Familie

Kind im Krankenhaus, Mama voller Sorge

27. März 2015

Kind im Krankenhaus Frau Mutter Blog

„Und jetzt sagen Sie mir mal bitteschön, wofür Ihr Sohn das Gelenk im kleinen Finger überhaupt mal brauchen wird!“ Diesen Satz eines Mediziners, keines Arztes, offenbar, hörten wir vor kurzem. Ihr erinnert Euch, mein Sohn hatte sich beim Schnitzen die Sehne seines kleinen Fingers durchtrennt und wir landeten in der Notaufnahme.

Es war ein sehr langsamer Heilungsprozess, zunächst mit Ruhigstellen und auch Reha. Leider ist das letzte Gelenk im kleinen Finger immer noch steif. Auch mit großer Anstrengung kann Sebastian den Finger nicht knicken. Aber das sollen wir so hinnehmen? Weil er das Gelenk sowieso nicht braucht? WTF?!

Ich erwarte wirklich von keinem Arzt, dass er mit zwei über-besorgten Eltern mit leidet. Ärzte haben einen Job zu erledigen und müssen sich auch abgrenzen. Mit einer sachlichen, knappen, informativen Behandlung kann ich sehr gut leben. Aber muß es gleich zynisch werden?

Nach dieser Aussage haben wir uns erst einmal schlau gemacht, denn zu diesem Arzt, der auch Operateur war, wollten wir verständlicherweise nicht mehr. Er hätte uns wahrscheinlich sowieso nicht behandelt mit unseren übertriebenen Vorstellungen eines unversehrten Kindes….

Zum Glück erhielten wir über drei Ecken von einer Handchirurgin aus Hannover eine Empfehlung für Berlin. Dieser Arzt scheint die Sache ernster zu nehmen. Seine Meinung war jedenfalls, dass man doch wohl alles versuchen sollte, „dem jungen Mann zu helfen“. Es geht also auch anders.

Gleich muß mein Schatz wieder unters Messer. Bisher sind wir mit der Gesundheit unserer Kinder sehr gesegnet. Wohl auch deswegen drehe ich auch bei einer eigentlich harmlosen OP am Rad. Es ist nicht einfach, das Kind zu sehen, wie es für die OP fertig gemacht wird, die „Scheiß-egal-Tropfen“ bekommt und weggeschoben wird. Am liebsten würde ich mit in den OP, das Händchen halten. Oh, Moment, das wird ja operiert….

Nun sitze ich hier und knabbere an den Nägeln. Mein armes Baby!!! Ich darf gar nicht genau drüber nachdenken, was die jetzt mit ihm machen. Sie helfen ihm, das weiß ich ja. Aber als Laie hat man dann doch so eine ganz irrationale Angst vor Narkosen und Skalpellen. Gefreut habe ich mich über die großartige, freundliche und menschliche Betreuung im neuen Krankenhaus bisher. Ich weiß ja jetzt, dass das nicht selbstverständlich ist.

Nach dem Eingriff geht es dann wieder los mit Gymnastik und Reha und der großen Hoffnung, dass Sebastian bald den gesamten kleinen Finger wieder bewegen kann. Es könnte ja schließlich sein, dass er mal Geiger werden will oder auch Handchirurg…..

Wenn Ihr uns die Daumen für heute Vormittag drückt, freuen wir uns sehr!

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13 Kommentare

  • Reply Katinka 27. März 2015 at 8:48 am

    Alles Gute für Deinen Sohn. Es wird alles gut! Sagt meine Mama!

  • Reply Miriam 27. März 2015 at 9:33 am

    Alles, alles Gute. Und hoffentlich hilft die OP. Wir haetten genauso entschieden. Er ist schliesslich noch jung und keine 94.

  • Reply Katharina - Mama hat jetzt keine Zeit 27. März 2015 at 10:02 am

    Das Recht auf körperliche Unversehrtheit (wann immer möglich) ist ein Kinderrecht der UNO. Also bitte, was war denn das für ein Doktor?
    Alles, alles Gute dem Kleinen, das wird schon!

  • Reply Frau Mutter 27. März 2015 at 11:19 am

    Diesen Hinweis habe ich dann das nächste Mal parat, Katharina. Naja, hoffentlich nie wieder bei so einem Arzt. LG Nina

  • Reply Anna 27. März 2015 at 11:37 am

    Daumen gedrückt!!!

  • Reply elsalina 27. März 2015 at 12:17 pm

    Alles eine Frage der Relativität!
    Für jeden ist in diesem Moment sein Problem resp. das seines Kindes, das vorrangige und schlimmste.
    Damit einfühlsam umzugehen, ist genauso Sache des Arztes, wie auch seine therapeutische Expertise.
    Genauso muss abgewogen werden, ob das allgemeine und spezielle Operationsrisiko im Verhältnis zum voraussichtlichen Nutzen der Operation steht.
    Die mütterliche Sorge ist natürlich klar, aber auch da ist die Sache relativ.
    Meine Tochter wurde zum Abschluss ihrer Leukämiebehandlung operiert. Der Katheter kam raus. Für uns war das ein Fest, keine Angst, keine Sorge, nur Freude. Nebenan besorgte, heulende Mütter, wegen Polypen und Metallentfernungen.
    Ich hatte Mitleid. Für sie ist es schlimm. Für uns die ähnliche Situation eine Befreiung.

  • Reply Frau Mutter 27. März 2015 at 12:22 pm

    Hallo Elsalina,
    danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr für Deine Tochter und Euch alle. Du hast Recht, es kommt auf die Perspektive an. Deswegen habe ich ja auch im Blogpost betont, dass ich weiß, wie gesegnet wir sind mit der Gesundheit unserer Kinder. Alles Gute für Euch! Gruß Nina

  • Reply Bine 27. März 2015 at 12:25 pm

    Ich drücke auch ganz fest die Daumen. Das wird bestimmt gut werden. Und was diesen seltsamen „Arzt“ angeht: Der hängt bestimmt auch an all seinen Fingern, ob groß oder klein. Gute Besserung für den kleinen Mann!!!
    LG Bine

  • Reply Testtante Manu 27. März 2015 at 3:49 pm

    Hallo Nina!

    Oh weh. Ich fühle mit dir. Meine beiden Söhne hatten beide bereits eine OP wegen einer Vorhautverengung. Der Große war damals erst neun Monate und hatte am Abend nach der ambulanten OP plötzlich hohes Fieber und hat gebrüllt wie am Spieß. Der Arzt in der Notaufnahme war da total gefühlskalt und hat mich als eine überbesorgte Mutter abgestempelt. Wie sich herausgestellt hat hatte mein armes Würmchen eine Nierenbeckenentzündung. Also von wegen überbesorgte Gluckenmutti.
    Es ist furchtbar mit ansehen zu müssen wie das Kind in den OP geschoben wird. Ich hoffe bei euch ist alles gut verlaufen und dein Sohnemann kann bald auch den kleinen Finger wieder nutzen.
    Fühl dich gedrückt,
    ganz liebe Grüße
    Manu

  • Reply Frau Mutter 28. März 2015 at 6:57 am

    Hallo Manu, es ist in der Tat immer gut, genau auf seinen (Mutter-) Instinkt zu hören. Ich habe mich immer geärgert, wenn ich es nicht getan habe. Viele Grüße Nina

  • Reply Franka 28. März 2015 at 1:37 pm

    Halte das OP-Risiko für zu groß. Kann den ersten Arzt gut verstehen. Trotzdem alles für deinen Sohn

  • Reply Marion 28. März 2015 at 1:55 pm

    Liebe Nina,

    Ich kann deine Gefühle zu einhundert Prozent nachvollziehen. Man ist in dem Moment, wo das Kind in den OP muss, eben nicht mehr rational. Gestern wurde meine Tochter am Auge operiert – ein lange geplanter Routineeingriff. Trotzdem war ich währenddessen und auch schon in den Tagen zuvor nervlich ganz schön angefasst. Aber so ist das einfach, man lässt nunmal sein Kind mitten ins Herz!

    Alles Gute für Sebastian und herzliche Grüße
    Marion

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