 pm

    Du hast immerhin die Hauptstadt vor der Tür, da muss es doch Möglichkeiten geben 🙂 Ich komme mit 🙂 nur leider ist meine Provinz im Südwesten bisschen weit weg.

    Ich geh dann mal Amazon Music laufen lassen
    und Tartort gucken.. macht man doch so, oder?

    LG Nadine

  • Reply AVEC QUATRE 5. Juli 2017 at 8:19 am

    Nicht mehr so oft und die letzten 2,5 Monat gar nicht, da wir noch einmal Nachwunchs bekommen haben, aber an sich feiern wir schon noch gerne und ausgedehnt. Dazu müssen wir auch gar nicht immer die Clubs stürmen…Zack ein paar Freunde eingeladen und dann wird das Wohnzimmer zum Tanzsaal. Für August haben wir eine Terassenparty geplant, da kommen viele Nachbarn und Freunde zum abdancen vorbei… 🙂

    Viele Grüße
    Rebecca

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