Familienalltag mit Humor

„Auuuffsteehn!“ Meine Morgenmuffel Kinder

10. November 2015

Früher war ich auch ein Morgenmuffel. Ach, das war so schön. Schlechte Laune und Unansprechbarkeit konnte man einfach auf den frühen Morgen schieben. Spätestens seit dem ersten Tag mit Kind ging das nicht mehr. Nachdem mein Sohn damals vor neun Jahren am späten Abend geboren wurde, hätte ich ja am nächsten Morgen wohl alles Recht der Welt gehabt, etwas länger zu brauchen, um anzulaufen. Aber nein. Dauer-Stillen, durchwachte Nächte und bleierne Morgen und Tage von Stund an. Ich war fortan so müde und überfordert, dass ich gar nicht mehr daran gedacht habe, nun auch noch morgenmuffelig zu sein. Das habe ich einfach von meiner To-Do-Liste gestrichen!

Sobald man Mutter oder Vater geworden ist, kann man drei Sekunden nach dem Aufwachen Frühstück machen, Trotzanfälle ausbügeln, Albträume besprechen und wahrscheinlich auch Weltwirtschaftskrisen lösen. Während die Kinder ausgiebig daran arbeiten, ihr Morgenmuffel-Talent weiter auszubauen.

Und jeden Morgen grüßen die Morgenmuffel Kinder…

Wir wecken die Kinder um 6:30 Uhr. Der Sohn muss, seit er drei Jahre alt ist, regelmässig pünktlich aufstehen, aber das ist JEDEN Morgen aufs Neue vergessen und eine MEGA Herausforderung. Ich gehe also in sein Zimmer, streichele ihm über den Kopf und spreche ihn an.

„Sebastian, aufstehen! Es ist Zeit, heute ist Montag!“ Fast jeden zweiten Tag bekomme ich dann diese Frage gestellt:

„Wiesooo?“

Tja, ich weiß es auch nicht. Nach Sonntag kommt Montag und so war es immer und so wird es immer sein. Meistens gehe ich nicht darauf ein und knipse eine Lampe an.

„Menno, das ist vieeel zu hell. Das ist GEMEIN!“ Der Sohn steckt den Kopf empört unter das Kissen und drückt seinen Teddy an sich. So geht das dann so circa zehn Minuten weiter. Unterdessen gehe ich nach nebenan, um mein Glück bei meiner Tochter zu versuchen, die so tief und fest wie ein Stein schläft. Das Licht im Zimmer könnte Neonbeleuchtung sein und ich einen Elefanten mit ins Zimmer bringen, sie würde immer weiterschlafen. Also decke ich sie auf, massiere die Füße und spreche sie laut an.

„Constanze!“ Nichts.
„CONSTANZE!“ Immer noch nichts.
„C-O-N-S-T-A-N-Z-E !!!“

Meistens trägt sie der Papa dann im Tiefschlaf nach unten in die Küche. Dort wacht sie komplett geschockt auf und fängt an zu weinen.

„Mir ist kaaalt, es ist zu heeeell.“ Also legen wir sie auf die Couch im Wohnzimmer und bereiten flüsternd das Frühstück zu. Der Sohn oben ist mittlerweile wieder eingeschlafen, also rufen wir laut nach oben. Er ist nun doch halbwach und gibt Bestellungen fürs Frühstück durch.

„Ich will Haferflocken mit Zucker und Honig.“ Wir rufen durchs Treppenhaus, dass es entweder Zucker oder Honig gibt. Fünf Minuten Gequengel zwischen den Stockwerken folgen. Sebastian ist mittlerweile nach unten gekommen und hat sich auf dem Weg zwei Mal den Zeh gestoßen. Nun weint er und die auf der Couch dösende Constanze wird geweckt. Meine Tochter ist nun im Morgenmuffel-Overdrive-Modus und fordert Nutella-Toasts als Wiedergutmachung ein.

Je nach Energielevel von uns Eltern fangen wir nun eine pädagogische Diskussion an, warum man nicht jeden Morgen Toasts mit Nuß-Nougat-Creme essen sollte oder wir stellen eben einfach das 800-Gramm-Glas auf den Tisch.

Nachdem wir die Kinder halbwegs gut ernährt haben, schmiere ich noch hastig die Schulbrote und mein Mann fängt an, die Kinder zu waschen bzw. zum Waschen zu bewegen. Der Sohn diskutiert nämlich noch jeden Morgen die Frage, warum man sich eigentlich kämmen muss…

Dann gibt es eigentlich nur noch die Kleider-Problematik zu lösen („Der Pulli kratzt“, „Die Hose ist voll peinlich“, „Ich will die Glitzer-Legging“) und dann ist der Morgen geschafft.

Das mache ich jetzt noch genau drei Mal, bis wieder Wochenende ist. Dann ist nämlich bei uns die Regel, dass die Kinder gut gelaunt um 5:45 Uhr an unserem Bett stehen und wahlweise Doughnuts (die rosanen) oder Ausflüge ins Spaßbad einfordern.

Guten Morgen, Sonnenschein, sage ich da nur….

Kommt Euch das bekannt vor?

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6 Kommentare

  • Reply Patricia 10. November 2015 at 9:17 pm

    VIelen Dank für den unterhaltsamen Beitrag ! Das kommt mir alles seeehr bekannt vor – so bekannt das ich vor 2 Tagen einen Beitrag zum Thema „Wie motiviert man Kinder morgens aufzustehen“ geschrieben habe 😉

    Aktuell (also seit exakt 9 Tagen) klappt es bei uns so gut wie nie!

    Mein Trick: Ich habe den iPhone-Wecker so programmiert, dass er die Kinder durch Klingeltöne und Sprachnachrichten an die einzelnen Programmpunkte (Aufstehen, frühstücken, Zähne putzen) etc. erinnert.

    Den Kindern gefällt es (vermutlich weil es neu und somit spannend ist) – mir auch, denn ich genieße jeden einzelnen entspannten Morgen und kann mir zumindest zur Zeit die „Endlos-Schleife“ der „Macht-euch-bitte-fertig-Platte“ sparen 😉

    Meinen Bericht findest du übrigens hier: http://www.moms-blog.de/kinder-morgens-motivieren/

    Liebe Grüße,
    Patricia

  • Reply Max 10. November 2015 at 10:02 pm

    Das wird im Teenager- und junge-Erwachsenen-Alter nicht besser.
    Nur die kriminelle Energie wird größer: Im Bad die Dusche anstellen und das Bad von außen abschließen, damit die Mutter glaubt, man sei unterwegs und dann zurück in die Federn… Das kam schon mal vor…

  • Reply Frau Mutter 11. November 2015 at 8:59 am

    Au weia, Max. Das klingt ja irre-hattet Ihr früher eine horrende Wasserrechnung? LG Nina

  • Reply Marita 18. November 2015 at 8:24 pm

    Und warum muss man sich nun eigentlich die Haare jeden. Legen kämmen? 😉
    Ich habe mich sehr amüsiert, aber noch hab ich auch gut lachen…

  • Reply Laura 3. Dezember 2015 at 12:39 pm

    Haha, sehr lustig zu lesen. Und beruhigend…. ich dachte, unser Sohn ist der einzige mit obermieser Laune am Morgen. Liebe Grüße von Laura

  • Reply günter23 12. November 2017 at 5:29 pm

    Das kenn ich alles.

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