Familiengeschichten

10 Dinge, die ich bei einem Trotzanfall meiner Tochter denke

3. November 2015

Meine Tochter Constanze ist kürzlich viereinhalb Jahre alt geworden. Das war auch der Zeitpunkt damals bei meinem Sohn, als ich dachte: „Vielleicht kann es ja doch noch ganz schön werden mit uns.“ Meine Kinder haben beide SEHR intensive Trotzphasen mitgemacht. Viel Emotionen, viel Geschrei, viel Heulerei. Teilweise war der Trotzanfall der Normalzustand. Nun ist es etwas weniger geworden. Tatsächlich hört meine Tochter mir manchmal sogar eine Nanosekunde zu, wenn ich ihr etwas erklären möchte. Das ist schon viel. Trotzdem gibt es sie immer noch, die Trotzanfälle.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich damit durch bin. Nach 9 Jahren Mutterschaft bin ich nun bei einem Trotzanfall meiner Kinder so weit, mich auch auf den Boden zu werfen und zu schreien. Hier ein innerer Monolog des letzten Trotzanfalls, der natürlich total gerechtfertigt war. Viel Spaß!

1. Okay, da ist er wieder, der Trotzanfall. Warum eigentlich? Ach, weil die Spitze des gelben Buntstiftes abgebrochen ist. Klar…

2. Vielleicht klappt ja dieses Mal Ablenkung: „Du, Constanze, nimm‘ doch einfach den Buntstift in Orange. Der ist halt…. dunkel-gelb, geht doch genauso gut!“

Das Schreien und Toben nimmt an Intensität zu.

3. Das Kind ist doch schon vier, das ist doch gar nicht altersgerecht dieser Trotz!

4. „Wie war das mit dem Erziehen auf Augenhöhe? Okay, ich muss mich erklären. Aaaalso: „DU Schatzi, Mama muss den gelben Stift erst anspitzen, ja? Nimm doch in der Zwischenzeit den schönen pinken hier. Ein Schwein ist doch auch rosa und nicht gelb!“

“ ICH WILL ABER EIN GELBES SCHWEIN MALEN!!“““

5. In welchem bescheuerten Ratgeber stand jetzt nochmal, man soll an die Vernunft des Kindes appellieren? Wie bekloppt ist das denn? Oder war es Verständnis zeigen?“

Es wird derweil weiter getobt.

6. Und jetzt, was soll ich jetzt machen? „Schatzi, komm ich lese Dir was vor! Eiskönigin?“ (whatever it takes…)

7. Mann, schon 15 Minuten dauert das jetzt. Vielleicht braucht sie ein time-out?

8. Ich gehe jetzt einfach, ich stelle mir den „stillen Stuhl“ jetzt einfach vor die Haustür. Mir doch egal, ob’s gerade hagelt.

Das Kind brüllt weiter. Die Mutter kommt nach einer Minute wieder rein, es war doch zu ungemütlich draußen.

9. Heute Abend esse ich den (mindestens) den Kopf deines Schokolden-Nikolauses auf und male ein Mandala mit rosa Schweinen. Vielleicht beruhigt mich das ja.

10. Und dann hefte ich diesen Blogpost hier ab für Deine Brautrede. Jaha. Die Brautmutter hält auch eine Rede. In Form eines Trotzanfalls.

Und was geht in Euch vor, wenn Eure Kinder trotzen?

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5 Kommentare

  • Reply Mama arbeitet 3. November 2015 at 5:24 pm

    Brautrede. Super Idee! Fies gegrinst!

  • Reply schnipseltippse 4. November 2015 at 10:17 am

    Willst du das ernsthaft wissen? XD
    Ich denke: „Lieber Gott. Als ich damals schwanger werden wollte, bat ich dich um ein ruhiges, liebes Kind, das keine Choliken und keine Trotzphase haben wird. Und was habe ich hier? WAS? WARUUUM???“
    Und dann sage ich mir „Komm Schnipseltippse, keep calm. Guck dir die Grossen an. Die waren alle so. Und heute sind sie toll. Das gehört wohl dazu. Nicht mehr lang und wir haben das hinter uns und dann wünschst du dir die Zeit zurück, als er noch so klein war.“
    Ist doch so…
    Meine grossen Töchter zeigen sich übrigens immer total beeindruckt von dem Phänomen, dass er (übrigens im gleichen Alter wie deine Tochter) total ausflippen kann, weil ich mit ihm geschimpft oder etwas verboten habe, er minutenlang brüllt und zetert, aber dann im Endeffekt trotzdem zu mir kommt, um sich trösten zu lassen. Diesen Widerspruch verstehen sie nicht, finden es aber “ einfach zu herzig“.
    Also Kopf hoch, konzentrieren wir uns auf die schönen Seiten dieses Alters und nehmen die Trotzerei als Begleiterscheinung mit. 🙂
    Liebe Grüsse
    Schnipseltippse

  • Reply Laura 4. November 2015 at 11:39 am

    Solche inneren Monologe von Müttern müsste es öfter geben. Habe sehr gelacht – Danke! Erst heute habe ich selbst einen Post dazu geschrieben, denn ich werde bei den Anfällen meiner Kinder hin und wieder zum Zombie und mache einfach mit beim Schreien und Werfen. Aber die Idee mit der Brautrede und dem Anfall ist wirklich klasse. Liebe Grüße von Laura

  • Reply Jasmin 4. November 2015 at 11:50 am

    Jetzt grinse ich noch.
    Da kommt noch was auf mich zu 🙂

    Liebste Grüße,
    Jasmin

  • Reply pamelopee 4. Dezember 2015 at 1:19 am

    Meine Kinder sind 3 und 5. Irgendwer trotz hier immer. Und falls nicht, lausche ich bedächtig meinem Tinnitus, der vermutlich Ursache von Dauertobsuchtsgeräuschen kleinerer Mitbewohner hervorgerufen …
    Tja, eigentlich kommen mir deine inneren Monologe doch seeeeeeeehr bekannt vor. 🙂 Ach und manchmal frage ich mich auch, ob das vielleicht später in der Pubertät dann NOCH schlimmer wird!? :O

    Alles Liebe, Pamela.

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