Baby und Kleinkind

Meine Tochter und ihr ganz persönliches Schönheitsideal

9. September 2014

Schere Frisur Tochter Frau Mutter Blog.de
Letze Woche beim Abholen im Kindergarten. Meine Tochter Constanze kam mir freudestrahlend entgegen gelaufen. Ich kriege einen Schock: Ihr Pony ist teilweise raspelkurz, an manchen Stellen hängen lange Strähnen drüber. Auf dem Oberkopf sind die Haare an einer Stelle noch zwei Zentimeter kurz. Ich gehe sofort zu einer Erzieherin und frage, was los ist. „Der Daniel hat der Constanze in einer unbeobachteten Minute die Haare geschnitten. Wir haben die Haare in einem Briefumschlag aufgehoben. Willst Du sie mitnehmen?“ Ich frage die Erzieherin, ob es mittlerweile Eigenhaar-Extensions für Kleinkinder gibt. Sie weiss es leider nicht.

Einen praktischen Militär-Haarschnitt, der die Haare auf eine Länge bringt oder eine Dauerwelle sind ja auch nicht die Lösung.

Ich schaue mir die Haare meiner Tochter genauer an und sage ihr, dass sie und auch andere Kinder nicht an ihren Haaren herumschnipseln sollen.

„Aber wir haben gebastelt, Mama, das hat Spass gemacht.“

„Aber Constanze, das sieht gar nicht schön aus und das dauert jetzt ganz lange, bis das wieder gewachsen ist.“

Ich gehe mit ihr ins Badezimmer und halte sie vor den Spiegel.

„Wieso, Mama? Das seiht SCHÖN aus.“

Ich halte inne. Wer hat denn hier das Problem? Meine Tochter findet sich weiterhin schön. Sie lächelt ihr Spiegelbild an, streicht sich über den verunglückten „Bastelscheren-Style“ und befindet:

„Sieht chic aus, Mama.“

Ich verkneife mir einen Kommentar und suche den Coiffeur des Grauens, Daniel, der gerade Sandförmchen sortiert. „Daniel, das macht man aber nicht. Du darfst der Constanze nicht die Haare schneiden.“

„Ich gehe gleich in den Sport, weisst Du das?“ Aha.

Keiner scheint sich hier für mein Dilemma zu interessieren. Zu Hause gehe ich mit Constanze raus zum Spielen. Eine Nachbarin kommt vorbei und streicht meiner Tochter über ihre glatten, glänzenden Haare „Ich wollte Ihnen schon immer mal sagen, welch schöne Haare ihre Kinder haben.“

Recht hat sie. Mama hatte wohl einfach einen Knick in der Optik.

Foto: © Rainer Sturm/ Pixelio

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6 Kommentare

  • Reply Nele E. 9. September 2014 at 10:35 am

    Im ersten Augenblick wohl ein Schock, doch es gibt Schlimmeres. 😉 Und schön, dass Du es aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, auch nicht mehr so arg findest.
    LG
    Nele E.

  • Reply Mamamulle 9. September 2014 at 12:21 pm

    Oh Mann, was freue ich mich auf die Kindergartenzeit 😀

  • Reply Anne 9. September 2014 at 3:26 pm

    Auch wenn der Schock im ersten Moment groß ist, meist hat es ja auch gute Seiten. Mein Sohn (7) hat sich im März zusammen mit seinem Bruder (2) die Haare geschnitten. Den Morgen danach, als er mit Eigenschnitt zur Schule musste, hat ihn gründlich von derlei Ambitionen kuriert.
    Und auch wenn der friseurmeisterliche Rettungsversuch am Nachmittag dann aussah wie eine radikale Läusebehandlung – ein halbes Jahr ganz ohne die Notwendigkeit eines Friseurbesuches war eine feine Sache….

    LG, Anne

  • Reply Frau Mutter 9. September 2014 at 3:36 pm

    Danke für Eure aufmunternden Worte. Ich sehe es fast auch nicht mehr und das Ganze mit Haarspangen zu kaschieren, hat auch keinen Sinn….Viele Grüsse Nina

  • Reply Tina 11. September 2014 at 8:58 am

    Oh je! Na da kann ich mich ja auf was freuen! Aber da kann man sich gleich mal auf später vorbereiten, wenn sie plötzlich mit grünen oder pinken Haaren vor der Tür stehen.
    LG, Tina

  • Reply #100: Blogwoche. | Bloggen. Leben. Nähen. 12. September 2014 at 6:14 am

    […] Dass kleine Mädchen ganz andere Schönheitsbilder im Kopf haben, als ihre erwachsenen Mütter, erfuhr Frau Mutter dieser Tage, nachdem ein Kindergartenfreund ihrer Tochter die Haare geschnitten hat. […]

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